Safe House (2012)

OT: Safe House - xx Minuten - Action / Krimi / Mystery / Thriller
Safe House (2012)
Kinostart: 24.02.2012
DVD-Start: 30.11.2011 - Blu-ray-Start: Unbekannt
Will ich sehen
Liste
14640
Bewerten:

Filmkritik zu Safe House

Von am
Hat Tony Scott ein neues Pseudonym? Oder hat er sich gar mit Paul Greengrass zusammengetan um gemeinsam zum Regisseur Daniel Espinosa zu werden? Bereits nach wenigen Minuten ist es nicht mehr schwer zu raten von welchen Filmemachern sich Daniel Espinosa die wesentlichen Aspekte seiner Inszenierung abgeschaut hat. Die treibende Actionästhetik von Tony Scotts letzten Filmen (inklusive Hauptdarsteller Denzel Washington) trifft auf die wilde Wackelkamera und die Nahkampfdynamik eines Paul Greengrass. Doch leider hat man dennoch das Gefühl, dass Espinosa die Geschichte nicht wirklich unter Kontrolle hat und da die wesentlichen Stilelemente schlicht geklaut sind, vergeht auch schnell die Lust sich das mittelmäßige Actiongeplänkel anzusehen.

Matt Weston (Ryan Reynolds) ist ein junger, motivierter CIA-Agent, der auf seinen großen Durchbruch wartet. Denn momentan steckt seine Karriere etwas fest: Er ist für ein Safe House in Kapstadt verantwortlich und langweilt sich seit Monaten, da niemand den Unterschlupf verwendet. Seiner Freundin Ana (Nora Arnezeder) hat er seinen wahren Job natürlich verschwiegen, doch als der ehemalige CIA-Agent Tobin Frost (Denzel Washington), der längst die Seiten gewechselt hat, in Kaptstadt auftaucht, kommt sein Leben deutlich ins Wanken: Um einem Mordkommando zu entgehen flieht Frost in die amerikanische Botschaft, wird dort verhaftet und schließlich ins Safe House von Weston zum Verhör geschafft. Doch bald stellt sich heraus, dass es andere, mächtige Parteien auf Frost abgesehen haben und das Safe House wird zum Angriffsziel...

Safe House beginnt durchaus vielversprechend. Die Flucht von Tobin Frost und sein anschließendes Verhört, gepaart mit der Kompromisslosigkeit in seiner Charakterzeichnung wecken sofort das Interesse an der Figur. Wer ist dieser Mann? Was hat dazu geführt, dass scheinbar jeder Jagd auf ihn macht? Und vor allem: Ist das wirklich einer von den Bösen, oder wurde ihm nur übel mitgespielt? Besonders dank der erneut großartigen Darbietung von Denzel Washington schafft es Safe House zumindest am Beginn durchaus für Spannung zu sorgen. Es dauert aber nicht mehr allzu lange bis sicher der Film in die Bedeutungslosigkeit verabschiedet und sämtliche Klischees des Genres durchspielt.

Denn nicht nur, dass es für die Geschichte nur ein unnötiger Ballast ist auch noch den privaten Hintergrund von Matt Weston zu etablieren und eine Liebesgeschichte anzudeuten, auch der eigentliche Hauptplot hat bald schon nicht mehr wirklich viel zu bieten. Es werden nur die üblichen CIA-Klischees aus dem Handgelenk geschüttelt und man hat ohnehin eher den Eindruck, dass es den Drehbuchautoren nur darum ging immer wieder eine neue Verfolgungsjagd zu ermöglichen. Hier hat der Film außerdem das Problem, dass sich Regisseur Daniel Espinosa zwar augenscheinlich bei Paul Greengrass bedient hat, er aber die Wackelkamera leider nicht halb so gut unter Kontrolle hat. An vielen Stellen wirkt das Geschehen schlicht unübersichtlich und man hat Probleme sich vernünftig in der Action zu orientieren.

Das ist insofern schade, da die Kampfszenen eigentlich ein ganz großer Pluspunkt des Films wären. Man merkt zwar deutlich, dass hier die Bourne Filme Pate standen, aber dieser Umstand ändert nichts daran, dass die unglaublich harten, dynamischen und schlicht sehr realistischen Kämpfe eine absolute Augenweide sind. Man hat hier oftmals nicht das Gefühl, dass zwei Schauspieler eine choreographierte Show abziehen, sondern sieht tatsächlich zwei Figuren die ums nackte Überleben kämpfen. Kampfethos ist unangebracht, Ästhetik irrelevant, stattdessen versucht man nur das eigene Leben zu schützen und das Gegenüber mit allen möglichen Tricks, schnell und kompromisslos zu töten. Diese Kampfszenen sind auch gleichzeitig die Höhepunkte des Films.

Doch leider hat man bei allem Fokus auf die Kämpfe vergessen auch eine halbwegs interessante Geschichte zu erzählen. Alles was man gezeigt bekommt sind unmotiviert vorgetragene Klischees. Man muss kein Genie sein um herauszufinden, dass es innerhalb der CIA einen Verrat gegeben hat - und bald beschränkt sich die Auswahl auf zwei Möglichkeiten bei denen auch nicht schwer zu erahnen ist wer nun der Strippenzieher ist. Das ist insofern schade, da Daniel Espinosa einige wirklich gute Darsteller zur Verfügung hätte. Doch der einzige der sich wirklich von seiner besten Seite zeigt ist Denzel Washington, dem es immer wieder gelingt unter schwierigsten Umständen eine famose Performance hervor zu zaubern. Washington ist in Folge auch der einzige Grund sich den Film anzusehen, da es einfach Spaß macht ihm zuzusehen. Ryan Reynolds bleibt eine akzeptable Identifikationsfigur, aber Brendan Gleeson und Vera Farmiga werden schlicht verheizt.

Fazit:
Safe House ist ein sehr mittelmäßiger CIA-Thriller, bei dem sich Regisseur Daniel Espinosa sichtlich an den Arbeiten eines Tony Scott und Paul Greengrass inspiriert hat, aber ohne die Qualitäten dieser beiden Regisseure wirklich zu verstehen. Seine Wackelkamera wirkt oft unübersichtlich und die Story ist im Prinzip nur ein Versatzstück aus den üblichen Agentenfilmklischees. Zwei Dinge werten den Film aber auf: Das wären zum einen die wirklich gut inszenierten Nahkampfszenen, die vor allem durch ihre Kompromisslosigkeit überzeugen (und dabei durchaus an die Bourne Filme erinnern) und die ausgezeichnete Darstellerleistung von Denzel Washington. Ansonsten ist Safe House ein mittelmäßiger Film, den man nicht unbedingt gesehen haben muss.

Wertung:
5/10 Punkte
Filmering.at
Community
Ø Wertung: 6.4/10 | Kritiken: 1 | Wertungen: 11
10 /10
18%
9 /10
0%
8 /10
0%
7 /10
18%
6 /10
27%
5 /10
18%
4 /10
18%
3 /10
0%
2 /10
0%
1 /10
0%
Vielleicht interessiert dich auch
Stirb langsam - Jetzt erst recht (1995)
The Fast and the Furious (2001)
S.W.A.T. - Die Spezialeinheit (2003)
Bad Boys - Harte Jungs (1995)
Backdraft - Männer, die durchs Feuer gehen (1991)
Gothika (2003)
Colombiana (2011)
Vier Brüder (2005)
Alle Empfehlungen anzeigen
Der Film ist in diesen Listen
Will ich sehen
Liste von Missdavies
Erstellt: 18.10.2015