Zwei an einem Tag (2011)

OT: One Day - 107 Minuten - Drama / Romanze
Zwei an einem Tag (2011)
Kinostart: 04.11.2011
DVD-Start: 05.04.2012 - Blu-ray-Start: 05.04.2012
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Filmkritik zu Zwei an einem Tag

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Es ist die Geschichte einer Liebe, die erst Jahre der Freundschaft, Krisen und Hindernissen überdauern muss, bis sie sich endlich entfalten kann. Mit dieser tragischen Lovestory begeistert David Nicholls in seinem Bestseller Zwei an einem Tag und kämpfte sich weltweit in Millionen Leserherzen. Hier versucht die dänische Regisseurin Lone Scherfig mit ihrer Verfilmung anzuknüpfen und die Spannungen zwischen den Hauptfiguren Emma und Dexter authentisch auf die Leinwand zu übertragen.

Emma Morley (Anne Hathaway) und Dexter Mayhew (Jim Sturgess) lernen sich am College während einer durchzechten Nacht kennen und verbringen diese sogar gemeinsam. Obwohl beide eine gewisse Anziehung zwischen ihnen spüren, bleibt es dabei, dass sie das Bett lediglich zum Schlafen teilen und so beschließen die beiden, es bei einer Freundschaft zu belassen. Diese wir immer vertrauter und so halten sie auch nach der Zeit am College, die Emma zum Schreiben von Kinderbüchern nach London und Dexter nach Paris führt, Kontakt. Während die Jahre vergehen, entwickeln sich beide weiter und führen jeweils Beziehungen, Dexter arbeitet als Moderator einer wenig seriösen, britischen TV-Show und Emma widmet sich nach einem längeren Kellnerjob endlich dem Schreiben. Obwohl beide ein Leben getrennt voneinander führen, gibt es zwischen ihnen durchgehend eine Verbindung, die immer am 15. Juli jedes Jahres ihren Höhepunkt erreicht. Schließlich heiratet Dexter und wird Vater einer kleinen Tochter, während Emma in einer unglücklichen Beziehung lebt. Als Dex von seiner Frau betrogen wird und sich scheiden lässt, will er seine Freiheit nutzen, um seiner Liebe zu Emma endlich eine Chance zu geben, diese, mittlerweile eine sehr erfolgreiche Schriftstellerin, wäre auch nicht abgeneigt, hat nach dem Ende ihrer Beziehung jedoch schon jemand Neues kennengelernt, was für das endgültige Entfachen der Liebe zwischen Dexter und Emma das scheinbar letzte Hindernis darstellt...

Es ist zwar keine wirklich neue Geschichte, die Zwei an einem Tag behandelt, eine Liebe, die sich erst im Laufe der Zeit und nach Überwindung vieler Schwierigkeiten entwickelt, die Art der Anschauung ist jedoch etwas innovativer. Nach der literarischen Vorlage von David Nicholls, begleitet Lone Scherfig Em und Dex, wie sich die beiden liebevoll nennen, durch 20 Jahre ihres Lebens, vom Kennenlernen über viele Hindernisse hin zu ihrem scheinbar gefundenen, gemeinsamen Glück. Dabei zeigt die Geschichte die beiden immer am 15. Juli, der Tag, an dem sie sich 1988 das erste Mal begegneten und bringt somit als Einblick in jedes Jahr die Veränderungen und Entwicklungen, die die beiden im Laufe der Zeit durchmachen, sehr drastisch zum Vorschein. Dieser episodenhafte Charakter beleuchtet die individuellen Lebensabschnitte der beiden und hebt diese durch diese Art Momentaufnahmen hervor. Dabei wird nicht jedes Jahr stur zu gleichem Anteil gezeigt, es wird viel mehr einzelnen Momenten und Situationen, die für die Entstehung der Atmosphäre der Geschichte und der Stimmung zwischen Em und Dex, besonders große Aufmerksamkeit geschenkt.

