Guilty of Romance (2011)

OT: Koi no tsumi - 144 Minuten - Drama
Guilty of Romance (2011)
Kinostart: 20.07.2012
DVD-Start: 07.12.2012 - Blu-ray-Start: 07.12.2012
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Filmkritik zu Guilty of Romance

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Sion Sono ist ein radikaler Filmemacher, der nicht vor extremen cineastischen Ausdrucksweisen und Methoden zurückschreckt um seine Geschichten zu erzählen. Zusätzlich zu einem extremen Stil, kommt eine enorme Produktivität. Während es für viele bereits erstaunlich ist, dass Woody Allen beständig einen Film pro Jahr in die Kinos bringt, sind es bei Sion Sono nicht selten sogar zwei Filme jährlich. Alleine die Tatsache, dass er trotz dieses beachtlichen Outputs immer noch neue Stoffe, neue Ansätze und scharfe Inszenierungszüge findet, spricht für die Kreativität des Filmemachers - und auch in Guilty of Romance gelingt es ihm formidabel sein Publikum an düstere Abgründe zu führen und hinunterblicken zu lassen.

Izumi (Megumi Kagurazaka) ist eine schüchterne, liebevolle Ehefrau, deren einziger Lebensinhalt es ist ihren Ehemann (Kanji Tsuda) glücklich zu machen. Das manifestiert sich unter anderem in einer festen täglichen Routine, die immer wieder minutiös durchexerziert wird. Doch eines Tages beginnt Izumi diese Routine zu durchbrechen. Aus einem Job als Würstchenverkäuferin in einem Supermarkt wird bald eine Modelkarriere, die jedoch unvermittelt im pornographischen Bereich endet. Plötzlich ist Izumi sexuell erwacht und beginnt sie offen zur Schau zu stellen. Doch als sie die Rotlicht-erfahrene Mitsuko (Makoto Togashi) kennenlernt, versteht sie erst wie sie ihre neue Offenheit gewinnbringend einsetzen kann. Es beginnt ein Abstieg in die perversen Abgründe der menschlichen Seele. Und Wochen später findet Polizistin Kazuko (Miki Mizuno) im Rotlichtviertel eine Leiche mit abgetrennten Gliedmaßen...

Der Aufbau von Sion Sonos wohl durchdachtem Konstrukt erschließt sich erst nach und nach. Zunächst wird der Zuseher eingehüllt in undurchsichtige Andeutungen und den monotonen Tagesablauf von Izumi. Der Bruch erfolgt unverblümt, hart, unerwartet. Und in Folge versteht es der Film ausgezeichnet den Zuseher immer weiter in Richtung Abgrund zu drängen. Es ist das Spiel mit sexuellen Perversionen, das radikale Selbsterwachen, das Sion Sono hier in einer beeindruckend destruktiven und selbstzerstörerischen Vision umsetzt, das Guilty of Romance so auszeichnet und zu einem ungewohnten, intensiven Erlebnis werden lässt.

Guilty of Romance ist dabei der Abschluss von Sion Sonos “Hass”-Trilogie, welche von Love Exposure und Cold Fish komplettiert wird. Wie der Titel der Trilgoie schon verrät stehen vor allem die abgründigen Aspekte des menschlichen Wesens und auch Gewalt im Mittelpunkt. Inszeniert wird diese Gewalt (aber auch die brutal geschilderte Sexualität) nicht temporeich, oder explosiv, sondern sehr gemächlich. Dies betrifft auch den gesamten Erzählrythmus des Films, sodass allzu ungeduldige Zuseher wohl keine Freude am eigenwilligen Stil des Films haben werden. Wer sich aber auf diese Struktur einlassen kann bekommt einen sehr faszinierenden Film zu sehen, der lediglich am Ende etwas zerfranst erscheint, aber ansonsten einen erfrischend selbstständigen Zugang zu seinem Medium aufweist.

Fazit:
Guilty of Romance ist ein gemächlich erzählter Film hinter dessen ruhiger, monotoner Fassade sich gewaltige Abgründe auftun. Sion Sono zeigt den Ausbruch einer Hausfrau aus ihrem behüteten Zuhause und schiebt sie langsam aber stetig Richtung Abgrund. Wer sich auf den eigenwilligen Stil des Films einlässt bekommt eine intensive Erfahrung geboten, der nur am Ende etwas die Luft ausgeht. Aber man sollte schon aufgeschlossen gegenüber etwas Neuem sein, denn Sion Sonos Darstellung von Sexualität und Gewalt, verpackt in eine mal monotone, mal radikale Hülle, ist sicher nicht für alle geeignet.

Wertung:
8/10 Punkte
Filmering.at
Community
Ø Wertung: 7/10 | Kritiken: 0 | Wertungen: 4
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Liste von Tasse
Erstellt: 18.09.2012