![]() ![]() Haywire OT: Haywire Regie: Steven Soderbergh Drehbuch: Lem Dobbs Darsteller: Gina Carano, Michael Angarano, Channing Tatum, Debby Lynn Ross, Michael Douglas, Antonio Banderas, Ewan McGregor, Julian Alcaraz, Eddie J. Fernandez, Lluís Botella Pont Filmstart: 09.03.2012 | Laufzeit: | Action-Thriller |
Irgendwo in Alaska in einem Diner. Die Protagonistin wartet scheinbar ungeduldig auf jemanden. Plötzlich setzt sich jemand ihr gegenüber an den Tisch und spricht mit ihr über Dinge, deren Kontext der Zuseher noch nicht erschließen kann. Der Protagonistin wird während der Konversation merklich unwohl und dann passiert alles augenblicklich: Der brennend heiße Kaffee landet im Gesicht des Gegenübers und die Fäuste beginnen zu fliegen. Um nicht ins Kreuzfeuer der Behörden zu kommen nimmt sie einen Gast im Diner als Geisel und fordert ihn freundlich aber bestimmt auf seinen Wagen für die Flucht bereitzustellen, inklusive seiner Anwesenheit. Auf der Flucht im Auto erzählt sie ihm wie es zu der Szene im Diner kam.
Für besondere Aufmerksamkeit sorgen die, für das Genre untypischen, ruhig inszenierten Kampfszenen. Zumeist in weiten, übersichtlichen Einstellungen wird ohne hektische Schnitte der Choreografie alle Ehre gemacht. Abwechselnd virtuos bis einfach effektiv zeigt Gina Carano, was sie als Mixed Martial Arts Kämpferin im umzäunten Ring perfektioniert hat. Durch die übersichtliche Gestaltung der Szenen ist es Soderbergh als Kameramann möglich mehr Realismus zu evozieren. Dass seine Hauptdarstellerin professionell Schläge austeilt und einsteckt legitimiert bei der realistischen Darstellung der Kämpfe diese Entscheidung. Allerdings ist diese Entscheidung immer dann in Frage zu stellen, wenn die Eindimensionalität von Caranos Darstellung unübersehbar wird. In nahen Einstellungen oder bei den seltenen Gefühlsregungen macht die Darstellerin keine so gute Figur, wie etwa während den Kämpfen. Um diese Manko auszubügeln hat ihr Soderbergh eine Reihe von prominenten Kollegen zur Seite gestellt. Michael Douglas, Ewan McGregor, Michael Fassbender, Antonio Banderas, Bill Paxton und Channing Tatum fungieren als Sicherheitsnetz für die Laienschauspielerin. Durch die Vielzahl der Rollen bleibt einigen weniger Raum als anderen, sie alle liefern in ihren Rollen eine grundsolide Leistung ab.
Fazit:
Haywire gefällt als kurzweilige Unterhaltung mit seiner zurückgenommenen und kunstvollen Inszenierung, die sich in Soderberghs differenziertem Blick konstituiert. Der Regisseur setzt auf ungewöhnliche Kamerawinkel und einen wilden Mix verschiedener Einstellungen in Schwarz/Weiß sowie Blau- und Gelbtönen. Die Inszenierung konterkariert aber zu keinem Zeitpunkt die Tatsache, dass der Film im Kern ein klassischer Action-Thriller ist, der mit seinen übersichtlich in Szene gesetzten Kampfszenen und einem recht konventionellen Plot auf ein kurzweiliges Vergnügen aus ist. Die weitestgehend unbekannte Hauptdarstellerin, die eigentlich im MMA-Milieu zu Hause ist, bekommt von ihren namhaften Kollegen schauspielerische Schützenhilfe und sorgt mit ihrer disziplinierten, durchschlagenden Körperlichkeit für anschauliche Actionsequenzen, die zwar rar gesät, dafür hochwertig inszeniert sind.
Wertung:
7/10 Punkte
21.12.2011 - Haywire - Deutscher Trailer
07.02.2012 - Haywire - Deutscher Trailer 2
26.07.2011 - Haywire - Englischer Trailer

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