Headhunters (2011)

OT: Hodejegerne - 98 Minuten - Action / Krimi / Thriller
Headhunters (2011)
Kinostart: 13.04.2012
DVD-Start: 21.09.2012 - Blu-ray-Start: 21.09.2012
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Filmkritik zu Headhunters

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Da ist was los im hohen Norden! Henning Mankell, Stieg Larson, Jo Nesbø und wie sie nicht alle heißen mögen, sind aus den Bestsellerlisten und von den Regalen begeistertet Leser nicht mehr wegzudenken. Ersterer hat seine Wallander-Fernsehreihe, zweiterer wurde bereits in Skandinavien verfilmt und hat unlängst auch ein Remake von David Fincher (Verblendung) spendiert bekommen und nun ist Jo Nesbø an der Reihe. Doch die Fans des Autors sollten noch nicht in Verzückung geraten, denn Headhunters entpuppt sich als schwacher und konfuser Thriller, der sich nie so recht entscheiden kann was er denn nun eigentlich sein möchte und deshalb auch nur mäßig unterhält.

Napoleon lässt Grüßen: Eigentlich hätte der smarte Headhunter Roger Brown (Aksel Hennie) alles. Er ist einer der besten seines Fachs, ist mit einer Traumfrau verheiratet und darf die schönen Seiten des Lebens genießen. Doch seine Größe von knapp 1,70m macht ihm dennoch zu schaffen. Vielleicht liegt es auch daran, dass er seiner Frau jeden Wunsch erfüllt, auch wenn das Budget eigentlich nichts mehr hergibt. Und um die aufklaffenden Finanzlöcher zu stopfen macht sich Roger eines seiner Talente zu eigen: seine Menschenkenntnis. Im Gespräch entlockt er seinen Bewerbern so manche Information, um sie später auszurauben. Doch als er an Clas Greve (Nikolaj Coster-Waldau) gerät, hat er sich mit dem Falschen angelegt...

Headhunters versucht klar auf der nordischen Welle, die von der Milleniumtrilogie losgetreten wurde mitzureiten und ebenfalls zum höchst erfolgreichen Thriller zu mutieren. Aber diesem Unterfangen stehen leider einige Probleme entgegen: Diese beginnen bereits bei der Geschichte, die leider nicht einmal ansatzweise mit der cleveren Story von Stieg Larsson mithalten kann und endet bei den Figuren, zu denen man leider nie eine emotionale Bindung aufbauen kann. Und garniert werden diese grundlegenden Störungen noch von einer mäßigen filmischen Umsetzung und vor allem einem abstrusen Genremix, der leider nicht dazu führt, dass Headhunters zum abwechslungsreichen Spannungsfilm wird, sondern ihn eher zum konfusen Kasperltheater degradiert.

Als Zuseher ist man den scheinbar willkürlichen Sprüngen von Regisseur Morten Tyldum ausgesetzt, der seinen Film nie wirklich unter Kontrolle hat und völlig unmotivert die Tonart am laufenden Band durchwechselt. Aus einem Liebesdrama wird eine Komödie, ein Heistfilm und Thriller, der sich schließlich in einem befremdlichen Splatterschauspiel auflöst. Wirklich nahe geht allerdings keine Ebene des Films, was aber auch daran liegen könnte, dass es keinerlei Identifikationsfigur gibt und Hauptdarsteller Aksel Hennie nur den Kotzbrocken vom Dienst mimt, dem man nicht wirklich Empathie entgegen bringen kann. Und angesichts einer solchen Flut an widersprüchlichen Filmhäppchen fällt es als Zuseher auch sehr schwer sich auf den Film einzulassen.

Nicht gerade förderlich ist auch die völlig zerstückelte Struktur der Erzählung. Haarsträubende Wendungen gesellen sich zu den rapiden Genrewechseln und letztendlich führt dieser Ansatz nur zu einem wilden Durcheinander. Headhunters ist leider ein chaotischer Haufen von losen Fäden, die sich nie zu einem großen ganzen zusammen fügen. Es mag ja vielleicht tatsächlich Leute geben, die gerade an dieser unstrukturierten Anarchie der Bilder ihre Freude haben werden, aber wirklich empfehlen kann man Headhunters nicht. Wer einen Drang nach weiterem Thrillermaterial aus Skandinavian hat und viel Geduld mit chaotischen und anarchischen Bilderfluten mitbringt, darf einen Blick riskieren, alle anderen sollten einen Bogen um Headhunters machen.

Fazit:
Headhunters ist ein reichlich chaotischer Genremix, der mit seinen wilden Wendungen, konfusen Stilbrüchen und absurden Momenten reichlich befremdlich wirkt. Im Wesentlichen ist der Film nur eine Sammlung von Einzelmomenten, die nie ein Konzept erkennen lassen und deshalb auch keinen kohärenten Film ergeben. Die Tatsache, dass es keinerlei Identifikationsfigur gibt und sich die inszenatorischen Geschicke von Morten Tyldum sehr in Grenzen halten machen die Sache nicht gerade besser. Wer viel Geduld und Experimentierfreude mitbringt und keinen Wert auf geordnete Strukturen (und durchdachte Konzepte) legt, kann gerne einen vorsichtigen Blick riskieren - alle anderen können sich den Film sparen.

Wertung:
4/10 Punkte
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