![]() ![]() In the Land of Blood and Honey OT: In the Land of Blood and Honey Regie: Angelina Jolie Drehbuch: Angelina Jolie Darsteller: Rade Serbedzija, Zana Marjanovic, Goran Kostic, Nikola Djuricko, Branko Djuric, Dzana Pinjo, Goran Jevtic, Dolya Gavanski, Fedja Stukan, Ermin Bravo Filmstart: 23.02.2012 | Laufzeit: | Drama-Romanze-Krieg |
Das Land des Bluts und Honigs ist das nach Unabhängigkeit strebende Bosnien und Herzegowina. Tito ist seit mehreren Jahren Tod und die Sozialistische Förderative Republik Jugoslawien im Zerfall begriffen. Zwei große Fronten stehen sich gegenüber. Die in Bosnien lebende serbische Bevölkerung die nach einem Verbleiben in der jugoslawischen Förderation strebt und die muslimischen Bosniaken, die nach einem unabhängigen Staat verlangen. Zwischen diesen verhärteten Fronten steht der bosnische Serbe Danijel (Goran Kostic) und die muslimische Malerin Ajla (Zana Marjanovic). Durch den Krieg stehen beide plötzlich auf zwei oppositionellen Seiten und ihre Liebe zueinander wird auf eine ungewöhnliche Probe gestellt. Denn als Ajla von der bosnisch-serbischen Armee gefangen genommen wird, begegnet sie Danijel wieder. Diesmal nicht als liebenswerten Polizisten, sondern als Soldaten, als Sohn des grausamen Generals Vukojevic (Rade Serbedzija).
Gerade durch die sehr oberflächliche Darstellung der politischen Ereignisse geht Jolie diesen zentralen Fragen aus dem Weg. Grob gesagt wird der Konflikt zwischen Serben und Bosniaken - ganz nebenbei - durch die historisch begründete Angst der faschistischen Tschetnik-Serben durch das osmanische Reich argumentiert. Somit werden nicht alle Serben als Täter gebrannt markt, sondern nur die Fundamentalisten unter ihnen, die den Großteil der bosnisch-serbischen Armee beherrschen und die zivile Bevölkerung indoktrinieren. Einfach, doch schnell begreiflich und für den Film bezeichnend.
Der gewaltsame Konflikt zwischen bosnisch-serbischen Christen und bosnischen Muslimen ist jedoch nur die narrative Rahmenhandlung des Films. Wie der deutsche Titel des Films bereits andeutet (Liebe in Zeiten des Krieges) ist die zentrale Frage des Films die Möglichkeit einer Liebe in einer Zeit, in der Liebe unmöglich erscheint. Auch hier kratzt Jolie nur an der Oberfläche eines sehr komplexen Vorhabens. Der Film beginnt kurz vor Ausbruch des Kriegs. Danijel und Ajla tanzen verliebt und ausgelassen in einer Bar, fernab jeglichen ethnischen Hasses. Die Zeit vor dem Krieg – eine Phrase die in abgewandelter Form immer wieder im Film auftaucht - scheint noch in Ordnung zu sein. Eine plötzliche Explosion markiert den Startschuss des Umbruchs.
Die Handlung beginnt als Liebesgeschichte und endet als moralische Botschaft. Richtig überzeugen kann weder das eine noch das andere. Für eine mitreißende Liebesgeschichte fehlt es schlicht an der Überzeugungsgabe der SchauspielerInnen und die Moral der Geschichte ist zu banal. Böses kann nur durch Böses vergolten werden, auch wenn am Ende das Gewissen siegt. Danijel wird als sensibler Tyrann gezeichnet, der zwischen seinem eigenen Gewissen, dem indoktrinierten Geschichtsverständnis und den Erwartungen seines Vaters und Gesinnungsgenossen hin und her gerissen wird. Ein Übel, das Grund und Wirkung seiner eigenen Reproduktion ist. Auf der anderen Seite steht Ajla, eine muslimische Malerin, die zuerst ganz naiv von der unbescholtenen Liebe zu Danijel überzeugt ist, letztendlich jedoch ihre Zweifel an den wahren Motiven Danijels hegt. Zwischen den beiden ein ganzer Krieg.
Fazit:
Die Intentionen von In the Land of Blood and Honey mögen gut gemeint sein, doch an der Umsetzung hapert es gewaltig. Ein Film, der vor einem solch schwerwiegenden politischen Hintergrund spielt, muss mit viel Akribie und Feingefühl umgesetzt werden und darf nicht versuchen die Gesamtheit der Ereignisse möglichst oberflächlich darzulegen. Schafft er dies nicht, sollten zumindest die Charaktere überzeugend wirken. Gelingt ihm weder das eine noch das andere, so bleibt nicht viel übrig was punkten könnte. Das Resultat ist ein langatmig geratener Film an dessen Oberfläche hin und wieder kleine sehenswerte Reflexionen aufblitzen.
Wertung:
5/10 Punkte
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