Bereavement (2010)

OT: Bereavement - 103 Minuten - Horror
Bereavement (2010)
Kinostart: Unbekannt
DVD-Start: Unbekannt - Blu-ray-Start: Unbekannt
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Filmkritik zu Bereavement

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Ein alter Schlachthof, recht abgelegen von der Zivilisation irgendwo im Nirgendwo. Schreie, die niemand hören kann. Was das ist? Richtig! Stoff für einen Horrorfilm. Ein geisteskranker Serienmörder, der in regelmäßigen Abständen unschuldige, junge Frauen mit seinem uralten Truck aufliest, sie in ein Verlies sperrt und wie Schweine von der Decke baumelnd ermordet. Was das ist? Richtig! Stoff für einen Horrorfilm. Ein Kind, das entführt wird mit einer extrem seltenen Krankheit, das den Jungen keinen Schmerz spüren lässt, eine Horde untalentierter Menschen, die sich selbst als Schauspieler bezeichnen und ein 0815 Bösewicht, der in seiner Freizeit mit einem Schädel einer erlegten Antilope o.Ä. spricht, welcher ihm Anweisungen gibt, wen er als Nächstes zu töten hat. Was das ist? Richtig! Stoff für einen wirklich schlechten Horrorfilm.

Martin Bristoll (Spencer List) sitzt gerade auf einer Schaukel in seinem Garten, als ein scheinbar netter Mann mit seinem alten Truck vorbeikommt und ihm ein nigelnagelneues Fahrrad verspricht, wenn er mitkommt. Der Junge, der durch eine genetische Krankheit nicht in der Lage ist Schmerz zu empfinden, lebt seither mit Graham Sutter (Brett Rickaby) auf dessen heruntergekommenen Grundstück und muss mitansehen, wie dieser Frauen entführt, wie Schlachtvieh aufhängt und schlussendlich absticht.

5 Jahre nach seiner Entführung könnte sein Martyrium ein Ende haben, denn die 17 jährige Allison (Alexandra Daddario) entdeckt auf einer Ihrer Joggingrunden nicht nur die Schlachthofruine, sondern beginnt darin herumzusuchen. Die besten Voraussetzungen, um einem jahrelangen Horror auf die Spur zu kommen....
 
Ohne einem die Spannung nehmen zu wollen: der Film will einfach nicht funktionieren. Zwar wären alle Ingedrienzien für ein hervorragendes Horrormahl gegeben, allerdings scheinen diese dermaßen unkoordiniert und unmotiviert in den Filmtopf geworfen zu sein, dass man am Ende wohl alles ist, nur nicht satt. Also, warum will der Film nicht funktionieren?

1) Die fehlende Logik. Gut, in jedem zweiten Horrorfilm verhalten sich Menschen teilweise fragwürdig. Beispielsweise laufen die meisten Gejagten in den zweiten Stock um dort festzustellen, dass man ziemlich tief runterspringen muss, um das Haus zu verlassen. Oder natürlich den Running Gag „Am besten ist, wir trennen uns“ oder natürlich auch „ich habe ein Geräusch gehört, bin weiblich, unbewaffnet und alleine im Stockdunkeln in der Wohnung. Ach, ich geh einfach mal nachsehen, was das war“. Eine Prise Unlogik verträgt wohl jeder Film, Bereavement reizt dies allerdings zum Zerbesten aus. Beispielsweise die Entführung des Kindes. Nachdem der Serienkiller immer mit dem Truck unterwegs ist und meist max. 1h nach seiner Tat zuhause mit dem Opfer ankommt, dürfte der kleine Martin wohl nicht allzu weit von dem Schlachthof entführt worden sein. Trotzdem sucht anscheinend niemand mehr nach ihm. Die Mutter verhält sich zwar unnachvollziehbar hysterisch, als sie den Jungen vom Küchenfenster aus nicht mehr auf der Schaukel sitzen sieht, dürfte aber wohl nach relativ kurzer Zeit aufgegeben haben. So entwickelt sich das Ganze eher zu einer düsteren Legende, als zu einem wirklich tragischen Fall der Kindesentführung.

