Happy Feet 2 (2011)

OT: Happy Feet Two - 99 Minuten - Zeichentrick / Komödie / Familie / Musik
Happy Feet 2 (2011)
Kinostart: 02.12.2011
DVD-Start: 02.04.2012 - Blu-ray-Start: 02.04.2012
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Filmkritik zu Happy Feet 2

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Die Karrierewandlung des australischen Regisseurs George Miller ist schon ein interessantes Kapitel: Nachdem er in frühen Jahren mit seiner grandiosen Mad Max Trilogie mithalf das Endzeitsgenre im Kino zu definieren, wechselte er in letzter Zeit zunehmend das Genre. Mit seinem Schweinchen Babe in der großen Stadt und schließlich dem oscarprämierten Happy Feet versuchte er einen gewissen ernsthaften, fast schon düsteren Unterton im Familienkino zu etablieren. Ein Weg den er mit Happy Feet 2 nun fortführt - leider schafft es der Film aber dennoch nie einen ansprechenden Mix zu bieten, sodass die Wirkung leider über weite Strecken ausbleibt.

Nach seinen Erlebnissen in Happy Feet ist der tanzende Pinguin Mumble mittlerweile Vater geworden. Doch auch sein Sohn Erik wird zum Aussenseiter, da er sich weigert gemeinsam mit den anderen zu tanzen. Also beschließt er gemeinsam mit Freunden (inklusive Frauenheld Ramon) die Gruppe zu verlassen. Auf seiner Reise trifft Erik tatsächlich auf einen Pinguin der fliegen kann - und natürlich sofort zu seinem großen Helden wird. Doch dann kommt es zu einer großen Katastrophe: Durch ein Erdbeben werden die Pinguine eingekesselt und haben keinen Zugang mehr zum Meer - und damit zu Nahrung...

Bereits der oscarprämierte erste Teil war nicht jedermans Sache. Die Mehrheit schien zwar Gefallen am Konzept der Umweltkritik, gepaart mit aufheiternden Musicalnummern zu finden - aber es fanden sich auch einige Kritiker (wie den Autor dieser Zeilen), die mit dem Konzept nur wenig anfangen konnten. Happy Feet 2 wird an dieser Ausgangslage nicht viel ändern können, da sich konzeptuell nur wenig gegenüber dem Vorgänger geändert hat - im Zentrum steht wie im ersten Teil die (recht plakative) Umweltkritik und nicht etwa, wie es der Trailer verspricht die heitere Unterhaltung. Gleichzeitig versucht Happy Feet 2 aber dennoch irgendwie doch Spaß zu machen, sodass sich die unterschiedlichen Ansätze immer wieder im Weg stehen.

Dabei ist der ernste Ansatz der im Kern des Films steckt durchaus interessant. Man hat das Gefühl, dass George Miller die Natur eigentlich nicht verniedlichen will: Wenn es in Happy Feet 2 lebensgefährliche Situationen gibt, dann spürt man auch, dass diese Situationen wirklich bedrohlich sind (und nicht wie in vielen anderen Animationsfilmen als bloßer Vorwand für eine Verfolgungsjagd dienen). Auch die generelle Ausgangslage des Films ist von grundauf ernsthaft und schildert eindringlich wie sehr viele Lebewesen der unerbitterlichen Härte der Natur ausgesetzt sind. Das alles ist durchaus beeindruckend, wird aber immer wieder von Musicalnummern und halbherzigen Gagversuchen ausgebremst, die dafür sorgen, dass der Mix einfach nicht funktioniert.

Exemplarisch auch die beiden neuen Figuren Will (Brad Pitt) und Bill (Matt Damon), zwei Krills die sich dem Schicksal als bloßes Futter für größere Tiere zu enden, entziehen wollen und deshalb auf eigener Faust losziehen. Die Diskussionen der beiden zählen zu den absoluten Highlights des Films - werden aber (ähnlich Scrat in Ice Age) völlig losgelöst von der eigentlichen Handlung geschildert, sodass die Fragmentierung innerhalb des Films weiterhin zunimmt. Dies bringt auch genau auf den Punkt was bei Happy Feet 2 falsch läuft: Hier Umweltkritik, dort Musical, dann wieder Gags und schließlich noch philosophische Diskurse. Die Zielgruppen werden radikal gewechselt und man hat nicht das Gefühl, dass Happy Feet 2 ein wirklich kohärentes Erlebnis bietet.

Schlussendlich fehlt es dem Film auch einfach an Herz. Die düsteren Aspekte der Geschichte beherrscht George Miller sehr gut, aber abgesehen von den Musicalnummern (die dazu kaum fähig sind) fällt ihm leider kaum etwas ein um die Emotionen des Publikums wirklich zu erreichen. Dabei spielt sicher mit, dass der Mix einfach nicht gelungen ist, aber man kann sich auch nicht des Gedankens erwehren, dass Happy Feet 2 eigentlich gar nicht so notwendig gewesen wäre und man es einfach beim ersten Teil hätte belassen sollen. Das mögen vielleicht die Fans der Reihe anders sehen, aber zumindest die Kritiker des ersten Teils wird Happy Feet 2 nicht für sich gewinnen könnnen.

Fazit:
Happy Feet 2 hat große Probleme die verschiedenen Ebenen der Handlung unter einen Hut zu bekommen. Im Kern ist der Film eine durchaus ambitionierte Umweltkritik (die aber etwas plakativ ausgefallen ist), aber auf der anderen Seite versucht er auch ständig ja nicht den lockeren Spaß zu vergessen um ein jüngeres Publikum nicht zu überfordern. Hinzu kommt noch eine zwar unterhaltsame, aber letztendlich völlig von der Story losgelöste Nebengeschichte (ähnlich Scrat in Ice Age), die das Problem des Films perfekt auf den Punkt bringt: Da Kritik, dort Musicalnummern, dann wieder Gags und auch noch eine zerstückelte Struktur. Happy Feet 2 fügt sich nie als gesamt zufriedenstellendes Werk zusammen und hat auch große Problem sich selbst überhaupt zu rechtfertigen: Denn an vielen Stellen hat man schlicht das Gefühl, dass man es beim ersten Teil hätte belassen sollen. Auf Grund der ausgezeichneten visuellen Ebene und dem sehr schönen Ansatz die Gefahren der Natur wirklich bedrohlich zu schildern ist Happy Feet 2 zwar durchaus interessant, aber in Summe fügt er seine Einzelteile einfach nicht gut genung zusammen.

Wertung:
6/10 Punkte
Filmering.at
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Ø Wertung: 5.7/10 | Kritiken: 0 | Wertungen: 3
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