The Dixie Chicks

OT: -  93 Minuten - Doku
The Dixie Chicks
Kinostart: 07.09.2007
DVD-Start: Unbekannt - Blu-ray-Start: Unbekannt
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Filmkritik zu The Dixie Chicks

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The Dixie Chicks können bereits auf eine beachtliche Karriere voller Berg- und Talfahrten zurückblicken. Gegründet wurde die Band im Jahr 1989 in Dallas, Texas, und bis zum heutigen Tage ist sie mit über 30 Millionen verkauften Platten die erfolgreichste Frauen-Band aller Zeiten. Dennoch sind es nicht nur die musikalischen Erfolge, für die die Band berühmt ist, sondern im Speziellen auch die Ereignisse vom 10. März 2003, als die Leadsängerin der Band Natalie Maines in einem Konzert in London, begründet durch den Krieg im Irak und das Verhalten von Präsident Bush, sagte, sie sei "beschämt, dass der Präsident der Vereinigten Staaten aus Texas stamme".

Dies löste großflächige Skandale rund um die Band aus. The Dixie Chicks waren nämlich vor allem eine bluegrassorientierte Countryband, deren Publikum hauptsächlich aus dem konservativen Süden von Amerika stammte. Diese eher rechts gerichteten Anhänger der Republikaner zeigten sich entrüstet und sahen in dieser Aussage Landesverrat. Im Folgenden wurden die Countrysender des Landes aufgefordert, The Dixie Chicks aus dem Programm zu nehmen. Unter dem großen Druck gaben die Radiostationen schließlich nach und boykottierten die Band.

Der Skandal nahm ungeahnte Ausmaße an. Langjährige Fans der Band zeigten sich entrüstet über das Verhalten der Musiker und zerstörten ihre CDs. Doch die Proteste blieben nicht nur so harmlos, sondern es gingen auch Morddrohungen ein, und selbst Politiker ließen sich zu Statements hinreißen. Doch die Band beschränkte sich nicht nur auf die bereits getätigten Aussagen. Anstatt sich einzubremsen und den Aufforderungen der breiten Masse nachzukommen (Shut up and Sing), ließen sich The Dixie Chicks nicht den Mund verbieten und kritisierten vor allem den allseits beliebten Countrystar Tobey Keith, der sich auf patriotische Lobeslieder auf Amerika spezialisiert hat.

Um diese politisch durchaus interessante Geschichte geht es im Wesentlichen im Dokumentarfilm The Dixie Chicks - Shut up and Sing. Eingefangen wurden die Ereignisse von niemand Geringerem als von der zweifach oscarprämierten Dokumentarfilmerin Barbara Kopple, die den Oscar für ihre beiden Filme Harlan County U.S.A und American Dream bekam. Die kritische Filmemacherin schafft es sehr gekonnt, einen Spagat zu schlagen und sowohl die Persönlichkeiten in der Band und die Musik als auch vor allem die medienpolitische Hintergründe rund um die Hetzjagd gegen die Band einzufangen und zu beleuchten.

Als Zuseher fühlt man sich von Anfang an als Teil der Gruppe. Man hängt mit den Mädchen herum, bekommt Einblick in ihr Familienleben, steht mit ihnen auf der Bühne und erlebt das Leben als Musiker. Man ist dabei, wie die Entscheidungen hinter den Kulissen getroffen werden, und besonders gut ist es gelungen, das Geschehen rund um den politischen Vorfall in der Karriere der Dixie Chicks zu beleuchten. Natalie Maines tritt einen kleinen Stein los, als sie eine etwas unbedachte Aussage trifft, welcher schließlich eine Lawine hervorruft.

In der Folge können es die drei Frauen nicht mehr richtig machen. Egal was sie sagen, die Öffentlichkeit dreht ihnen die Worte im Mund um. Es ist dabei sehr interessant, die ganze Geschichte einmal aus der anderen Perspektive zu sehen. Man geht sehr gut darauf ein, wie sich die Band Gedanken macht, um die Situation wieder in den Griff zu bekommen. Und eben dieser Aspekt der Geschichte, der sich mit dem politischen Hintergrund des Super-GAUs der Dixie Chicks beschäftigt, hebt das Dokuprojekt aus dem Pulk an gewöhnlichen Banddokus heraus.

Neben der politischen Herangehensweise gibt es selbstverständlich auch einen Einblick in das private Leben der Musiker. Zum Beispiel wird sehr gut der Zwiespalt zwischen Mutterschaft und Karriere dargestellt und gezeigt, wie schwer es doch manchmal sein kann, Familie und Karriere unter einen Hut zu bekommen. Entgegenkommend ist dabei, dass The Dixie Chicks keine zusammengewürfelte Castingband sind, sondern eine Truppe, die sich selbst gefunden hat. Die gute Chemie zwischen den Mädchen tut nicht nur der Band, sondern auch dem Film sehr gut. Deshalb ist The Dixie Chicks - Shut up and Sing ein außerordentlich unterhaltsames Dokuprojekt, das nicht nur unterhaltsam, sondern auch informativ ist.

Fazit:
The Dixie Chicks - Shut up and Sing wirft einen unterhaltsamen Blick hinter die Fassaden einer Band, die es wegen eines politischen Statements mit der Öffentlichkeit sehr schwer hatte. Neben den für einen solchen Film typischen Elementen, die sich mit dem Bandalltag und den Musikern beschäftigen, kommt dadurch auch ein kritischer Blick zum Thema "freie Meinungsäußerung" mit ins Spiel. Vor allem aber liegt es an den sympathischen Dixie Chicks, dass der Film eine reine Freude ist.

Wertung:
7/10 Punkte

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