![]() ![]() Americano OT: Americano Regie: Mathieu Demy Drehbuch: Mathieu Demy Darsteller: Mathieu Demy, Salma Hayek, Geraldine Chaplin, Chiara Mastroianni, Carlos Bardem, Jean-Pierre Mocky, Pablo Garcia, André Wilms Filmstart: xx.xx.2011 | Laufzeit: | Drama |
Von seiner Mutter im jungen Alter zu seinem Vater geschickt verweilt Martin (Mathieu Demy) sein apatisches Leben in Paris, als er, ganz unverhofft, vom Tod seiner Mutter unterichtet wird. Martin muss nach Los Angeles reisen, um dort die Hinterlassenschaft seiner verstorbenen Mutter zu verwalten. Doch an dem, durch seine Kindheit verhassten, Geburtsort soll er nur kurz verweilen. Mit dem Vorhaben die verdrängten Erinnerungen seiner ersten Lebensjahre wieder zu erlangen, begiebt er sich auf eine abenteurliche Reise nach Mexiko, wo er Lola (Salma Hayek), eine verschollene Freundin aus seiner Kindheit vermutet. In Tijuana angekommen, verschlägt es Martin in den Nachtklub Americano, wo er auf die vermeintliche Lola trifft...
Mathieu Demy hat großes vor in seinem Film. Gemeinsam mit seinen „SchicksalsgenossInnen“ verucht er einerseits aus den Fußstapfen seiner Eltern zu treten und sie andererseits mit einer Homage zu ehren. Immer wieder kommt es zu einer Kollision zwischen untereschiedlichen Elementen der Filmgestaltung und den damit verbundenen Genrekonventionen. Dabei werden die Möglichkeiten des Films voll ausgeschöpft. Unter der Oberfläche einer Tragikomödie erkennt man Anleihen an Musicals, Western, Roadmovies, inzeniert mit unteschiedlichen Einstellungsgrößen, Flashbacks, lyrischen Sequenzen und emotionalisierendem Soundtrack.
Sehr gelungen hingegen präsentieren sich die lyrischen Sequenzen. Vor allem die Autofahrten sind gelungen inszeniert und überbrücken geschickt die erzählte Handlung. Für einen kurzen Moment entführt uns der Regisseur sogar in eine amorphe abstrakte Welt, die sich im Nachhinein als blubbernde Lavalampe identifizieren lässt.
Auf der Ebene der Narration führt uns Martins Odysse von Frankreich, in die vereinigten Staaten bis nach Mexiko. Länder wie sie unterschiedlicher kaum sein könnten. So facettenreich sich Martins Reisedestinationen auch gestaltet, so geradlinig und vorhersehbar entwickelt sich die Handlungslinie des Films. Dramatische Höhe- und Wendepunkte sind rar und wirken unausgegoren. Als kleines Zuckerl gibt uns Demy auch einen Einblick in seine eigene Kindheit. Alte Aufnahmen seiner Mutter Agnès werden immer wieder mit dem 35mm Material vermischt, was dem Film einen autobiographischen Touch verleiht und einen Blick in die Vergangenheit auch ästhetisch erleichtert.
Fazit:
Americano ist ein eigenwilliger Stilmix, der verschiedene Genreelemente streckweise gekonnt narrativ verflechtet. Leider verliert diese Mixtur zum Ende hin stark an Dynamik, da es der Regisseur nicht schafft die zahlreichen Genreanleihen konsequent genug umzusetzten. Was bleibt, ist ein gut gemeintes kinematografisches Experiment, das trotz namensschwerem Cast und internationalen Drehorten, unterm Strich etwas enttäuscht.
Wertung:
6/10 Punkte
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