Slow Action (2011)

OT: Slow Action - 45 Minuten - SciFi
Slow Action (2011)
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Kinostart: Unbekannt
DVD-Start: 06.12.2013 - Blu-ray-Start: Unbekannt
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Filmkritik zu Slow Action

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Mit Slow Action, als eine Mischung aus dokumentarischem und fiktionalem Werk, versucht Regisseur und Experimentalfilmemacher Ben Rivers die utopischen Eindrücke vierer, von der Gesellschaft isolierten Inseln – Eleven, Hira, Kanzennashima und Somerset – einzufangen.

Der postapokalyptische Dokumentarfilm mit fiktionalen Anteilen ist wie schon erwähnt in vier Kapitel unterteilt, in denen jeweils eine Insel mit ihren geografischen Gegebenheiten vorgestellt wird. Dabei werden vor allem die Besonderheiten der gezeigten Ökosysteme und deren Entwicklung abseits von der gesellschaftlichen Einflüssen in einer futuristischen Realität nach dem Steigen des Wasserpegels beleuchtet. Im ersten Abschnitt, der die Insel „Eleven“ zeigt, werden im Gegensatz zu den folgenden drei Episoden des Films in die natürlichen Steinlandschaften  an einigen Stellen leuchtende, geometrische Figuren eingefügt, die einerseits den fiktionalen Faktor des Films mit seiner genutzten Möglichkeit der Inszenierung hervorhebt und andererseits generell den menschlichen Eingriff in Naturlandschaften andeutet. Im Kapitel „Kanzennashima“, in dem die gleichnamige Insel vorgestellt wird, sind große, unbewohnte Wohnblöcke zu sehen, die jedoch eher Ruinen gleichen und die Insel mit solchen als vergangenen und utopischen Lebensraum manifestieren.

 

Nach einem Drehbuch von Mark von Schlegell lässt Rivers dabei auf auditiver Ebene eine Frauen- und Männerstimme als Voice-Over-Erzähler abwechselnd über die Biogeografien der Inseln berichten, hier verschmelzen Fakten mit fiktionalen Elementen. Die Erzählungen wirken distanziert und objektiv, ganz im Stile älterer, wissenschaftlicher Dokumentarfilme. Dies liegt unter anderem auch daran, dass der visuelle Bereich generell für sich alleine wirkt, die gezeigten Bilder laufen zwar parallel zu den Erzählerkommentaren, stehen aber keineswegs in Zusammenhang mit dem gesprochenen Wort, was sich auch in den getrennten und voneinander unabhängigen Produktionsprozessen der akustischen und visuellen Ebenen erklären lässt. Im Hintergrund ist leise Musik zu hören, die zusammen mit scheinbaren Naturgeräuschen wie das Rauschen von Wind und der beabsichtigten historischen Qualität der  Aufnahmen über den gesamten Film eine bedrückende und in gewisser Weise auch befremdende Stimmung aufkommen lassen, was jedoch durchaus gewollt erscheint.

 

Es ist die außergewöhnliche Idee, einen Dokumentarfilm in einem fiktionalen Szenario anzusetzen, die Rivers Slow Action interessant macht. Auch die Umsetzung überzeugt, finden sich stilistisch die nötigen Mittel, um den Film als historisches und dokumentarisches Bildmaterial über vier in der Zukunft angelegte utopische Insel anmuten zu lassen. Dieses Szenario ist sicherlich besonders für Fans postapokalyptischer Science-Fiction-Storys interessant, für „Neuinteressierte“ stellt der Experimentalfilm eine willkommene Abwechslung dar.

 

Im gesamten Film wechseln die Aufnahmen immer wieder von Grautönen zu farbigen Bilder, was den Inseln auf optischer Ebene einen zusätzlichen utopischen Charakter verleiht,  es wird sowohl mit statischen, als auch bewegten Bildern gearbeitet. Das 16mm-Format, dem Regisseur Rivers auch in diesem Werk treu bleibt, sorgt mit seinem über das Bild gelegten Schleier außerdem für eine besonders historische Atmosphäre des Bildmaterials.

Fazit:
Slow Action nimmt den Zuseher mit auf eine Entdeckungsreise zu vier fiktiven, futuristischen Ökosystemen, deren Biogeografien nach einem zukünftigen Steigen des Wasserpegels als Utopien vorgestellt werden. Regisseur Ben Rivers setzt dabei vor allem auf die visuelle Ebene, er arbeitet mit 16mm-Filmformat, wechselt von Grau- zu Farbtönen und erreicht mit seiner Bildarbeit die gewünschte utopische und bedrückende Stimmung. Aber auch der Einsatz von Musik und Hintergrundgeräuschen zusammen mit den stilistisch passenden Voice-Over-Kommentaren der Erzähler sorgen dafür, dass einerseits ein dokumentarischer Charakter entsteht, andererseits aber auch immer der Anteil an Fiktion erkennbar bleibt, woraus sich für Fans von postapokalyptischen Science-Fiction-Szenarien eine interessante Genre-Mischung mit künstlerisch und stilistisch überzeugender Umsetzung ergibt.

Wertung:
7/10 Punkte

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