![]() ![]() Empire Me - Der Staat bin ich! OT: Empire Me - Der Staat bin ich! Regie: Paul Poet Drehbuch: Paul Poet Darsteller: Paul Poet, Caledonia Curry, John Rinaldi, Leonard Casley, James Bates, Formica Coriandolo, Michael Bates, Achim Ecker, Erwin Strauss, Esperide Ananas Filmstart: 19.01.2012 | Laufzeit: | Dokumentation |
Der in Saudi Arabien geborene Regisseur und Journalist Paul Poet, der 1996 mit dem Kurzfilm Hoch Zeit sein Regiedebut gab, machte es sich nun zur Aufgabe, einige dieser Kulturen aufzuspüren und einen Einblick in das dortige Leben und Miteinander der Menschen zu geben. Dabei führte ihn seine Reise rund um den Globus von einer Meeresplattform in der Nordsee nach Australien hin zu einer esoterischen Gemeinschaft in Italien. In Empire Me – Der Staat bin ich! präsentiert er nun sechs solcher Utopien, die zwar allesamt ihre eigenständige Lebensweise gemeinsam haben, sich ansonsten aber stark voneinander unterscheiden und von Mikronationen über Sekten und Kommunen hin zu schwimmenden Künstlerinseln reichen.
Darauffolgend wird das idyllische Leben im Fürstentum Westaustraliens Hutt River vorgestellt, das mit seinen Traditionen und Festivitäten zahlreiche Touristen zur Passkontrolle lockt. Während hier alles in konservativen Bahnen zu laufen scheint, vertreten die nächsten beiden Kapitel eher den freigeistlichen Sinn des Esoterischen und Erotischen. Der Film führt Poet zur norditalienischen Föderation von Damanhur, eine spirituelle Ökogesellschaft, die nach eigenen politischen und sozialen Strukturen lebt. Aus mehreren Gemeinschaften bestehend dreht sich hier alles um den friedlichen und nachhaltigen Umgang mit der Natur und das spirituelle Leben im Einklang mit dieser. Übergeleitet wird nun zur Kommune ZEGG (kurz für „Zentrum für Experimentelle Gesellschafts-Gestaltung), die in der Nähe Berlins angesiedelt ist. Auch ihr Ziel ist es, ein soziales und nachhaltiges Leben für ihre Mitglieder zu schaffen, wobei vor allem die freie, sexuelle Entfaltung im Vordergrund steht. Darauf legt auch Poet den Schwerpunkt dieses Abschnitts und setzt auf polarisierende Bilder, wenn sich beispielsweise ein Haufen nackter Frauen und Männer übereinander räkelt und sich in Ekstase gegenseitig mit Öl einreibt.
Empire Me erhebt nicht den Anspruch, die gefilmten Lebensgemeinschaften in all ihren Facetten zu zeigen, sondern gibt vielmehr einen atmosphärischen Einblick in die jeweiligen Kommunen. So zieht sich auch kein wirklicher, roter Faden durch die Aneinanderreihung der Kapitel und veranschaulicht eher die differenzierten Herangehensweisen an den Wunsch einer selbstbestimmten, alternativen Lebensweise. Im Stile einer Collage arbeitet Poet mit eindrucksvollen Bildern, die das Thema der utopischen Lebensformen in ihren unterschiedlichen Variationen verdeutlichen und seine Dokumentation als stimmungsvolles Gesamtwerk funktionieren lassen.
Fazit:
Regisseur Paul Poet stellt in seinem Dokumentarfilm Empire Me – Der Staat bin ich! sechs, unterschiedliche Mikrostaaten und Kommunen vor, die mit ihren differenzierten Lebensweisen alle den Wunsch nach Selbstbestimmung und Freiheit abseits des Systems gemeinsam haben. Mit collagenartigen Bildern fängt er die Atmosphäre innerhalb dieser Lebensgemeinschaften eindrucksvoll ein und gibt somit einen Einblick in die jenseits von politischen Zwängen der Gesellschaft lebenden Gruppen. Dabei bieten vor allem die unterschiedlichen Ansätze der begleiteten Mikrowelten und deren filmische Zusammenstellung einen Abwechslungsreichtum, durch den das Interesse des Zusehers an der Thematik des Films nicht erschöpft wird.
Wertung:
7/10 Punkte
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