![]() ![]() Mission: Impossible 4 - Phantom Protokoll OT: Mission: Impossible - Ghost Protocol Regie: Brad Bird Darsteller: Tom Cruise, Jeremy Renner, Paula Patton, Simon Pegg, Ving Rhames, Tom Wilkinson, Josh Holloway, Léa Seydoux, Michael Nyqvist, Anil Kapoor Filmstart: 16.12.2011 | Laufzeit: | Action-Abenteuer-Thriller |
Ethan Hunt (Tom Cruise) sitzt in einem russischen Gefängnis. Das will die IMF natürlich nicht auf sich sitzen lassen, also sorgen Technikexperte Benji Dunn (Simon Pegg) und die talentierte Jane Carter (Paula Patton) für einen reibungslosen Ausbruch. Nun müssen sie versuchen die Scherben der letzten gescheiterten IMF Mission zu kitten: Nachdem Agent Hallaway (Josh Holloway) getötet wurde, fielen einige Atomwaffencodes in die Hände von Bösewicht Cobolt (Michael Nyqvist). Die erste Spur zu dem Verbrecher führt Hunt und sein neues Team direkt in den Kreml, wo sie eine heikle Infiltration starten. Doch Cobolt lässt die verdeckte Operation auffliegen und jagt den Kreml in die Luft. Die Schuldigen sind auch schnell ausgemacht: Hunt und sein Team stehen im Fadenkreuz und die Beziehungen zwischen den USA und Russland liegen auf Eis, was dazu führt, dass der Präsident das IMF schließen lässt. Hunt bleibt nicht mehr viel Zeit seinen Namen rein zu waschen...
Doch diese Gerüchte scheinen zum jetztigen Zeitpunkt etwas weit hergeholt zu sein. Mission: Impossible ist immer noch klar von Tom Cruise geprägt und in Anbetracht der Inszenierung fällt es schwer zu glauben, dass man hier versucht hat einen neuen Hauptdarsteller zu etablieren - dazu wurde Tom Cruise viel zu sehr als klarer Held in Stellung gebracht. Neuzugang Jeremy Renner (Oscar-nominiert für The Hurt Locker und The Town) macht seine Sache wirklich gut, fügt sich sehr schön in das IMF Team ein und darf getrost als großer Gewinn gegenüber den Vorgängern verbucht werden. Auch den restlichen Darstellern kann man für sich genommen keinen großen Vorwurf machen: Tom Cruise funktioniert als tougher Agent, Simon Pegg als spaßiger Sidekick und Paula Patton als Blickfang. Doch die Kombination funktioniert leider gar nicht.
Dazu passt auch, dass die Story mit der Rastlosigkeit eines Getriebenen erzählt wird. Man hat das Gefühl, dass Brad Bird mit dem Rücken an der Wand steht und in seiner Not immer weiter aufs Gas steigen muss. Das kann jetzt zweierlei Wirkung haben: Wer sich auf den Stil des Films einlässt, bekommt eine temporeiche Hetzjagd um den Globus geboten, wer aber nicht in die Geschichte kippt, der wird mit jeder weiteren Sekunde noch weiter weggestoßen. Und dann kann es auch schon einmal passieren, dass der eigentlich sehr schnell erzählte Film recht langweilig wird und sich die (doch recht lange) Laufzeit wie eine Ewigkeit anfühlt. Dazu trägt aber sicherlich auch bei, dass Brad Bird seine Tugenden als Regisseur scheinbar bei Pixar vergessen hat.
Das führt wiederum auch dazu, dass man die eigentlichen Handlungen der Hauptfiguren zwar hinnimmt, sich aber nie ein konsequenter roter Faden erkennen lässt. Man hat viel eher das Gefühl, dass man das IMF Team an möglichst viele, möglichst beeindruckende Orte rund um den Globus positionieren wollte, damit sie dort in üblicher Manier der Reihe irgendwo möglichst ausgeklügelt einbrechen können. Warum sie das allerdings gerade tun und wie sich das mit der restlichen Story verbinden lässt scheint gar nicht so wichtig zu sein. Dies alles führt leider dazu, dass sich die verschiedenen Einzelteile des Films völlig gegeneinander ausbremsen und sich nie ein großes Ganzes entwickelt. Wer dumpfe Action und dämliche Sprüche sucht, mag dem Film vielleicht einen kurzweiligen Abend entlocken, aber alle anderen können sich diese verkorkste Blockbustermischung aus der Tüte auch gerne sparen.
Fazit:
Mission: Impossible - Phantom Protokoll ist leider ein Film der vergebenen Chancen. Man hat mit Brad Bird einen großen Geschichtenerzähler am Regiestuhl, lässt ihn aber nur abstruse Einzelmomente abfilmen, die sich in Summe höchstens zu einem Groschenroman zusammenfügen. Das Wichtigste scheint es zu sein die Haupdarsteller an möglichst viele exotische Orte zu befördern, wo sie auf möglichst spektakuläre Weise irgendwo einbrechen müssen. Zu einer Story fügt sich das aber nicht zusammen - was aber auch daran liegen könnte, dass Bösewicht Cobalt nur ein Abziehbildchen aus einem Kalten-Kriegs-Szenario ist und kaum Screentime bekommt. Hinzu kommt ein Stil der abstruste Actionszenen mit auflockerndem Humor paart aber gleichzeitig trotzdem darauf abzielt, dass man die Geschichte irgendwie ernst nimmt. Exemplarisch für diese chaotische Mischung auch die verschiedenen Schauspielstile im Film: Während Tom Cruise bierernst in einem Agententhriller spielt, scheint Simon Pegg in einer Komödie zu agieren und Jeremy Renner ordnet sich irgendwo dazwischen ein. Das ganze führt zu einem reichlich unausgegorenem Durcheinander, das leider nicht überzeugt und auch noch deutlich zu lange braucht um endlich zu einem Ende zu finden.
Wertung:
4/10 Punkte

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