Für immer Liebe (2012)

OT: The Vow - 104 Minuten - Drama / Romanze
Für immer Liebe (2012)
Kinostart: 10.02.2012
DVD-Start: 21.06.2012 - Blu-ray-Start: 21.06.2012
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Filmkritik zu Für immer Liebe

Von am
Gedächtnisverlust oder auch Amnesie ist eine Erinnerungsstörung des Gehirns, die im Film statistisch wohl weit öfter auftritt als in der Realität. Matt Damon fehlt als Jason Bourne in die „Bourne Identität“  ein ganzes Stück seines Lebens, Drew Barrymore und Guy Pearce vergessen in „50 erste Dates“ und „Memento“ gar chronisch, was ihnen widerfahren ist und Paletten-Doktorfisch Dorie aus „Findet Nemo“ erntet für ihre Amnesie so einige Lacher. Regiefrischling Michael Sucsy behandelt in „Für immer Liebe“ nun einmal mehr diese Gedächtnisstörung – als Vorlage diente ihm aber die reale Geschichte eines Ehepaares, das noch einmal zusammenfinden musste, nachdem sie ihn nach einem Unfall komplett aus ihrer Erinnerung gelöscht hatte. Insgesamt wurde die Romanze nach bewährtem Rezept mit bewährten Zutaten gekocht – darunter mit den in diesem Genre wohl etablierten Schauspielern Rachel McAdams und Channing Tatum – und doch serviert Sucsy am Ende ein romantisches, aber sogar bodenständiges Gericht, bei dem einen warm ums Herz wird.

Künstlerin Paige (Rachel McAdams) und Tonstudiobesitzer Leo (Channing Tatum) sind beide Freigeister, aber führen eine glückliche Ehe. Als ein LKW in ihr Auto kracht, fällt Paige in ein Koma und erleidet einen Gedächtnisverlust. Sie erinnert sich an ihren Namen, ihre eigentlich längst schon entfremdeten Eltern (Sam Neill und Jessica Lange), nicht jedoch an die letzten fünf Jahre mit Leo. Nach ihrem Stand der Erinnerung ist sie immer noch die biedere Jurastudentin aus gutem Hause, die mit dem ebenfalls wohlhabenden Jeremy (Scott Speedman) verlobt ist. So ist plötzlich nicht nur ihr Mann ihr fremd, sondern auch sie ihm. Dennoch beschließt der schwer verliebte Leo, noch einmal das Herz von Paige zu erobern und um ihre Ehe zu kämpfen.

Zugegeben: Auch wenn Michael Sucsys Geschichte der Realität entsprungen ist, hebt sich „Für immer Liebe“ inhaltlich betrachtet kaum von den gängigen Liebesfilmen ab. Und doch gelingt es dem Regisseur, die Geschichte mit so viel Feingefühl und Liebenswürdigkeit zu erzählen, dass ihr sogar die größten Kitschverweigerer etwas abgewinnen werden können. Der Clou ist: Die Liebe von Leo und Paige plätschert zu Beginn in so idealistischen Gewässern dahin, dass einem alles, was nach ihrer Amnesie folgt, nur zu verständlich vorkommt. So verwundert es nicht, warum Leo einfach nicht müde wird, ihrem Gedächtnis auf die Sprünge helfen zu wollen, obwohl sie sich sichtlich unwohl dabei fühlt. Die ein oder andere romantische Szene darf natürlich auch dann nicht fehlen, wenn sich die beiden bereits entfremdet haben, aber grundsätzlich ist bis zum Ende Schluss mit Schmalz. Dabei hält die Romanze sogar die ein oder andere Überraschung bereit – so lässt das Drehbuch den Zuseher fast bis zum Schluss im Dunkeln darüber, warum sich Paige vor fünf Jahren ihrem alten Leben abwandte und so den Grundstein für die Begegnung mit Leo legte.

Dass „Für immer Liebe“ funktioniert, ist aber auch seinen beiden Hauptdarstellern zu verdanken. Bei Channing Tatum und Rachel McAdams stimmt einfach die Chemie. Und während Tatum die Verliebtheit seines Leos perfekt spielt, nimmt man McAdams wiederum Paiges Zurückverwandlung von der Künstlerseele in die verwöhnte Göre uneingeschränkt ab und findet sie trotz alledem sympathisch.

Der Lebenslauf von Michael Sucsy ist überschaubar: Nach dem preisgekrönten TV-Film „Die exzentrischen Cousinen der First Lady“ mit Drew Barrymore ist „Für immer Liebe“ erst seine zweite Regiearbeit. Sollte sich sein nächstes Projekt, eine Verfilmung von Rebecca Serles „Romeo und Julia“-Spin Off „Rosaline“ mit Hailee Steinfeld, als genau so gelungen wie seine ersten Arbeiten erweisen, dann könnte der US-Amerikaner bald zum neuen Spezialisten für romantische Stoffe avancieren.

Fazit:
Wer bei „Für immer Liebe“ große Gefühle und romantische Momente erwartet, kommt auf jeden Fall auf seine Kosten. Aber auch jene, die kitschigen Nicholas Sparks-Verfilmungen mit ähnlich klingenden Titeln wie „Das Leuchten der Stille“ oder „Nur mit dir“ abgeneigt sind, sollten sich nicht abschrecken lassen. Die Romanze hebt sich von ihresgleichen durch eine liebevolle Inszenierung ab.

Wertung:
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Filmering.at
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Ø Wertung: 8.7/10 | Kritiken: 0 | Wertungen: 3
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Liste von Sieberert
Erstellt: 28.09.2014