Die Muppets (2011)

OT: The Muppets - 103 Minuten - Komödie / Familie
Die Muppets (2011)
Kinostart: 19.01.2012
DVD-Start: 24.05.2012 - Blu-ray-Start: Unbekannt
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Filmkritik zu Die Muppets

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Egal ob man sie nun mag oder nicht, die Muppets sind wohl, abgesehen von der Verehrung ihrer zahlreichen Fans rund um den Globus, den meisten Menschen zumindest ein Begriff, allen voran die bekannten Gesichter von Kermit, dem Frosch und seiner Gefährtin Miss Piggy. Seit ihrem ersten Erscheinen 1976 in der Muppet-Show sind die Kultfiguren nicht mehr aus dem Show-Business wegzudenken, prägte ihr frecher Humor doch über Generationen hinweg Jung und Alt. Um die beliebte Truppe ja nicht in Vergessenheit geraten zu lassen, machten es sich nun zwei besonders große Muppets-Fans zur Aufgabe, die Helden ihrer Kindheit erneut auf die Kinoleinwand zu bringen – die Rede ist von Regisseur James Bobin und How I Met Your Mother-Star Jason Segel. Letzterer spielt in Die Muppets nicht nur die menschliche Hauptrolle, sondern schrieb neben Nicholas Stoller, mit dem er bereits zusammengearbeitet hatte, auch gleich am Drehbuch mit.    

Walter, seines Zeichens selbst ein Muppet, ist wohl einer der größten Fans der Muppets, so auch sein Bruder und bester Freund Gary (Jason Segel). Zusammen mit Garys langjähriger Freundin Mary (Amy Adams) wohnen die beiden in der idyllischen, amerikanischen Kleinstadt Smalltown, in der die Menschen harmonisch zusammenleben. Als das Paar zur Feier ihres Jahrestags einen Ausflug nach Los Angeles plant, will Gary seinen Bruder natürlich mitnehmen, um gemeinsam das ehemalige Muppets-Theater zu besichtigen, was Mary ihrem Liebsten trotz der gewünschten Zweisamkeit nicht abschlagen kann. Dort belauscht Walter zufällig ein  Gespräch des Ölmagnaten Tex Richman (Chris Cooper), der das Theater abreißen lassen will, um unter diesem nach Öl zu bohren. Daraufhin begeben sich die Drei zu Kermit, der mittlerweile allein und zurückgezogen in Hollywood lebt und können ihn davon überzeugen, Richman aufzuhalten. Nun müssen sie nur noch alle ehemaligen Mitglieder der Muppets, die inzwischen alle in unterschiedlichen Bereichen und in der Welt verstreut tätig sind, – Fozzie steht beispielsweise mit den Moopets, einem billigen Abschlag der Muppets, auf der Bühne, das Tier kämpft in einer Klinik gegen seine Aggressionen und Miss Piggy arbeitet für ein Pariser Modemagazin – für ein Comeback zusammentrommeln, um mittels einer Reunion-Show genügend Spendengelder für den Erhalt des Theaters zu bekommen. Als Voraussetzung für die Show muss die Truppe jedoch einen prominenten Host für sich gewinnen, was sich als schwieriger als gedacht erweist.    

Die Muppets behandelt neben der Wiedervereinigung der Muppets auch die Probleme der Dreiecksbeziehung von Walter, Gary und Mary auf familienfreundliche Weise und vermittelt gleichzeitig typische Wertvorstellungen, die ein persönliches Wachsen erfordern. So wird nicht nur die brüderliche Freundschaft zwischen Walter und Gary angesichts der sich anbahnenden Entscheidung zwischen der mit seinem Bruder geteilten, kindlichen Begeisterung für die Muppets und dem erwachsenen Zusammenleben mit seiner Freundin auf die Probe gestellt. Auch die Beziehung zwischen Gary und Mary leidet unter der ständigen Miteinbeziehung von Walter.

