All Flowers in Time (2010)

OT: All Flowers in Time - 14 Minuten - Kurzfilm / Fantasy / Horror / SciFi / Thriller
All Flowers in Time (2010)
Kinostart: Unbekannt
DVD-Start: Unbekannt - Blu-ray-Start: Unbekannt
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Filmkritik zu All Flowers in Time

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Mit seinem Filmdebüt Tarnation (2003), in dem Regisseur Jonathan Caouette auf autobiografische Weise mit über eine Dauer von 20 Jahre entstandenen Dokumentarfilmmaterial die Geschichte seines eigenen Lebens erzählt, gewann der Filmemacher Filmpreise, darunter „Best Documentary“ beim London International Film Festival, und machte sich damit im Business erstmals einen Namen. Nun legt er mit seinem neusten Werk, dem Kurzfilm All Flowers in Time, mit einer Mischung aus Horror-, Science-Fiction- sowie Komödienelementen nach.

Der eigentliche Kern des Films behandelt die Frage, was es mit der roten Färbung der Pupille auf Fotografien auf sich hat und ob es sich dabei um kleine Feen oder doch eher bösartige Dämonen handelt, wobei diese auf den ersten Blick nicht unbedingt in Zusammenhang mit allen Szenen des Films steht. Zu Beginn des Films findet man sich in einer Situation wieder, in der ein alter Mann einem jungen Paar gegenübersitzt und fragt, ob sie denn wissen, was sie hier täten. Die Frau antwortet zunächst, wirkt aber dennoch abwesend. Darauf folgt eine Sequenz, in der eine dänische Fernsehshow junge Zuseher dazu bringt, zu glauben, man könne sich in andere Menschen und Monster verwandeln. So bringt Holly (Chloe Sevigny) einem kleinen Jungen bei, verzerrte und gruselige Fratzen zu schneiden. Der Film arbeitet mit vielen surrealen und scheinbar voneinander unabhängigen Bildern, sodass man sich zunächst nicht sicher ist, was man von dem Gezeigten zu halten hat und nicht ohne Grund an den Stil eines David Lynchs erinnert wird.

Der Film ähnelt eher einer (Alb-)Traumsequenz ohne wirkliche Storyline als einer strukturierten Geschichte. Mit seinen eindringlichen und wirkungsvollen Bildern hinterlässt der Film jedoch bleibende Eindrücke, die mindestens genauso viel Stimmung vermitteln wie eine gut aufgebaute Handlung mit ausgearbeiteten Charakteren, auch wenn sich die entstehende Atmosphäre im Film nur schwer einordnen lässt. Mit seinem Rahmen von 14 Minuten wirkt der Experimentalfilm in seiner Intention zwar geheimnisvoll und lässt viele Fragen offen, diese benötigen jedoch im Gesamtbild nicht notwendigerweise eine Antwort.

Neben Chloe Sevigny (Mr. Nice, 2010), die für ihre Liebe zu Rollen in Indie-Filmen bekannt ist und in All Flowers in Time Holly verkörpert, treten unter anderem der Jungschauspieler Chandler Frantz als ihr Filmpartner sowie Jonathan Caouettes Großvater Joshua Caouette in Erscheinung und bestärken den Film mit ihren Darstellungen in seiner Wirkung.

Fazit:
Als Experimentalfilm von Regisseur Jonathan Caouette besticht All Flowers in Time durch eine Mischung aus Science-Fiction und Horror vor allem mit seinen eindrucks- und effektvoll inszenierten Bildern. Mit seiner faszinierenden Behandlung der Thematik rund um den „Rote-Augen-Effekt“ beeindruckt der Film in seiner Erscheinung als Kombination aus Erinnerung und (Alb-)Traum und lässt dem Zuseher viel Spielraum, selbst zu interpretieren.


Wertung:
8/10 Punkte

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