The Future (2011)

OT: The Future - 91 Minuten - Drama
The Future (2011)
Kinostart: 30.12.2011
DVD-Start: 25.05.2012 - Blu-ray-Start: 27.04.2012
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Filmkritik zu The Future

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Miranda July ist in der Independentszene ein Begriff. Die Performancekünstlerin hat bereits mit Kurzgeschichten und drei Kurzfilmen auf sich aufmerksam gemacht. Im Jahr 2006 gelang ihr dann mit dem Episodenfilm Me and You and Everyone We Know ein Debüt, das rund um den Globus Kritiker und Publikum gleichermaßen begeistern konnte. Nun legt sie mit The Future ein weiteres Indie-Drama vor, das episodenartig die Geschichte eines Paares erzählt, deren Leben und Beziehung sich mit einer geplanten Adoption eines Katers auf den Kopf stellen wird.

Sophie und Jason sind ein Paar um die 30 und auf dem besten Weg sich auseinanderzuleben. Sie wohnen in einem kleinen Appartement in LA, verbummeln ihre Zeit vor dem Internet, scheitern an ihren Ängsten und hassen ihre Jobs. Um der Tristesse des Alltags zu entkommen und ihrem Leben einen neuen Sinn zu geben, wollen sie in einem Monat den verletzten Kater Pfötchen adoptieren. Erschrocken über die vor ihnen liegende Verantwortung und den Verlust ihrer Freiheit, treffen Sophie und Jason eine Reihe von Entscheidungen, die ihr Leben vollkommen verändern werden...

Im hässlichen Angesicht der Zukunft, das ihnen in der Form eines schnurrenden Katers erscheint, beschließt das Paar Jason und Sophie ihr Leben radikal zu ändern. Dabei versuchen sie nicht etwa eine sogenannte Bucket-List abzuarbeiten sondern nur noch zu tun, wonach ihnen gerade ist. Der Austritt aus ihrer Comfort-Zone entwickelt sich für das Paar zum Anfang vom Ende und das recht eigenwillige Drama nimmt seinen Lauf.

Die lethargische Rhetorik der Charaktere, die akustisch melancholische Musikuntermalung und die ausgetauschten Belanglosigkeiten, die bei der intentionierten Bedeutsamkeit der Charaktere erst recht ihre Wirkung entfalten, verbreiten von Beginn an eine schwermütige Grundstimmung. Diese Belanglosigkeiten ziehen sich 90 Minuten durch den Film und sorgen für eine derart starke Fragmentierung, dass ein Kurzfilm-Format vielleicht passender gewesen wäre.  Die recht dünne Handlung korrespondiert zwar mit den vielen Eigenheiten, wie dem sprechenden Mond, dem Kater als Erzählstimme aus dem Off oder dem lebenden T-Shirt, gepaart mit der ernsten Beziehungskrise der beiden Protagonisten wird ihr aber an Bedeutung genommen.

Miranda July und Hamish Linklater stellen die zwei hilflosen Wuschelköpfe in all ihrer Lethargie mit einer spürbaren Sensibilität dar. Mit großen Augen und einem imaginären Fragezeichen über ihren Köpfen spielen sie das ängstliche Paar, das durch ihre Anpassungsschwierigkeiten voneinander abhängiger ist, als es ihnen lieb ist. Julys Background als Performancekünstlerin scheint bei ihrer Darstellung immer wieder durch. Ihre Körperlichkeit stellt sie in ausgewählten Momenten ansatzweise aus, eben diese Performances konstituieren u.a. auch die liebevolle Magie, die den Film, ein einem überwiegend losen dramaturgischen Gefüge, wie ein roter Faden durchzieht.

Fazit:
The Future besticht vor allem durch seine liebevoll verschrobenen, magischen Momente. Diese werden innerhalb des Films originell in Szene gesetzt, können aber nicht darüber hinwegtäuschen, dass sich die Figuren auf dramaturgisch dünnem Eis bewegen. Die Regisseurin (v)erklärt den Alltag der Mitte 30er Generation stimmungsvoll mit philosophischen Gedankenfragmenten. Allerdings werden die durchaus berechtigten Ängste, Zweifel und Anpassungsschwierigkeiten der Protagonisten in den skurrilen Momenten aufgelöst und ihrer Ernsthaftigkeit entledigt. Anfänglich macht dies auch Sinn, July setzt ihren Mix aber konsequent oberflächlich fort und geht auf die Denkanstöße kaum ein. Zurück bleibt liebevoll absurdes Beziehungsdrama, das nicht wirklich ernst genommen werden will.

Wertung:
6/10 Punkte
Filmering.at
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Ø Wertung: 6/10 | Kritiken: 0 | Wertungen: 1
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