![]() ![]() Young Adult OT: Young Adult Regie: Jason Reitman Drehbuch: Diablo Cody Darsteller: Charlize Theron, Patton Oswalt, Patrick Wilson, Elizabeth Reaser, Collette Wolfe, Jill Eikenberry, Richard Bekins, Mary Beth Hurt, Kate Nowlin, Jenny Dare Paulin Filmstart: 24.02.2012 | Laufzeit: | Komödie-Drama |
Einst war Mavis Gary (Charlize Theron) das begehrteste Mädchen der gesamten High-School. Alle Jungs waren verrückt nach ihr, die Welt stand ihr offen. Jetzt ist sie 37 Jahre alt. Und steht vor einem Trümmerhaufen: Sie ist frisch geschieden, die Jugendbuchreihe, die sie als Ghostwriterin verfasst, soll eingestellt werden, sie trinkt eindeutig zu viel, das Leben zieht an ihr vorbei. Bis sie erfährt, dass Buddy Slade (Patrick Wilson), ihre große Jugendliebe von damals, Vater geworden ist. Mavis weiß, was sie zu tun hat: Sie will ihn aus seinem spießigen Familienleben befreien und endlich das Leben mit ihm leben, das sie sich immer an seiner Seite erträumt hat. Doch die Rückkehr in ihre Vergangenheit erweist sich als viel schwieriger als gedacht. Verständnis wird ihr ausgerechnet von ihrem ehemaligen Klassenkameraden Matt (Patton Oswalt) entgegen gebracht, ein wenig attraktiver Außenseiter, der die Vergangenheit ebenfalls nicht abschütteln kann. Doch kein noch so guter Rat kann Mavis von ihrem Plan abbringen, Buddys Liebe zurückzuerobern...
Dabei stellt sich bei genauerer Betrachtung die Erkenntnis ein, dass der Film auch als radikal aufrichtige Anti-Rom-Com funktioniert. All jene Aspekte, die romantische Komödien ausmachen, werden durch die Unfähigkeit und der falschen Selbstwahrnehmung Mavis’ untergraben und verdreht. Das (nach hinten los gehende) Liebesgeständnis, der nächtliche Kuss (im Alkoholrausch) vor der Haustür, die (brutal ernüchternden) aufmunternden Worte eines Freundes sind nur einige Beispiele. Diese kompromisslose Ehrlichkeit zieht sich wie ein roter Faden durch den Film und diese Ehrlichkeit ist es auch, die den grenzwertigen Charme des Films ausmacht.
Fazit:
Eine bestens aufgelegte und sagenhaft bösartige Charlize Theron, unterstützt von einem hinreißenden Patton Oswalt, gepaart mit bissigem Humor und zynisch dekorierten Untertönen in den Dialogen machen aus Young Adult eine stockdunkle Komödie für Erwachsene, die dem Zuseher über weite Strecken wesentlich unangenehmer sein wird als ihm lieb ist. Abgesehen von einigen nicht nachvollziehbaren Motiven der Charaktere und von Szenen die sich aufgrund ihrer Undifferenziertheit immer wieder zu wiederholen scheinen, ist die Charakterstudie näher am Leben als so manches Drama. Dafür sorgt nicht zuletzt das Katharsis-freie Ende, das den Zuschauer verdutzt und zwiegespalten im Kinosaal zurück lässt: Dramaturgisch hat der Schluss so keinen Sinn gemacht, realistisch betrachtet war es die vollkommen richtige Entscheidung.
Wertung:
7/10 Punkte

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