Nur für Personal! (2010)

OT: Les femmes du 6ème étage - 104 Minuten - Komödie
Nur für Personal! (2010)
Kinostart: 16.12.2011
DVD-Start: 05.04.2012 - Blu-ray-Start: 05.04.2012
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Filmkritik zu Nur für Personal!

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Der französische Regisseur, Drehbuchautor und Schauspieler Phillipe Le Guay gab sein Regiedebüt 1989 mit Les Deux Fragonards, bei dem er, wie bei den meisten seiner Werke auch gleich das Drehbuch lieferte. So auch bei seinem neusten Streich Nur für Personal. Mit einer sozialkritischen Herangehensweise schafft Le Guay eine, in den 60er Jahren angesetzte Komödie, die durch spielerisch charmante Umsetzung die gesellschaftliche Ungleichheit der oberen Pariser Bürgerschicht und ihrer Dienstmädchen behandelt, sowie auch kulturelle Unterschiede hervorhebt.

Der Anlageberater Jean-Louis Joubert (Fabrice Luchini) lebt zusammen mit seiner Frau Suzanne (Sandrine Kiberlain) in einem noblen Stadthaus im Paris der 1960er, die beiden Söhne sind die meiste Zeit im Internat. Als Suzanne nach der Kündigung der langjährigen französischen Haushälterin Germaine (Michèle Gleizer) die junge Spanierin Maria (Natalia Verbek) als Dienstmädchen einstellt, beginnt Jean-Louis sich für ihre charmante Erscheinung und die Kultur der neuen Haushilfe zu interessieren und vor allem aber auch für das private Leben, das sie zusammen mit den anderen Dienstmädchen des Wohnhauses Dolores (Berta Ojea), Carmen (Lola Duenas), Teresa (Nuria Solé) und auch ihrer Tante Concepción (Carmen Maura) in der sechsten Etage auf kleinstem Raum führt. Mit zunehmendem Interesse ihres Mannes an anderen Frauen, wirft ihn Suzanne aus Eifersucht aus der Wohnung, woraufhin Jean-Louis jedoch mehr als nur bereitwillig zu den Damen in den sechsten Stock zieht, wo er, genau wie sie, in einem kleinen Zimmer wohnt. Nach und nach wird die anfängliche Zuneigung zu Maria seitens Jean-Louis immer stärker und er verliebt sich schließlich in sie. Auch sie fühlt sich scheinbar zu Jean hingezogen, als sie aber erfährt, an welcher Schule in Spanien sich ihr Sohn, den sie als junges Mädchen zur Adoption freigeben musste, befindet, reist sie ab, ohne sich von Jean-Louis zu verabschieden.  

Der Film, mit dem viel passenderen Originaltitel Les Femmes du 6ème Etage (zu deutsch: Die Frauen aus der sechsten Etage), befasst sich mit dem damals extremen, herrschenden Ungleichgewicht in Bezug auf die auch heute noch  bestehende Klassengesellschaft auf humoristische und leichte Weise, indem er das Leben der Dienstmädchen im sechsten Stock aus einer lockeren und optimistischen Sicht dieser zeigt. Im Vergleich zu ihren wohlhabenden Arbeitgebern, scheinen sie das Leben viel fröhlicher und intensiver zu erleben, obwohl sie es doch eigentlich schwerer haben. Mit viel Humor lässt Le Guay die Figuren der Dienstmädchen und schließlich auch Jean-Louis, der immer mehr Gefallen an der authentischen Lebenseinstellung der Frauen findet, agieren.

Die Beziehung zwischen Jean-Louis und Maria bzw. ihre anbahnende Liaison  bleibt im Laufe der Geschichte allerdings etwas schwammig. Während seitens Jean-Louis schon relativ früh zu erkennen ist, dass er Gefallen an dem neuen Dienstmädchen findet, so lässt sich bei Maria die meiste Zeit nur eine wachsende Sympathie für ihren neuen Chef erkennen. Daher erscheint auch die Entwicklung ihres kurzen Verhältnisses sehr plötzlich und aus Marias Sicht weit hergeholt. Dennoch kann der Zuseher schon recht früh erahnen, in welche Richtung sich die Beziehung der beiden zueinander vermutlich entwickeln wird.

Nur für Personal erzählt im Grunde von verschiedenen Lebensweisen und unterschiedlichen Personen, die sich im Laufe der Geschichte verändern oder zu einer Art Einsicht gelangen. Während Jean-Louis in die warmherzige und leidenschaftliche Welt der Spanierinnen eintaucht, nach deren Kontrast zum starren Bürgerdasein er sich scheinbar gesehnt hat, erkennt Maria und auch die anderen Dienstmädchen, dass sich ein Arbeitgeber aus gehobenem Hause mit Begeisterung für sie einsetzen kann. Mit der Besetzung von Fabrice Luchini für die Rolle des bodenständigen Geschäftsmannes Jean-Louis, findet diese einen besonders liebenswürdigen Ausdruck. Aber auch Sandrine Kiberlain als, im eintönigen Ehealltag feststeckende Ehefrau und Natalia Verbek als temperamentvolles Dienstmädchen, das neuen Schwung in das Stadthaus bringt, und die humorvollen Darstellungen der restlichen Haushälterinnen wirken authentisch und überzeugend und sorgen für die besondere herzhafte und zugleich immer wieder erheiternde Stimmung des Films.

Fazit:
Mit seiner humorvollen und verspielten Verarbeitung der Thematik rund um die, in den 60er Jahren in Paris herrschenden  Klassengesellschaft und das Verhältnis zwischen Hausherren und Dienstmädchen, schafft Philippe Le Guay eine französische Komödie, die mit ihrem Optimismus, vor allem aber mit liebenswerten Charakteren besticht. Ohne einen übertriebenen Spannungsbogen aufbauen zu müssen, schaffen es Hauptdarsteller Fabrice Luchini und die Darstellerinnen der Dienstmädchen den Zuseher mit vielen, ungezwungenen Pointen auf eine lockere Art und Weise zu unterhalten.

Wertung:
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