Zwar fühlt sich der Junge sichtlich unwohl bei seinem neuen Ziehvater, trotzdem läuft er nach einem misslungenen Fluchtversuch nicht mehr weg. Stockholm Syndrom? Gerade insofern unlogisch, weil er doch hin und wieder versucht den Opfern zu helfen... Der Mörder ist stadtbekannt für sein Einsiedlerdasein und seine Unfreundlichkeit. Trotzdem dürfte man dort wohl nicht nach Martin oder den vielen verschwundenen Frauen gesucht haben. Schade, denn der Schlachthof ist nicht nur unverschlossen, sämtliche Foltergeräte liegen auch gut sichtbar herum, inklusive massenhafter Blutspritzer und das gesamte Folter- und Tötungsbesteck.

2) Die Charaktere, welche gar keine wirklichen sind. Wer sich nicht in ein Opfer hineinversetzen kann, wird genauso wenig Angst bei einem Horrorfilm empfinden, wie jene, die den Täter nicht ernst nehmen können. Die Figur des Graham Sutter ist nicht nur unspektakulär uninteressant, sondern vollkommen ohne Vorgeschichte. Niemand erfährt, wo der Punkt war, an welchem sich Sutter dazu entschlossen hat die Anweisungen seines Geweihs an der Wand auszuführen und schlichtweg durchzudrehen. Niemand erfährt, warum dieses Geweih darauf besteht, wahllos Frauen aufzulesen und diese auf bestialische Art und Weise aufzuschlitzen. Wäre nun Sutter selbst in seiner Erscheinung derart faszinierend, würde man diese Wissenslücken möglicherweise dulden, nachdem es sich jedoch um einen 0815 Typen, der wohl wenig von Hygiene hält handelt, muss man leider an den Stellen, in welcher er mit seinem Freund an der Wand Diskussionen führt, lachen oder im besten Fall den Kopf gelangweilt schütteln. Ein absolutes No- Go für einen Horrorfilm. Das Gleiche in blassblau übrigens bei den „Guten“. Besonders bei der 17 jährigen Allison wird penetrant versucht eine Geschichte rund um die junge Dame aufzuziehen, allerdings ist diese dermaßen abgedroschen und langweilig, dass man sich einfach nicht damit befassen will, das gleiche Schema übrigens bei Nachbarsjunge William (Nolan Gerard Funk) der so dermaßen mies spielt, dass man sich fast schon fremdschämt.

3) Die Problematik sinnloser Gewalt (in Filmen). Horrorfilme sind ja generell problematisch, weil sie selten einen wertvollen Inhalt mit sich bringen. Im Vordergrund steht am Ende doch immer die Gewalt und die Angst (wie wäre es sonst wohl Horror?) Stevan Mena ist nicht nur Regisseur, sondern auch Drehbuchautor, sowie Produzent des Werkes und präsentiert einem hier ein unlogisches, abstruses, brutales und sinnloses Massaker, das wohl nur er selbst verstehen wird (hofft man zumindest). Filme, die Gewalt darstellen, ohne deren Ursprünge und Motive erklären zu versuchen, sind in vielerlei Hinsicht problematisch und könnten – in den falschen Augen – tatsächlich mehr anrichten, als man glaubt. Einen kranken, perversen Serienmörder darzustellen ist eine Sache, aber einen ganzen Film darüber zu drehen, in welchem die Perversität der Taten an sich viel deutlicher dargestellt wird, als das Konstrukt Mensch, das diese Gewalten schlussendlich verübt, ist nicht nur unnötig, sondern sicherlich auch schädlich. Schädlich für labile Psychen und schädlich für den Filmmarkt.

Fazit:
Bereavement ist unterm Strich eine Aneinanderreihung von absurden und kranken Gewaltszenen, die weder erklärt, noch sinnvoll dargestellt werden. Die Besetzung sämtlicher Rollen ist dermaßen misslungen und jede einzelne Figur dermaßen flach in den Charakterzügen, dass der Fokus wohl eindeutig und absichtlich auf die Gewaltsszenen inkl. viel Blut und ohrenbetäubender Schreierei gelegt wurde, was möglicherweise Sadisten freut, jeden anderen jedoch am Ende zu dem Schluss kommen lässt, dass der Film als Ganzes und in jedem kleinen Detail einfach nur schlecht ist.

Wertung:
2/10 Punkte
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