Allerdings wird durch diese Erzählart der Geschichte auch eine gewisse Distanz zu den Charakteren und zwischen ihnen erzeugt, da man teilweise das Gefühl hat, abgehakte Lebensausschnitte zu sehen und die Entwicklung, die eine Freundschaft sowie auch eine Liebe unterliegt, so kaum gezeigt werden kann und somit im Gesamtbild des Films ein wenig auf der Strecke bleibt. Dies mag sicherlich auch mit ein Grund dafür sein, dass der Funke zwischen Emma und Dexter nicht wirklich überspringen will. Vor allem von Dexters Seite lässt sich eine aufrichtige und leidenschaftliche Liebe zu Emma bis kurz vor Schluss nur erahnen.     

Im Originalton wirkt der britische Akzent, den die amerikanische Schauspielerin Anne Hathaway im Rahmen ihrer britischen Rolle einsetzt, zunächst etwas befremdlich, kennt man sie doch eher aus amerikanischen Produktionen wie Plötzlich Prinzessin (2001) oder Der Teufel trägt Prada (2006) mit typisch amerikanischem Englisch. Allerdings verkörpert Hathaway die Rolle der tollpatschigen, aber liebenswerten Britin mit typischem Akzent trotzdem sehr charmant und glaubwürdig, was die Herkunft der Schauspielerin schnell vergessen lässt - allein in ihrer Mimik spielt sie mit viel Gefühl und Ausdruck. Newcomer Jim Sturgess, bekannt aus Die Schwester der Königin (2008) und Across the Universe (2007), überzeugt ebenfalls mit seiner Performance als Dexter und lässt ihn für den Zuseher trotz seiner Schwächen, die sich unter anderem im Abrutschen in die Drogenszene abzeichnen, sympathisch wirken. Des Weiteren glänzen in den Rollen von Dexters Eltern Ken Stott (Der Krieg des Charlie Wilson, 2007) sowie Patricia Clarkson (Shutter Island, 2010), die als Dexters Mutter an Krebs erkrankt, was dieser nur schwer verarbeiten kann und sich in Arbeit und Drogen flüchtet.

Scherfig, die 2009 bei An Education Regie führte, weicht mit ihrer Darstellung der Erzählung von gängigen Hollywoodinszenierungen des Genres ab und schafft es, die verschiedenen Situationen passend zur verspielten Lovestory in Szene zu setzen. Die Geschichte von Nicholls, der auch das Drehbuch zum Film schrieb, tut den Rest und veranschaulicht, dass im Leben sowie in der Liebe immer wieder Hindernisse und Schicksalsschläge aufkommen und, dass selbst nach Überwindung dieser nicht immer ein Happy-End wartet.

Fazit:
Der Dänin Lone Scherfig gelang mit ihrer Verfilmung des Bestsellers Zwei an einem Tag von David Nicholls, der auch gleich das Drehbuch zum Film lieferte, eine durchaus überzeugende Darstellung der komplizierten Liebe von Emma und Dexter, die nach Jahren der Freundschaft und einigen Schicksalsschlägen schließlich doch noch zueinander finden. Ganz nach der literarischen Vorlage werden auch hier Momentaufnahmen der Zeitspanne von 20 Jahren gezeigt, wenn sich die beiden jeweils am 15. Juli treffen. Die einzelnen Momente vermitteln viel Gefühl und Tragik, welches im Gesamtbild im Bezug auf die Entwicklung der Leidenschaft zwischen Em und Dex jedoch leider etwas zu kurz kommt. Dadurch springt auch der Funke zwischen den beiden Protagonisten nur zaghaft über, dennoch berühren die Darsteller Anne Hathaway und Jim Sturgess mit ihren Performances und schaffen es letztendlich trotzdem, die tragisch-romantische Stimmung der Geschichte zu tragen.  

Wertung:
7/10 Punkte
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Liste von Wolke
Erstellt: 03.12.2013