Lizenz zum Heiraten

OT: -  91 Minuten -  Romantische Komödie 
Lizenz zum Heiraten
Kinostart: 30.08.2007
DVD-Start: Unbekannt - Blu-ray-Start: Unbekannt
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Filmkritik zu Lizenz zum Heiraten

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Es ist schon bemerkenswert, wie es die romantischen Komödien immer wieder schaffen, das Publikum für sich zu gewinnen, obwohl sie im Prinzip eigentlich immer nur geringfügig veränderte Varianten des selben Films sind. Seit unzähligen Jahren laufen diese Filme nun schon nach dem gleichen Muster ab, bekommen aber immer wieder genug Leute ins Kino, um ein finanzieller Erfolg zu werden. Das wirklich Besondere ist aber, dass die Filme, obwohl sie einander doch immer so verblüffend ähneln, und eigentlich schon jeder blind vorhersagen kann, was passieren wird, dennoch im Großen und Ganzen für einen unterhaltsamen Abend sorgen. Ein Mysterium des Kinos.

Vielleicht ist es auch gerade die Tatsache, dass man schon im vorhinein weiß, was einen erwartet, die einen unterhaltsamen Abend beschert. Denn bei dieser Art von Film macht es nicht besonders viel aus, wenn man mal unaufmerksam oder abgelenkt ist. Die Story ist dermaßen durchschaubar, dass wohl nicht einmal ein 10 Minuten langer Ausflug aus dem Kinosaal dem Verständnis im Weg steht. Und so ist die romantische Komödie wohl ein sicherer Tipp, wenn man einfach einmal abschalten möchte und seinen Verstand schonen will. Auch Lizenz zum Heiraten ändert nichts am Genremuster. Die Regel ist einfach: Wer romantische Komödien mag, kann sich auch diese hier ansehen, wer nicht, für den gibt es momentan eine Vielzahl besserer Filme im Kino.

Ben Murphy (John Krasinski) und Sadie Jones (Mandy Moore) haben einander gefunden, sind ein Paar geworden und teilen sich nun auch schon seit geraumer Zeit eine Wohnung. Am 30. Hochzeitstag von Sadies Eltern will Ben die Beziehung auf die nächste Ebene führen und macht Sadie schließlich einen Heiratsantrag. Diese nimmt auch an und so geht es an die Hochzeitsvorbereitungen. Sadie hat jedoch einen besonderen Wunsch: Sie möchte unbedingt in Chicago heiraten und vom Freund der Familie Reverend Frank (Robin Williams) getraut werden.

Dieser hat auch schon einen Termin für die beiden gefunden. Bereits in 3 Wochen soll es losgehen, allerdings gibt es auch einen Haken: Reverend Frank wird die beiden nur heiraten lassen, wenn sie bei seinem Vorbereitungskurs mitmachen und diesen bestehen. Doch dies wird nicht so einfach wie Ben zunächst dachte, denn bereits die ersten Regeln, die Reverend Frank aufstellt, haben es in sich: Sie müssen beide ihr Ehegelübde selbst schreiben und dürfen bis zur Hochzeitsnacht keinen Sex mehr haben. Doch dies ist nur die Spitze des Eisbergs, denn Ben und Sadie sollen tiefgehend in ihrer Liebe geprüft werden...

Wie gesagt: Etwas Neues bietet Lizenz zum Heiraten sicher nicht. In jeder romantischen Komödie geht es um ein Paar, das sich zunächt findet, lieben lernt, schließlich kurzzeitig getrennt wird und am Ende natürlich wieder zusammen findet. Lediglich das Setting variiert etwas, und die Art, wie man zu den beschriebenen Plotpoints kommt. Aber vom Prinzip her sind alle romantischen Komödien nach diesem Muster aufgebaut. Lizenz zum Heiraten ordnet sich diesen Vorgaben sang- und klanglos unter und wirkt in seinem Aufbau sogar recht unausgegoren und teilweise unlogisch.

