![]() ![]() Bulb Fiction OT: Bulb Fiction Regie: Christoph Mayr Drehbuch: Christoph Mayr Filmstart: 16.09.2011 | Laufzeit: | Dokumentation |
Schon die Aufmachung des Films mit dem Titel, der ganz offensichtlich und sicherlich nicht ohne Grund an einen der wohl beliebtesten und erfolgreichsten Filmklassiker, nämlich Pulp Fiction (1994) angelehnt ist, weckt das Interesse seitens des Publikums. Und auch das Logo des Films – eine Glühbirne mit einer glühenden, zur Faust geballten Hand darin – macht auf diesen aufmerksam und weist schon symbolisch auf die Widerstandsbewegung für die Glühlampe und gegen deren Verbot hin. Obwohl das Thema der Dokumentation zunächst ein wenig trocken anmutet, so versteht Mayr es, dieses dennoch interessant und fast schon spannend verpackt darzubringen. Es wird mit sämtlichen Lügen die Energiesparlampe betreffend, wie die höhere Brenndauer, die selten eingehalten wird und keineswegs einem Durchschnittswert entspricht, aufgeräumt.
Des Weiteren werden wirtschaftlich und politisch ausgenutzte Machtverhältnisse aufgedeckt, die sowohl für Industrie in Bezug auf ihre Gewinnmaximierung als auch für die EU-weite Politik, die damit einen scheinbaren Beitrag im Kampf gegen den Klimawandel leistet, einen positiven Effekt hat. Man wird sowohl über politische aber auch industrielle Hintergründe, wie das schon seit 1924 bestehende Phoebus-Kartell, das eine Übereinkunft der größten Lampenhersteller darstellt, aufgeklärt, die eine willkürlich bzw. nicht zugunsten des Konsumenten geschweige denn der Umwelt getroffene Entscheidung zur Abschaffung der Glühlampe erahnen lassen. Aber auch NGOs verschreiben sich dem Glühlampenverbot, allen voran Greenpeace mit seiner zu Beginn der Dokumentation gezeigten Aktion 2007 vor dem Brandenburger Tor, wo symbolisch 10.000 Glühbirnen mit einer Walze zerstört wurden. Einen Sinn in solch einer Aktion sieht Mayr und auch der Zuseher nicht, wenn einem Zahlen und Fakten vorgestellt werden, die einleuchtend zeigen, dass der energieeffiziente und umweltschonende Nutzen von Energiesparlampen gegenüber herkömmlichen Glühlampen praktisch nicht gegeben ist und eine Umstellung auch für den Endnutzer im privaten Haushalt kaum Ersparnis bedeutet, durch speziell notwendige Entsorgungsmaßnahmen teils sogar eine Kostenerhöhung darstellt.
Bulb Fiction nimmt den Zuseher mit auf eine Reise, die ihn rund um den Globus führt und zeigt damit deutlich, welche Wichtigkeit die Frage um effiziente Lichtquellen und den damit zu erreichenden Umweltschutz international aufweist, vor allem in Bezug auf politische und ökonomische Verstrickungen. So wird beispielsweise der radikale Tausch von Glühbirnen gegen „bessere“ Energiesparlampen in Kuba gezeigt, hier wurde bereits gänzlich auf die neue Lampe umgestellt.
Bulb Fiction lässt keine Fragen offen, bis auf jene, wie man denn nun gegen das beschlossene Gesetz vorgehen könne. Er entlässt mit der Botschaft, dass ein großer Schritt in die richtige Richtung schon allein damit getan ist, das Gesetz nicht einfach als gegeben anzunehmen sondern zu hinterfragen. Und genau das ist das Ziel dieser Dokumentation, die Bevölkerung zu informieren und ihr somit eine faire Chance zu geben, sich angesichts aller zu beachtenden Gesichtspunkte eine eigene Meinung bilden und dem politischen Geschehen kritisch gegenüberstehen zu können – denn schließlich leuchtet nicht alles, was Licht gibt.
Fazit:
Mit seinem Dokumentarfilm liefert Mayr Ergebnisse seiner Recherchen über wirtschaftliche und politische Motivationen zur zwanghaften Einführung von Energiesparlampen und gibt dem Zuschauer damit die Möglichkeit eines kritischen Standpunkts. Bulb Fiction zeigt der Bevölkerung damit eine bisher in den Hintergrund gedrängte Position zum Thema „Glühlampenverbot“ auf und wird auf seiner Filmhomepage zu Recht mit dem Prädikat „besonders wertvoll“ beschrieben.
Wertung:
7/10 Punkte
15.09.2011 - Bulb Fiction - Deutscher Trailer
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