Kein Mittel gegen Liebe (2011)

OT: A Little Bit of Heaven - 106 Minuten - Komödie / Drama / Romanze
Kein Mittel gegen Liebe (2011)
Kinostart: 07.10.2011
DVD-Start: 16.03.2012 - Blu-ray-Start: 16.03.2012
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Filmkritik zu Kein Mittel gegen Liebe

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Hollywood-Aktrice und Tochter von Schauspielurgestein Goldie Hawn Kate Hudson hat sich in den letzten Jahren vor allem durch Darstellungen in romantischen Komödien wie Wie werde ich ihn los – in 10 Tagen? (2003) oder Fremd fischen (2011) einen Namen gemacht, so überrascht sie nun umso mehr mit ihrer Rolle im hier besprochenen Film Kein Mittel gegen Liebe, durch dessen Mischung aus Romantikkomödie und Drama sie sich auch von ihrer ernsthafteren Seite präsentiert.

Protagonistin der Handlung ist die lebenslustige und emanzipierte Marley Corbett (Kate Hudson), die  als Geschäftsfrau in einer Werbeagentur erfolgreich ist, sogar zur Vizepräsidentin ernannt wird, und einen treuen Freundeskreis hat, mit dem sie trotz der unterschiedlichen Lebensstile viel Zeit verbringt.  Sie genießt ihr Single-Leben in New Orleans in vollen Zügen und hat auch kein Verlangen danach, sich zu verlieben und dieses aufzugeben. Als sie jedoch nach einer Kontrolluntersuchung von dem jungen Arzt Dr. Julian Goldstein (Gael García Bernal) die Diagnose Darmkrebs erhält, ändert sich Marleys Leben auf einen Schlag. Obwohl sich Marley ihre positive Lebenseinstellung trotz der Diagnose behält, so findet in ihrem Leben dennoch ein Wandel statt, nicht zuletzt dadurch, dass sie gefallen an ihrem behandelnden Arzt Julian findet, die beiden auch privat immer mehr Kontakt haben und Marley schließlich tiefe Gefühle für ihn entwickelt. Dadurch erkennt sie, was im Leben wirklich von Bedeutung ist und lernt den Wert von wahrer Liebe zu schätzen.   

Regisseurin Nicole Kassell, die mit ihrem Kurzfilm The Green Hour (2002) sowie ihrem ersten Spielfilm The Woodsman (2004), für den sie Kevin Bacon als Hauptdarsteller gewinnen konnte, bereits Erfolge im Filmgeschäft verzeichnen kann, versucht sich hier nun an einem Mix der nicht leicht vereinbaren Genres Romantikkomödie und Drama. Dieses Vorhaben gelingt ihr recht gut, an Kassells gelobtes Filmdebüt The Woodsman kommt Kein Mittel gegen Liebe dennoch nicht wirklich heran.

Während im ersten Teil der Geschichte vor allem lustige, aber auch stellenweise romantische Szenen vorherrschen, so zeigt sich im zweiten Teil vermehrt die dramatische Komponente der Story. Diese erreicht am Ende ihren Höhepunkt, wenn Marley sich mit ihrem zerstrittenen Vater versöhnt, sich von Familie und Freunden verabschiedet und besonders stark auf die Tränendrüse gedrückt wird. Allerdings bricht Kassell mit diesen tragischen Momenten jedes Mal mit einer darauffolgenden Komik, die die Geschichte immer wieder davor bewahrt, vollständig ins Muster eines Dramas zu rutschen und kratzt somit nur an dessen Oberfläche. Dies nimmt zwar einerseits die mögliche Tiefe, die eine solche Thematik dramaturgisch bietet, verleiht dem eigentlich ernsten Sujet des Films, der schweren Erkrankung Marleys und der Auseinandersetzung mit dem vorhersehbaren Tod, dafür eine gewisse Leichtigkeit.

Dieser lockere Umgang mit dem Tod zeigt sich auch als Marley während einer Untersuchung im Traum eine Begegnung mit Gott hat. Umgeben von einer Wolkenlandschaft, wird die Gottesgestalt in Marleys Vorstellung von niemand Geringerem verkörpert als der preisgekrönten Whoopi Goldberg (Ghost Nachricht von Sam 1990, Rat Race 2001). Diese verspricht ihr drei Wünsche, die dann später im Laufe der Handlung auch raffiniert umgesetzt in Erfüllung gehen. Des Weiteren weiß besonders Kathy Bates (P.S. Ich liebe dich 2007, Midnight in Paris 2011) den Cast mit ihrer Rolle als fürsorgliche Mutter zu bereichern und auch der kleinwüchsige Schauspieler Peter Dinklage (Sterben für Anfänger 2007) sorgt mit seinem Gastauftritt als Callboy für eine amüsante Stimmung.

Allerdings gibt es wie schon angesprochen auch ernstere Momente, in denen Marley den bevorstehenden Verlust ihrer eigenen Zukunft, vor allem aber den, ihrer Familie, Freunde und ihrer neu gefundenen Liebe Julian realisiert und an diesem Punkt nur schwer damit umgehen kann. Hier hat Kate Hudson die Möglichkeit, zu berühren und sich von ihrer schauspielerisch starken Seite zu zeigen und das tut sie auch in den meisten Szenen, wobei sie aufgrund des zusätzlich bestehenden Komödiencharakters des Films durch Wortwitz und Situationskomik in alte Rollenmuster zurückfällt, die ihr einfach liegen. Zwar will die Chemie zwischen ihr und dem durch Filme wie Briefe an Julia (2010) romanzenerprobten Leinwandpartner Gael García Bernal nicht so recht aufkommen, dennoch schafft Kassell es meist, mit der Geschichte der Frau, die ihre Liebe erst im Angesicht des nahenden Lebensendes findet, zu berühren, auch wenn die genre-typische Portion Kitsch auch hier stellenweise nicht zu leugnen ist.

Alles in allem ist Kein Mittel gegen Liebe mehr als nur romantische Komödie, traut sich aber auch nur zaghaft ans tiefgehende Drama heran. Mit seiner Mischung an Witz, Gefühl und Tragik und der Darstellung von Kate Hudson, die hier ihre verschiedenen, schauspielerischen Facetten zeigt, überzeugt die Geschichte dennoch als amüsantes und durchaus berührendes Filmerlebnis.   

Fazit:
Nicole Kassells Kein Mittel gegen Liebe ist durch seine tragischen Elemente vor allem im letzten Abschnitt des Films mehr als nur eine weitere Romantikkomödie à la Hollywood, da sie durch die ernste Thematik der Krebserkrankung einen gewissen Tiefgang entwickelt, auch wenn dieser nie wirklich über seine Oberfläche hinausreicht, was dem Ganzen jedoch in gewisser Weise seine Schwere nimmt. Kate Hudson überzeugt in ihrer Rolle als krebserkrankte Geschäftsfrau, die in den letzten Monaten ihres Lebens doch noch die große Liebe findet, vor allem in emotionsgeladenen Szenen, auch wenn die romantische Harmonie trotz reichlich vorhandenen Kitschmomenten zwischen ihr und Filmpartner Gael García Bernal nur mäßig aufkommen will. Mit seiner Mischung aus Komödie, Romanze und Drama und der zusätzlichen Gastrolle von Whoopi Goldberg als Gott lässt der Film jeden, der auf große, in Witz und Charme verpackte Gefühle steht, auf seine Kosten kommen.

Wertung:
7/10 Punkte
Filmering.at
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