Dies liegt nicht nur an der völlig überzeichneten Figur des Reverend Frank, der an manchen Stellen so gar nicht wie ein Priester wirkt, sondern es fast darauf anlegt, dass Ben und Sadie sich trennen. Vor allem liegt es daran wie, die Beziehung der beiden schließlich zum erwähnten Trennungs-Plotpoint gebracht wird und wie die beiden schließlich wieder zusammenfinden. Das zuvor durch und durch glückliche Paar trennt sich wegen einer Lappalie, und auch wie sich Sadies Charakter schließlich verändert und sie sich gegen Ben wendet, wurde etwas überhastet inszeniert. Die Versöhnung am Ende erfolgt dann nach dem selben 08/15 Muster, und so muss sich Lizenz zum Heiraten auf jeden Fall vorwerfen lassen, etwas einfallslos zu sein.

Auch der Humor des Films kann nicht wirklich durch seine Ausgefallenheit punkten, und an vielen Stellen wirken die Gags nur aufgesetzt und ausgelutscht. Witze mit Schenkelklopfergarantie gibt es keine im Film, und an manchen Stellen fängt Lizenz zum Heiraten sogar an, etwas nervig zu werden. Besonders schlimm ist die Szene, als Ben und Sadie von Reverend Frank zwei Roboterbabys bekommen, um das Elterndasein zu üben und sie schließlich auch noch auf die beiden Kinder ihrer Freunde aufpassen müssen, was auch dementsprechend anstregend für die beiden wird. Doch diese Belastung mit vier Kindern ist nicht nur für die Figuren nervenaufreibend, sondern auch für den Zuseher eine reine Zumutung.

Was Lizenz zum Heiraten zugute kommt, ist, dass die Chemie zwischen den beiden Hauptdarstellern John Krasinski und Mandy Moore offensichtlich stimmt und die beiden auch immer sympathisch bleiben. Zwar bekommt Sadie mitten im Film etwas eigennützige Züge, aber unsympathisch wird sie dadurch noch lange nicht. Als Sidekick wird ihnen ein sichtlich gut gelaunter Robin Williams zur Verfügung gestellt, der zwar seinen Reverend Frank absolut unglaubwürdig und over the top spielt, aber zumindest für Kurzweiligkeit sorgt. Sein Assistent wird von Jungdarsteller Josh Flitter gespielt, der zwar an manchern Stellen nervt, aber auch einige gute Oneliner rauslassen darf.

Der Cast stimmt also im Großen und Ganzen, und für eine romantische Komödie ist dies auch schon die halbe Miete. Lizenz zum Heiraten sorgt für kurzweilige, seichte Unterhaltung und kommt eigentlich ohne wesentlich Durchhänger aus. Natürlich riskiert er dabei gar nichts und bleibt immer schön auf den ausgetretenen Pfaden, aber die meisten Fans von romantischen Komödien wollen auch gar nichts anderes sehen. Die Chemie zwischen den Schauspielern stimmt, wirklich gute Gags sucht man zwar vergebens, aber Lizenz zum Heiraten hält sich zumindest immer im grünen Bereich, was den Unterhaltungswert angeht. Für Fans des Genres empfehlenswert, für alle anderen gibt es jedoch viel bessere Filme im Kino.

Fazit:
Lizenz zum Heiraten ordnet sich den Regeln des Genres vollkommen unter und macht auch gar keinen Hehl daraus. Jeder, der schon einmal eine romantische Komödie gesehen hat, weiß, was im Film passieren wird, und auch, ob Lizenz zum Heiraten etwas für ihn ist oder nicht. Die Chemie zwischen den Schauspielern stimmt und der Film bleibt über seine Laufzeit zumindest kurzweilig und unterhaltsam. Wirklich gelungene Witze gibt es zwar nicht, und in Anbetracht der Konkurrenz kann man sich Lizenz zum Heiraten auch getrost sparen, aber Fans von romantischen Komödien werden sicher auf ihre Kosten kommen.

Wertung:
5/10 Punkte

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