The Game

OT: -  123 Minuten -  Thriller
The Game
Kinostart: 20.11.1997
DVD-Start: Unbekannt - Blu-ray-Start: Unbekannt
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Filmkritik zu The Game

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David Fincher ist, um es kurz zu sagen ein Regievirtuose. Nach seinem wenig beachteten Erstling Alien 3, gönnte er sich eine lange Pause und startete schließlich mit Sieben voll durch. Dieser ist längst ein Klassiker der Filmgeschichte und gilt neben Das Schweigen der Lämmer, noch immer als bester Serienkillerfilm aller Zeiten. Dementsprechend groß waren auch die Erwartungen auf das Folgewerk von Sieben. Dies war der hier besprochene Film The Game, der zwar nicht ganz die Klasse von Sieben erreicht, aber immer noch ein herausragender Film ist, der von Anfang an atemberaubend spannend ist.

Nicolas Van Orten (Michael Douglas) ist ein reicher Investmentbanker, der zwar auf beruflicher Ebene erfolgreich ist, aber im privaten Leben nicht viel aufzuweisen hat. Dies ist auch seinem Bruder Conrad (Sean Penn) nicht entgangen und so macht ihm dieser zu seinem 48. Geburtstag ein besonderes Geschenk. Er hat ihm einen Gutschein für die Firma CRS besorgt, die ein besonderes Spiel verkauft, wobei niemand Nicolas verraten möchte um was es eigentlich genau geht. Sein Interesse wird damit allerdings etwas geweckt und so begibt er sich zu der besagten Firma um die Aufnahmetests zu absolvieren. Einige Tage später bekommt er einen Anruf, dass er abgelehnt wurde, doch die Umstände lassen ihn vermuten dass sein Spiel längst begonnen hat...

Ähnlich wie bei seinen Meisterwerken Sieben und Fight Club, setzt David Fincher auch bei The Game auf eine sehr dunkle Optik, die dem Film eine spezielle, düstere Atmosphäre verleiht. Man braucht sich hierbei nicht viel vorzumachen: Die Weltklasse von Sieben oder Fight Club, erreicht Fincher mit The Game nicht, aber ein ausgezeichneter Film ist es dennoch geworden. Dies liegt neben der gekonnten und bemerkenswerten Inszenierung von Fincher vor allem am knackigen Score von Howard Shore, der superben Darstellerriege, und vor allem am doppelbödigen und kreativen Drehbuch.

Zu Beginn wird der Zuseher in die Welt der Hauptfigur Nicolas Van Orten eingeführt, und er wird ihm auch den restlichen Film nicht mehr von der Seite weichen. The Game ist ein Film der nur funktioniert, weil der Zuseher genauso wenig wie die Hauptfigur weiß. Die gesamte Spannung resultiert daraus, dass man in einer absolut ungewissen Situation steckt, und nur erahnen kann was gerade vor sich geht. Es ist dabei sehr schön gelungen die Grenzen zu verwischen, sodass man sich schwer tut zwischen Spiel und Realität zu unterscheiden.

Diese Unklarheiten wurden auch bis zum Ende aufrecht gehalten und als Zuseher weiß man bis zum Ende nicht was denn nun wirklich vor sich geht. Das Ende selbst ist dann ein Paukenschlag mit dem wohl nur die wenigsten gerechnet hätten. Das Finale geht dabei den idealen Weg und bringt die Geschichte perfekt zu Ende. Es ist nicht nur überraschend, sondern bei genauerer Überlegung auch das plausibelste Ende. Natürlich ist dieser Boom-Effekt nur beim ersten Mal vorhanden, aber diesen Umstand könnte man auch Sieben und Fight Club vorhalten, und auch nach mehrmaligen Ansehen macht The Game noch sehr viel Spaß.

Die Darsteller leisten dabei einen beträchtlichen Beitrag zum Gelingen des Films. Michael Douglas scheint seit seinem Oscargewinn für seine Rolle als Gordon Gekko in Wall Street, die Rolle des gefühllosen Geschäftsmann gepachtet zu haben. Positiv ist jedoch dass er solche Rollen so gut wie kein Zweiter spielen kann. Alleine seine Ausstrahlung spricht Bände was das Innere seiner Figur angeht und im späteren Verlauf des Films kann er auch die Charakterwandlung von Nicolas glaubhaft darstellen. An seiner Seite überzeugt Sean Penn, der sowieso alles spielen kann, in der Rolle von Nicolas' Bruder und bringt noch zusätzlichen Schwung in die Geschichte.

Das einzige was man The Game wirklich vorwerfen kann, sind seine Logiklöcher. Zwar will ich gar nicht abstreiten dass die Geschichte mit viel Glück möglich wäre, aber rückblickend wirken die Eskapaden von CRS doch sehr unglaubwürdig. Doch dies kann man verschmerzen, da Fincher mit dem Thema sehr gut umgegangen ist und Michael Douglas auch selbstreflektiv über die kreativen Ideen von CRS schmunzeln lässt. Ausserdem werden diese Logiklöcher durch das rasante Tempo perfekt überspielt und die dadurch entstehende Spannung tröstet problemlos über die Defizide hinweg. The Game ist auf jedenfall ein von vorne bis hinten spannender und mitreissender Thriller, der auch nach mehrmaligen Ansehen noch Spaß macht.

Fazit:
The Game ist ein perfekt durchkonstruierter Thriller, der auch nach mehrmaligen Ansehen noch ungeheuer viel Spaß macht und bis zum Ende undurchschaubar bleibt. Das Ende kann sich dabei getrost in die Reihe der virtuosen Finale alá Sieben und Fight Club einreihen und liefert den perfekten Ausgang der Geschichte. Alle Darsteller agieren aussergewöhnlich gut und das Drehbuch ist ein Sammelsurium an wundervollen und kreativen Einfällen die The Game in die hohen Thrillersphären befördern. Lediglich die aufkeimenden Logiklöcher verhindern die große Klasse von Sieben und Fight Club. Dennoch bleibt The Game ein Pflichttermin den man sich nicht entgehen lassen sollte.

Wertung:
9/10 Punkte

Filmering.at
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Ø Wertung: 8.2/10 | Kritiken: 1 | Wertungen: 59
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