Rush Hour 3

OT: -  91 Minuten - Action / Komödie
Rush Hour 3
Kinostart: 15.08.2007
DVD-Start: Unbekannt - Blu-ray-Start: Unbekannt
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Filmkritik zu Rush Hour 3

Von am

Es hätte das Jahr der großen Produktionen werden sollen. Dass Fortsetzungen mittlerweile an der Tagesordnung in Hollywood sind, ist ja schon lange nichts Neues mehr, aber so viele Fortsetzungen wie dieses Jahr gab es lange nicht mehr. Genauer gesagt sind es die dritten Teile, für die das Jahr 2007 in Erinnerung bleiben wird: Fluch der Karibik 3, Spider-Man 3, Shrek 3, Ocean´s Thirteen, Das Bourne Ultimatum und natürlich auch Rush Hour 3. Sie alle kamen, um ein Stück vom Kuchen zu bekommen, und überraschenderweise waren es gerade die früheren Box-Office Könige Fluch der Karibik, Spider-Man und Shrek, welche enttäuschten. Dass Rush Hour 3 ebenfalls nicht so der Bringer ist, ist da schon fast egal.

Chief Inspector Lee (Jackie Chan) und sein schwarzer Freund Detective James Carter (Chris Tucker) sind wieder vereint. Doch während Lee um den Schutz des chinesischen Botschafters bemüht ist, nutzt Carter die Zeit lieber, um Frauen abzuschleppen. Doch nachdem ein Anschlag auf den Botschafter verübt wurde und eine Spur nach Paris führt, macht sich das ungleiche Duo auf, um die Auftraggeber des Killerkommandos in der französischen Hauptstadt zu finden. Nun müssen die beiden versuchen, sich gegen die Triaden, die wohl mächtigste Verbrecherorganisation der Welt, zur Wehr zu setzen...

Das klassische Buddymovie steht in seinem grundsätzlichen Schema nun schon seit ewig langer Zeit still. Nachdem Nur 48 Stunden die Regeln des Genres definierte und die Lethal Weapon Reihe sie perfektionierte, tat sich nicht mehr viel. Alle diese Filme laufen nach dem gleichen Schema ab und setzen ein möglichst ungleiches Duo ein, welches sich unter möglichst billigem Vorwand zusammenraufen muss, um der größeren Sache zu dienen. Nun, ich will mich nicht zu sehr beschweren, denn ich muss zugeben, dass mich Filme dieser Art schon viel zu gut unterhalten haben, um jetzt an ihnen zu nörgeln.

Das Problem bei Rush Hour 3 ist nur, dass er sich in keinem einzigen Punkt mit dem Genreprimus Lethal Weapon messen kann. Wenn man Jackie Chan und Chris Tucker beim Ermitteln beobachtet, dann wird einem erst richtig bewusst, wie gerne man Mel Gibson und Danny Glover wieder zurück haben würde. Dies ist weniger die Schuld von Martial-Arts Legende Jackie Chan, der sich auch in Rush Hour 3 wieder voll reinhängt und alles aus sich rausholt, sondern viel mehr der Fehler des dauernd plappernden und stets nervenden Chris Tucker, der wie ein Eddie Murphy ohne Charisma und auf Speed wirkt.

Doch am besten stellt man die Vergleiche mit Lethal Weapon sehr schnell wieder ein, denn es wäre ungerecht, ein B-Liga Team gegen den Champion antreten zu lassen. Rush Hour 3 ist nämlich auch kein totaler Reinfall geworden. Zwar hält man den Ball immer schön flach und versucht auch gar nicht das Niveau zu heben, aber zumindest für Kurzweiligkeit ist mit dieser Taktik gesorgt. So richtig Gelegenheit zum lauthals Loslachen bekommt man zwar in keiner Sekunde, aber im Großen und Ganzen wird zumindest für seichte Unterhaltung gesorgt.

Die Actionszenen sind sehr unterschiedlich ausgefallen. Da gibt es Peinlichkeiten wie den Kampf gegen den riesigen chinesischen Kämpfer, der mit seinen Schuhen Größe Kindersarg um sich tritt, aber es gibt auch gelungene Szenen. Besonders Spaß macht die Verfolgungsjagd im Taxi, wenn Carter und Lee von den Triaden auf Motorrädern verfolgt werden und nun versuchen, diese vom Taxi aus kreativ zu dezimieren. Schade jedoch, dass man sich keine ebenso unterhalsame finale Actionparade hat einfallen lassen. Der Schlusskampf am Eiffelturm ist sowohl uninspiriert als auch etwas langweilig.

Von der Story wird sich wohl niemand etwas Atemberaubendes erwarten. Carter und Lee werden zusammengeführt, der Botschafter wird als auslösendes Ereignis angeschossen, was wiederum den Startschuss für den Film gibt. Dann arbeitet sich die Geschichte durch Ungereimtheiten und Vorhersehbares durch, um die Actionszenen und das lose Mundwerk von Carter unter einen Hut zu kriegen. Zwar ist es schade, dass man sich selbst den Anspruch gar nicht stellt, eine interessante Geschichte zu erzählen, aber dies ist immer noch besser als eine aufgezwungene Handlung, die den Film bremst.

Bei den Figuren hat man sich einige nette Gedanken gemacht. Carter und Lee als dynamisches Duo sind ja bereits bekannt, aber rund um sie wurden einige neue Charaktere positioniert. Den wahrscheinlich langweiligsten Auftritt hat gerade der beste aller Darsteller im Film: Ingmar Bergmans langjähriger Paradedarsteller Max von Sydow bekommt eine unspektakuläre und durchschaubare Figur, aus der nicht einmal dieser Ausnahmedarsteller etwas machen kann. Dafür hat man sich mit dem Taxifahrer George eine genial skurrile Figur ausgedacht und mit Roman Polanski in einem kurzen Gastauftritt als französischer Kommissar, der die amerikanischen Kollegen sehr unliebsam begrüßt, den vielleicht besten Gag des Films gebracht.

Fazit:
Es tut sich nicht viel an der Front von Rush Hour 3. Alt bewährte Rezepte werden aufgewärmt und ohne spektakuläre Neuerungen serviert. Der Film ist weder überdurchschnittlich witzig noch bietet er außergewöhnliche Schauwerte, und von einer durchdachten Story brauchen wir gar nicht erst anzufangen. Übrig bleibt ein durchaus kurzweiliges, aber höchst durchschnittliches Buddymovie. Man kann sich den Film zwar ansehen, notwendig ist es allerdings nicht.

Wertung:
5/10 Punkte

Filmering.at
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