Unter Kontrolle (2011)

OT: Unter Kontrolle - 98 Minuten - Dokumentation
Unter Kontrolle (2011)
Kinostart: 04.11.2011
DVD-Start: Unbekannt - Blu-ray-Start: Unbekannt
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Filmkritik zu Unter Kontrolle

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Kurzkritik im Rahmen der Viennale 2011:

Das Thema Atomkraft ist seit jeher ein vieldiskutiertes. Zwischen moderner Technik, fragwürdiger Nachhaltigkeit und zahlreichen Doomsdaypredigten finden sich unendlich viele Grautöne, sodass jeder seine Nische in der Diskussionskultur finden dürfte. Spätestens nach der Kernkraftwerkskatastrophe in Fukushima Anfang des Jahres ist das Thema wieder im kollektiven Bewusstsein verankert. Für Volker Sattel gibt es wohl deshalb keinen besseren Zeitpunkt seine Doku Unter Kontrolle in die Kinos zu bringen, die sich mit dem Thema auseinandersetzt.

Gedreht wurde der Film übrigens schon vor der Katastrophe in Fukushima. Inhaltlich ist das Thema der großen Katastrophe auch nicht unbedingt zentral - es schwingt viel mehr auf subtile Weise in den Bildern des Films mit und bleibt als etwas beunruhigender Gedanke im HInterkopf des Betrachters vorhanden. Volker Sattel scheint es viel mehr um das Phänomen der Kernkraft an sich zu gehen, für das er doch einige höchst eigenwillige Bilder, Stimmungen und Orte auf Film bannt, was zu einer insgesamt sehr speziellen Atmosphäre führt.

Im Wesentlichen hält er die Kamera einfach drauf und lässt uns das Geschehen beobachten - oftmals sehen wir den reinen Alltag im Kernkraftwerk und dürfen den Technikern über die Schulter sehen. Das erreicht eine teilweise sehr befremdliche Ausstrahlung, wenn man sich in den Arbeitsräumen irgendwo zwischen den 70ern und der Gegenwart in einem zeitlosen Raum wähnt. Durch ruhige, routinierte Beobachtungen der Menschen, bekommt man den Eindruck von der Kernkraft als schwer zu definierendes Mysterium und vom Kraftwerk als monolithischen Block, der von einigen Individuen in Zaum gehalten wird. Die Stimmung ist dabei an vielen Stellen höchst surreal.

Hinzu kommt immer wieder eine Prise Vergänglichkeit und einige befremdliche Bilder, in denen häufig eine übermächtige Kraft schlummert. Aber trotz diesen eigenwilligen Qualitäten die den Film zweifellos auszeichnen ist das Resultat an vielen Stellen höchst ermüdend. Wiederholend und wenig aufregend schleppt sich Unter Kontrolle über eine Laufzeit von 98 Minuten und hinterlässt dabei einen sehr langatmigen Eindruck. Auf Grund seiner interessanten Stimmungen ist der Film zwar einen Blick wert, aber man sollte schon wissen worauf man sich einlässt - denn ansonsten kann der Film eine sehr einschläfernde Wirkung haben.

Wertung:
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Filmering.at
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