![]() ![]() Jonas OT: Jonas Regie: Robert Wilde Drehbuch: Christian Ulmen, Johannes Boss Darsteller: Christian Ulmen Filmstart: 20.01.2012 | Laufzeit: | Komödie |
Der Film begleitet den 18-jährigen Schüler Jonas (Christian Ulmen), der im Laufe seiner Schulkarriere des Öfteren sitzengeblieben ist und seine letzte Chance auf einen ordentlichen Schulabschluss nun in der Aufnahme an der Brandenburger Gesamtschule Paul-Dessau sieht. Dabei wird er mit typischen Problemen eines Jugendlichen konfrontiert, sei es das Finden von neuen Freunden, eine unerwiderte Liebe oder aber die unergründlichen Tiefen der Mathematik.
Durch die Mischung aus fiktionalem Charakter und realer Umgebung, also der Verbindung von Fiktion und Dokumentarfilm ergeben sich jedoch vor allem im anforderungsreichen Format des Kinofilms einige Schwierigkeiten. Durch das, der Natur des Filmgenres entsprechend kaum vorhandene Drehbuch, das sich ganz nach der Idee des Projekts im Laufe der Handlung sozusagen selbst schreibt, kommt es durchaus zu interessanten und amüsanten Begegnungen, die natürlich wirken. Jedoch fehlt der Geschichte rund um den Sitzenbleiber dadurch leider eine gewisse Dynamik, um die Geschichte voranzutreiben und eine Spannung aufzubauen, wodurch sich schon relativ früh eine Langatmigkeit einstellt. Somit geht Jonas im Rahmen des über 100-minütigen Kinofilms eher unter und schafft es trotz des persönlichen Bezugs, die jeder von uns durch Erinnerungen an die eigene Schulzeit hat, nicht, den Zuseher zu fesseln bzw. das Interesse am Geschehen des Films aufrecht zu erhalten. Auch der gewohnte und erwartete Witz Christian Ulmens kommt unter der Fassade seiner Rolle nicht wirklich zum Vorschein, weshalb im Film hauptsächlich eine seltene Situationskomik überwiegt.
Insgesamt erscheint Ulmens Idee und die gemeinsame Umsetzung mit Regisseur Robert Wilde zwar auf den ersten Blick ganz interessant und lockt mit dem Untertitel „Stell dir vor, es ist Schule und du musst wieder hin!“. Nach einiger Zeit erlischt allerdings die Faszination über die Einbettung einer fiktionalen Figur in eine real, dokumentierte Umgebung. So kommt leider relativ früh die ausbleibende Spannung der Geschichte zum Vorschein, sodass man sich als Zuseher gegen Ende fast schon in der Rolle eines gezwungenen Beobachters wiederfindet.
Fazit:
Die Mockumentary Jonas, die in Zusammenarbeit von Regisseur Robert Wilde und Christian Ulmen entstand, reizt als filmisches Experiment, in dem sich der fiktionale Charakter Jonas, der auch gleich von Ulmen verkörpert wird, in der Umgebung einer realen Gesamtschule mit echten Schülern und Lehrern dem harten Schulalltag stellen muss, und macht neugierig. Der Film wirkt im Sinne eines Dokumentarfilms auch durchaus authentisch, schafft es – trotz oder gerade wegen seines speziellen Genres – jedoch nicht, seine thematischen Möglichkeiten auszuloten. So bleibt die Geschichte ohne die nötige Spannung eher trocken und scheint eher für einen alternativen Filmeabend zuhause geeignet als das Kinoformat füllend.
Wertung:
3/10 Punkte
15.12.2011 - Jonas - Deutscher Trailer
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