Während die letzten beiden Muppets-Kinofilme aus den 1990ern, Muppets – Die Schatzinsel (1996) und Muppets aus dem All (1999), eher mäßigen Erfolg verzeichneten, stellt James Bobins Film nun mit seiner liebevoll inszenierten Aufmachung einen vielversprechenden Versuch dar, die beliebten Kultfiguren wieder zurück ins Rampenlicht zu bringen. So kommt Die Muppets ganz im Stile von alten Disney-Filmen à la Mary Poppins (1964) daher und arbeitet ebenso wie diese mit zahlreichen Gesangseinlagen und familienfreundlichen Konflikten, was zwar etwas übertrieben harmonisch wirkt, im Kontext der beabsichtigten Wirkung des Films jedoch hervorragend passt. So stört es auch nur mäßig, dass die Geschichte von klischeehaften Rollenbildern, wie dem des Bösewichts, gespickt ist und altbewährte Wertvorstellungen propagiert werden. Der Humor der Muppets scheint unverändert frech, aber wie schon zu ihren Anfängen fällt dieser nie auf Kosten anderer aus. Auch findet sich im Film die ein oder andere mit Selbstironie gefüllte Pointe, wenn es zum Beispiel um den Bekanntheits- bzw. Beliebtheitsgrad der Puppen bei der heutigen, jüngeren Generation geht.

Wie viele Fans und Anhänger die Muppets trotz der wenigen, öffentlichen Aufmerksamkeit der letzten Jahre nach wie vor haben, zeigt sich allein schon an der Liste der mitwirkenden Schauspieler und Cameo-Auftritte zahlreicher Comedy- und Hollywoodstars jeder Altersgruppe. Die menschlichen Hauptcharaktere werden von Jason Segel, der sich mit Komödien wie Nie wieder Sex mit der Ex (2008) als Schauspieler oder Männertrip (2010) als Drehbuchautor einen Namen machte, Amy Adams, die sich wie in Verwünscht (2007) oder Nachts im Museum 2 (2009) immer wieder von ihrer amüsanten Seite präsentiert, sowie Oscar-Preisträger Chris Cooper (Company Men, 2010) verkörpert. Daneben wird der Film von Kurzauftritten zahlreicher Prominenter bereichert, beispielsweise von Jack Black als gekidnappter Show-Host, Hollywood-Urgestein Whoopi Goldberg, dem aufstrebenden Jungstar Selena Gomez, The Big Bang Theory -Darsteller Jim Parsons, Segels How I Met Your Mother-Kollege Neil Patrick Harris oder aber der aus Hangover 1 & 2 bekannte Zach Galifianakis.

Mit dieser Mischung aus den altbekannten und beliebten Gesichtern der Muppets, dem unvergleichlichen Witz von Jason Segel und Amy Adams, mitreißenden Gesangs- und Tanzperformances sowie der vielfachen Beteiligung berühmter Persönlichkeiten ist Bobins mit Die Muppets eine unterhaltsame Familienkomödie gelungen, durch die die Kultfiguren ein gebürtiges Revival erleben dürfen.

Fazit:
Nach Jahren der Muppets-Abstinenz bringt Regisseur James Bobin gemeinsam mit How I Met Your Mother-Star Jason Segel die kultige Showtruppe wieder auf die große Leinwand. Segel, der auch am Drehbuch mitschrieb, spielt neben Amy Adams und Chris Cooper als Bösewicht die menschliche Hauptrolle und überzeugt genau wie diese mit treffendem Humor. Mit fesselnden Gesangsperformances im Stile von Mary Poppins (1964), vielen Cameo-Auftritten bekannter Stars wie Jack Black oder Neil Patrick Harris und einer amüsante Geschichte schafft Disney es nach längerer Pause die Muppets wieder zu Protagonisten einer überzeugenden Komödie für die ganze Familie und selbst für Nichtanhänger der Kultfiguren zu machen.

Wertung:
8/10 Punkte
Filmering.at
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