The Color Wheel (2011)

OT: The Color Wheel - 83 Minuten - Komödie / Familie / Romanze
The Color Wheel (2011)
Kinostart: Unbekannt
DVD-Start: Unbekannt - Blu-ray-Start: Unbekannt
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Filmkritik zu The Color Wheel

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Mit seiner Low-Budget-Produktion The Color Wheel liefert Regisseur und Drehbuchautor Alex Ross Perry nach seinem Erstlingswerk Impolex (2009) nun eine Komödie über Familie und Romantik zugleich, indem er das Liebes-Hass-Verhältnis eines Geschwisterpaares auf raffinierte Weise zur Anschauung bringt und gleichzeitig auch eine der Hauptrollen übernimmt.

Nachdem sich Colin (Alex Ross Perry) von seiner Schwester JR (Carlen Altam) dazu überreden lässt, sie zu ihrem Ex-Freund und Journalismus-Professor, der Liebeleien mit Studentinnen gegenüber nicht abgeneigt ist, zu begleiten, um JRs restliche Habseligkeiten abzuholen, macht sich das Geschwisterpaar schließlich mit dem Auto auf den Weg. Nach einer Übernachtung in einem christlichen Motel, in dem sich beide als Liebespaar ausgeben, um sich ohne moralische Verurteilung ein Zimmer teilen zu können und weiteren komischen Situationen, muss JR feststellen, dass ihr Professor nicht um sie trauert und bereits eine neue Schülerin für sich begeistern konnte...

Perry verwendete für die Umsetzung des Drehbuchs, das er zusammen mit Filmpartnerin Altman verfasste, in schwarz-weiß gehaltenes 16mm-Filmformat. Dadurch entsteht die Atmosphäre eines älteren Films aus den 70er Jahren mit im Vergleich zu heutigen Möglichkeiten einfacher Bildqualität. Für die Inszenierung der Story braucht es jedoch nicht unbedingt mehr als diese, da es neben den schlicht gehaltenen Bildern eher die mitreißenden Dialoge der Protagonisten sind, die den Film tragen. Gerade in Bezug auf den Filmtitel wird diese Art der Darstellung zusätzlich hervorgehoben. Im Verlauf der Handlung wird aber deutlich, dass sich darin die Beziehung des Geschwisterpaares zueinander und ihre kritische Einstellung zum Leben und anderen Mitmenschen manifestieren. Als die neue Freundin von JRs Professor von diesem schwärmt, stellt sich Colin jedoch gegen die Lobeshymen und verteidigt somit seine Schwester, wodurch dennoch auch eine gewisse Zuneigung zum Ausdruck gelangt.   

The Color Wheel lässt sich stilistisch als Independent Film dem Genre des Mumblecores zuordnen, dass sich dadurch auszeichnet, die weiße Mittelschicht um die 30 nach ihrer Collegezeit mit einfachen, technischen Mitteln wie einer normalen Videokamera, dafür aber einem Reichtum an Dialog zu zeigen. Die Handlung dreht sich dabei meist um schlichte Alltagssituationen, die das Leben an sich behandeln. So wird auch in Perrys zweitem Spielfilm eine relativ klein gehaltene Handlung geboten, die sich hauptsächlich durch die zwischenmenschliche Beziehung von Bruder und Schwester und deren geladenen Dialogen auszeichnet. Besonders Altman zeigt hier ihr rhetorisches Talent und schafft es, allein mit dem gesprochenen Wort eine Art Spannung aufzubauen. Zwar treiben die Gespräche der beiden die Geschichte nicht unbedingt immer voran und sind des Öfteren auch nicht wirklich von größerer Bedeutung, allerdings sind sie voller Dynamik – die beiden reden teilweise simultan, was eine gewisse Hektik erzeugt – und ziehen den Zuseher mit immer neuen witzigen Phrasen in ihren Bann, auch wenn gerade diese Schnelligkeit zunächst etwas anstrengend wirkt. Meist sind es hitzige Diskussionen um Ansichten oder Wortgefechte und Beleidigungen die sich Bruder und Schwester an den Kopf werfen. Dadurch bekommt man einen Einblick in das schwierige Verhältnis der beiden zueinander, sie können zwar nicht wirklich miteinander, sind aber dennoch verbunden und gehören zusammen. Im Endspurt des Films wendet sich die Stimmung des Films, es wird ruhiger und so nimmt auch die Handlung schließlich ein unerwartetes Ende.

Fazit:
Mit seinem zweiten Spielfilm The Color Wheel gelingt Regisseur Alex Ross Perry, der auch gleich die männliche Hauptrolle des Colin übernimmt, mit wenig Budget und einfachen Mitteln eine außergewöhnliche Komödie. Zusammen mit Filmpartnerin Carlen Altman mimt Perry das Geschwisterpaar JR und Colin, die beiden führen im Rahmen eines Roadtrips größtenteils mittels fesselnden Diskussionen und Gesprächen durch die Handlung. Dabei wird durch die Dialoge viel über die Beziehung zwischen den Geschwistern preisgegeben, aber auch eine negative Einstellung dieser gegenüber der Gesellschaft kommt zum Vorschein. In schwarz-weiß gehalten und mit einfacher Qualität produziert, unterhält The Color Wheel trotz der schlichten Handlung und Bildführung, aber wegen seiner Rhetorik und den beiden Hauptdarstellern.

Wertung:
7/10 Punkte
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