Darkest Hour (2011)

OT: The Darkest Hour - 89 Minuten - Action / Horror / SciFi / Thriller
Darkest Hour (2011)
Kinostart: 29.12.2011
DVD-Start: Unbekannt - Blu-ray-Start: Unbekannt
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Filmkritik zu Darkest Hour

Von am
Dass der Regisseur Chris Gorak, der sich bisher als Production Designer und Art Director mit Filmen wie Fight Club oder Minority Report einen Namen gemacht hat, dystopische Szenarien gut in Szene setzen kann, hat er mit seinem minimalistischen Regiedebüt Right At Your Door bewiesen. Nun versucht er sich an der russisch-amerikanischen Co-Produktion The Darkest Hour. Dabei setzt er auf einen originellen Ansatz was die Aliens betrifft, greift aber auf bewährte Schemata zurück was die Charaktere und das Drehbuch anbelangt und dieser Ansatz erweist sich letztendlich als Fehlgriff. Denn nach der Invasion der Aliens bleibt in der diegetischen Welt wie im nicht-diegetischen Kinosaal eines zurück: Der fahle Beigeschmack der grauen Asche.

Moskau - Fünf junge Leute genießen das pulsierende Leben der faszinierenden Metropole, als eine fremde Intelligenz die Menschheit auf außergewöhnliche Weise angreift: Sie reißt die Kontrolle über die Elektrizität an sich und setzt diese als tödliche Waffe ein. Durch die Flucht in den Moskauer Untergrund gelingt es den Freunden (u.a. Emile Hirsch, Olivia Thirlby, Max Minghella, Rachel Taylor) zunächst zu überleben. Doch als sie Tage später ihr Versteck verlassen, hat sich die vibrierende Metropole in eine Geisterstadt verwandelt und die Gefahr ist noch nicht gebannt. Der Gruppe bleibt nur eine Chance: Sie müssen andere Überlebende finden, um sich dem Kampf gegen die fremde Macht stellen zu können...

Gleich von Beginn an wird in The Darkest Hour unmissverständlich klar gemacht, an welche Zielgruppe sich der Film richtet. Die zwei jungen, angehenden Enterpreneure, die im Rahmen ihres Produktes nach Moskau reisen, treffen umgehend auf zwei hübsche, gleichaltrige Mädchen die gerade auf Urlaub sind. Die junge Gruppe feiert sich selbst und das Leben, das sich in den nächsten Momenten unerwartet schlagartig ändern wird. Unterstützt wird die Einleitung der Charaktere von einem penetranten Product-Placement für McDonalds, dessen gelbes Logo ironischer Weise an die Farbe der invasierenden Aliens erinnert. Trotzdem ist dem Beginn anzurechnen, dass er trotz der großen und aufwändigen Produktion ein feines Gespür für die Gegenwart vermittelt. Das Bedürfnis nach Zerstreuung und gleichzeitig beruflichem Erfolg greift in der Einleitung den aktuellen, juvenilen Zeitgeist auf. Allerdings war’s das vorerst mit jugendlicher Reflexion, denn die Protagonisten haben andere Probleme wie sich bald herausstellt.

Nach einer etwas unbeholfenen Einleitung scheint The Darkest Hour wieder an Boden zu gewinnen.  Nachdem die Aliens frei nach „Occupy Moskau“ die Stadt besetzen muss die Gruppe erst einmal in Erfahrung bringen, womit sie es eigentlich zu tun haben. Dass ihnen kein Wissenschaftler, General oder alienerprobter Freak zur Seite steht und sie quasi auf sich allein gestellt sind, wird stimmig dargestellt. Der Regisseur bricht das elektrifizierende Thema gekonnt auf den kleinsten Nenner, sodass die Erkenntnisse der Protagonisten über ihre Feinde schlüssig ausfallen. Die (visuelle) Idee ist originell, es gibt ein paar nette Szenen die das Thema ausreizen, am Ende wird das Potential aber nicht zur Gänze ausgespielt. Es machen sich leider auch einige inszenatorische Unsicherheiten breit. Die visuelle Gestaltung der Point-of-View Einstellungen der Aliens sind recht einfach gehalten, während sich die getöteten Menschen in ansehnlich staubiger & funkelnder Asche auflösen. Der 3D Effekt wird nach einem katastrophalen Start im Laufe des Films immer besser eingesetzt. Anfänglich verfremdet der 3D Effekt, scheinbar zweckfrei und unnötig künstlich, das Geschehen. Die Frage, warum der Regisseur während unwichtigen Dialogen Raumtiefe erzeugen will, verliert sich in selbigem. Mit der vom Himmel rieselnden Asche und den luminösen Lichteffekten dagegen korrespondiert die dritte Dimension hervorragend.

The Darkest Hour versucht sich mit seinem russischen Schauplatz, seinem russischen Produzenten (Timur Bekmambetov) und den russischen Darstellern an einer durch und durch russische Perspektive. Dass dies nicht gelingt ist zum einen dem Cast, der im Kern aus bekannten US-Schauspielern wie etwa Emile Hirsch zusammengewürfelt wurde, zu verschulden und zum anderen wohl Bekmambetov, der sich immer mehr an Hollywood orientiert. Russische Darsteller erhalten im Film nur Nebenrollen als brillante Einsiedler oder als phrasendreschende Relikte des kalten Krieges. Auf Stereotypen wird auch hier nicht verzichtet. Dabei bleibt die darstellerische Leistung der Schauspieler, auch durch die holprigen Dialoge, stets bescheiden am Boden. Das hat wohl auch der Kameramann gemerkt, sind richtige Close-Ups im Film eher Mangelware. Dadurch kann auch nicht wirklich ein Gefühl von Nähe entstehen und der Zuseher bleibt, wie die Charaktere im Film, gänzlich auf sich allein gestellt.

Fazit:
The Darkest Hour vermag über eine farblose Anbiederung an Hollywood Konventionen nicht hinweg zu täuschen. Diese erleuchtende Erkenntnis überkommt den Zuseher früher oder später, wird doch nach einem recht konventionellen Schema eine Alien Invasion in russischem Setting gezeigt. Das Potential einer russischen Sichtweise wird dabei nicht ausgeschöpft, sondern eher im Gegenteil in die zweite Reihe zurückgestellt. The Darkest Hour ist ein moderner Versuch, eine junge Zielgruppe in das Metier von invasierenden Aliens einzuführen scheitert aber an seinem Mangel an Spannung, inszenatorischer Einheitlichkeit und überzeugenden Schauspielern.

Wertung:
5/10 Punkte
Filmering.at
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