John Carter - Zwischen zwei Welten (2012)

OT: John Carter - xx Minuten - Action / Abenteuer / Fantasy / SciFi
John Carter - Zwischen zwei Welten (2012)
Kinostart: 08.03.2012
DVD-Start: 19.07.2012 - Blu-ray-Start: 19.07.2012
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Filmkritik zu John Carter - Zwischen zwei Welten

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Nachdem Brad Bird (Ratatouille) und Andrew Stanton (Findet Nemo, Wall-E) bei Pixar den Qualitätsstandard für moderne Animationsfilme nach oben geschraubt haben, zieht es nun beide in Richtung Spielfilm. Bird durfte den vierten Ableger der Mission: Impossible Reihe in Szene setzten, während Stanton von Disney an ein Projekt gelassen wurde, dass man bereits in den 1930er Jahren das erste Mal umsetzen wollte: Die Verfilmung von Edgar Rice Burroughs’ John Carter Reihe. Ausgestattet mit einem saftigen 250 Millionen Dollar Budget durfte sich der Trickfilmexperte so richtig austoben. Genau wie Bird kann zwar auch Stanton qualitativ nicht an seine großen Erfolge mit Pixar anschließen, aber John Carter ist dennoch ein recht unterhaltsamer Blockbuster geworden, mit dem man seinen Spaß haben kann.

John Carter (Taylor Kitsch) hat nach seinen traumatischen Erlebnissen während des Bürgerkrieges das Kämpfen aufgegeben. Dabei könnte die US-Armee einen guten Soldaten gebrauchen, denn im Kampf gegen die Indianer ist jeder Mann wichtig. Doch auch durch handfestes Verhandlungsgeschick und eine Inhaftierung lässt sich Carter nicht davon überzeugen erneut in die Armee einzutreten. Nachdem er spektakulär aus der Gefangenschaft flieht, beginnt der Ärger für ihn aber erst so richtig: Nachdem er sich in einer geheimnisvollen Höhle vor einem Indianerangriff versteckt, überrascht ihn ein seltsamer Mann. Nachdem Carter ihn überwältigt und tötet findet er sich plötzlich auf dem Mars wieder. Und dort gibt es einer Vielzahl an Völkern und Parteien, die gegeneinder kämpfen. Besonders nachdem Sab Than (Dominic West) eine übermächtige Waffe in die Hände gefallen ist, mit der er den Planeten unterwerfen will...

Andrew Stanton erweist in John Carter gleich mehreren Filmen seine Referenz. Unverkennbar natürlich Dune - Der Wüstenplant und auch Star Wars, aber auch auf den epischen Charakter eines Der Herr der Ringe schielt er und in Szenen, wie z.B. dem Kampf in der Arena hat man stellenweise gar das Gefühl, dass man sich von Barbarenfilmen alá Conan inspirierten hat lassen. Aber dann wäre da auch noch der Aspekt der realen Welt - man kann sich sicher darüber streiten, aber ein gewisses Problem stellt eine solche Struktur immer dar. Denn sieht man sich die oben erwähnten Vorbilder an, so erkennt man eines: Alle haben eine eigene Welt kreiert, die für sich stand. In John Carter aber hat man die Erde und gleichzeitig eine Fantasywelt, was aber leider nicht immer so gut funktioniert.

Denn eine solche doppelgleisige Struktur steht einer vollständigen Immersion leider etwas entgegen. Deswegen schafft es John Carter auch nie eine ähnliche epische Struktur aufzubauen wie seine großen Vorbilder. Aber zum Glück verzichtet der Film darauf allzu häufig die Welten zu wechseln, was den Effekt nur verstärkt hätte. Stattdessen konzentriert sich der Film weitestgehend auf die Geschehnisse am Mars und zeigt dort ein durchaus kreatives Sammelsurium an Rassen und Persönlichkeiten. Da wären die etwas primitiv lebenden Thark, die ihren Anführer noch immer auf Grund dessen Leistungen im Kampf bestimmen, oder die beiden Völker von Zodanga und Helium, die im Krieg gegeneinander stehen. Natürlich kommt dabei auch so manches Klischee zum Einsatz, aber dessen scheinen sich die Filmemacher auch durchaus bewusst gewesen zu sein.

