![]() ![]() Verblendung OT: The Girl with the Dragon Tattoo Regie: David Fincher Drehbuch: Steven Zaillian Darsteller: Daniel Craig, Rooney Mara, Robin Wright, Stellan Skarsgård, Christopher Plummer, Joely Richardson, Embeth Davidtz, Goran Visnjic, Joel Kinnaman, Elodie Yung Filmstart: 13.01.2012 | Laufzeit: | Drama-Thriller |
Mikael Blomkvist (Daniel Craig) ist ein hoch angesehener und integrer Journalist beim Qualitätsmagazin Millenium. Nachdem er allerdings einen schockierenden Artikel über einen kriminellen Geschäftsmann geschrieben hat und schließlich vor Gericht seine Quellen nicht belegen konnte ist seine Reputation erst einmal dahin. Just in diesem Moment meldet sich der schwer reiche Großindustrielle Henrik Vanger (Christopher Plummer) bei Blomkvist und bietet ihm einen Job an: Vor Jahren ist seine Nichte Harriet spurlos verschwunden. Henrik geht davon aus, dass sie ermordet wurde und dass der Mörder aus den Reihen seiner Famile stammt. Blomkvist soll Nachforschungen anstellen unter dem Vorwand eine Biographie über Vanger zu schreiben. Dazu muss er während des eisigen Winters zum abgelegenen Anwesen der Familie fahren und sein altes Leben hinter sich lassen. Zur Seite steht im dabei die unkonventionelle Hackerin Lisbeth Salander (Rooney Mara), mit der er gemeinsam auf schreckliche Geheimnisse in der Vergangenheit stößt...
Zunächst zu den positiven Aspekten: Fincher versucht die Dunkelheit der Geschichte weitaus ambitionierter wiederzugeben und beweist in seiner Inszenierung viel mehr Mut und künstlerische Ambition als dies Niels Arden Oplev geschafft hat. Ein weiteres Highlight ist der grandiose Soundtrack von Nine Inch Nails Frontmann Trent Reznor, der nach seiner oscarprämierten Arbeit in The Social Network erneut einen Score für Fincher komponiert hat. Und die Musik legt sich in Verblendung wie eine zweite Haut um die Bilder und hält nicht nur den gesamten Film auf amtosphärischer Ebene zusammen, sondern liefert beinahe eine Leine an der sich der Zuseher durch die Geschichte tasten kann. Es ist schlicht umwerfend was Reznor hier wieder geleistet hat und zumindest in diesem Punkt ist Verblendung dem Original deutlich überlegen. Dies deutet der Film auch bereits im spektakulären Intro an, das quasi als Musikvideo konzepiert ist und bereits einen ersten Einblick in den Stil des Films erlaubt.
An vielen anderen Stellen hat man als Kenner der ersten Verfilmung außerdem gewaltige Dejavu-Momente. Manche Schlüsselstellen sind fast 1:1 übernommen und selbst die Dialoge klingen seltsam vertraut. Man kann vielleicht argumentieren, dass dies bei einem Remake (bzw. einer neuerlichen Literaturverfilmung) durchaus erwartbar war, aber im Falle von Verblendung zeigt dies leider nur aufs Neue, dass es vielleicht gar nicht so sinnvoll war die Geschichte bereits nach so kurzer Zeit erneut zu verfilmen - denn gerade wenn man das Original gesehen hat wäre es vielleicht nicht schlecht gewesen, wenn etwas Zeit zwischen den beiden Filmen gelegen hätte. Denn man muss schon sagen, dass Finchers Verblendung sich viel zu wenig von der ersten Verfilmung distanziert um wirklich Spannung zu erzeugen.
Fazit:
David Finchers Verblendung ist künstlerisch ambitionierter als das Original, hat ein großartiges Intro und einen wunderbaren Soundtrack von Trent Reznor, der wie eine emotionale Lebenslinie unter allen Szenen pulsiert - aber dennoch ist das Original der bessere Film. Das liegt zum einen daran, dass in der ersten Verfilmung die Ermittlungsarbeit spannender geschildert wurde und zum anderen, dass die Atmosphäre weitaus einnehmender war. Außerdem ist es doch enttäuschend zu sehen, dass fast alle Schlüsselszenen sehr ähnlich sind und sich Fincher nicht getraut hat etwas Neues zu versuchen (selbst an den Stellen an denen es dem Stoff merklich gut getan hätte). In Summe ist Verblendung dennoch ein guter Film, der aber vor allem für all jene interessant sein dürfte, die das Original noch nicht gesehen haben.
Wertung:
7/10 Punkte

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