So gibt es im Film, trotz seines gigantischem Budgets, immer wieder Momente die eine gewissen Trash/Pulp Charakter aufweisen und die auch immer wieder klarstellen, dass John Carter keine bierernste epische Fantasy ist, sondern durchaus auch mit einem gewissen Augenzwinkern zu sehen ist. Alleine der Bösewicht, gespielt von Dominic West, offenbart schon B-Movie Charakter, aber auch ansonsten mutet John Carter nicht immer wie ein durchkalkulierter Blockbuster mit Riesenbudget an. Positiv an dieser Herangehensweise ist sicherlich, dass man dem Film gewisse Schwächen in seiner (recht überraschungsarmen) Geschichte verzeiht, da sich die Filmemacher auch nie als perfekt präsentieren, sondern den Funcharakter des Films stets unterstreichen.

Etwas schade ist aber, dass der Film dabei etwas darauf vergisst wirklich Strukturen zu erschaffen. So ist die Geschichte etwas flach und auch die Hintergründe sind etwas verworren gesponnen. So ist es stellenweise nicht so ganz klar wer da jetzt genau mit wem aus welchen Gründen im Krieg ist und auch die Deus-Ex-Machina Figur, verkörpert von Mark Strong, hat etwas seltsamen Charakter. Auch wäre es schön gewesen wenn man etwas mehr über die Hintergründe und die Mythologie der einzelnen Rassen erfahren hätte. John Carter vergisst leider darauf in die Breite zu gehen, was dem Film etwas an Größe raubt.

Aber eines kann man dem Film nicht absprechen: John Carter ist unterhaltsam und sieht ausgezeichnet aus. Die Effekte sind sehr gut, die weiten Marslandschaften sehen traumhaft aus und die klassische Heldenreise von Taylor Kitsch macht Spaß. Und deshalb ist der Film auch für alle sehr gut geeignet, die nach kurzweiliger Zerstreuung suchen und für kurze Zeit in einer fremden Welt abtauchen wollen. Wer sich allerdings einen zweiten Herr der Ringe oder Star Wars erwartet, wird wohl enttäuscht werden, da der Film gar nicht den Anspruch stellt das nächste epische Meisterwerk am SciFi/Fantasyhimmel zu sein. Die Action sitzt, die meisten Gags funktionieren und die Gestaltung der Welt wirkt ebenso stimmig. Hauptdarsteller Taylor Kitsch macht seinen Job auch recht solide, aber wirklich großen Eindruck hinterlässt er nicht. Dazu wirkt er etwas zu farblos.

Fazit:
John Carter ist ein guter, unterhaltsamer Film, der trotz seines gigantischen Budgets von 250 Millionen Dollar einen überraschend hohen Pulpcharakter hat und weit weniger ernsthaft als so manch anderer Fantasy/SciFi-Film erscheint. Etwas problematisch ist aber, dass der Film sowohl auf der Erde, als auch in einer Fantasywelt spielt, was etwas den kohärenten Eindruck einer komplex durchdachten Fantasywelt entgegen steht. Da der Film aber auch nie den Anspruch stellt der nächste Star Wars oder Herr der Ringe zu sein, sollte man das nicht zu eng sehen. Denn John Carter sieht ausgezeichnet aus und macht Spaß. Der Unterhaltsfaktor stimmt und so wird der Film insgesamt zu einer guten Wahl für alle die Zerstreuung suchen. Für ein richtig großes Epos wirkt die Geschichte etwas zu flach und man sieht etwas zu wenig von der Mythologie des Universums, aber als kurzweiliger Unterhaltungsfilm funktioniert John Carter dennoch recht gut.

Wertung:
7/10 Punkte
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Ø Wertung: 6/10 | Kritiken: 2 | Wertungen: 24
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Liste von Missdavies
Erstellt: 18.10.2015