4:44 Last Day on Earth (2011)

OT: The Last Day on Earth - 85 Minuten - Drama / Fantasy / SciFi
4:44 Last Day on Earth (2011)
Kinostart: Unbekannt
DVD-Start: 09.11.2012 - Blu-ray-Start: 09.11.2012
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Filmkritik zu 4:44 Last Day on Earth

Am 21. Dezember 2012 endet der Maya-Kalender, sodass der Weltuntergang prophezeit wurde. Passend dazu bescherte uns Roland Emmerich im Jahr 2009 seinen Katastrophenfilm 2012. Emmerich versuchte damals mit brachialer Action sein Publikum zu begeistern, vergas jedoch völlig die Charaktere. Im vergangenen Jahr brachte dann Lars von Trier den Weltuntergangsfilm Melancholia in die Kinos, konzentrierte sich voll und ganz auf die Ängste seiner Figuren und lies damit die restlichen Filme seiner Art weit hinter sich. Nun hat der Drehbuchautor und Regisseur Abel Ferrara dieses Thema verfilmt und den Untergang der Erde sogar mit einer bestimmten Uhrzeit verbunden. Somit soll alles um 4:44 Uhr zu Ende sein. Dabei geht der Filmemacher unkonventionell an das Thema heran und zeigt statt Panikausbrüche einen gewöhnlichen Tag eines Paares.

Cisco (Willem Dafoe) und seine Freundin Skye (Shanyn Leigh) haben sich bereits mit dem bevorstehenden Ende der Welt abgefunden und verbringen den letzten gemeinsamen Tag in ihrer Wohnung. Sie schlafen das letzte Mal miteinander. Cicso schläft danach ein, verliert somit kostbare Zeit. Skye nutzt allerdings die letzten Stunden ihres Lebens - sie malt und wechselt dabei stets ihre Kleider. Nachdem Cisco wieder wach geworden ist, informiert er sich im TV über den Stand der Dinge und ein weiteres Mal über den Grund des Weltuntergangs. Daraufhin nimmt er über Skype Abschied von seiner Tochter. Im Laufe des Online-Gesprächs erscheint seine Ex-Frau im Bild. Voller Emotionen verrät Cisco ihr, dass er sie noch liebt. Indessen hört Skye das Geständnis und verliert die Beherrschung…

Da der Weltuntergang in Abel Ferraras Film 4:44 Last day on earth bereits feststeht, haben sich die Hauptcharaktere mit ihrem Tod abgefunden. Trotzdem liegt eine angespannte Atmosphäre in der Luft. Cisco und Skye lieben sich zum letzten Mal. Der Filmemacher geht dabei sehr nahe an das Geschehen heran und beginnt zugleich damit sein Drama. Doch nicht jede Szene in Ferraras Film enthält diese Intimität und Intensität. Obwohl das Weltende bekannt ist, bevorzugen die Charaktere lieber zuhause zu bleiben, als sich familiär zu versammeln. Die Verabschiedungen werden stattdessen unpersönlich und unter Tränen mithilfe von Skype erledigt. Natürlich ist dann der Angerufene sofort erreichbar, da anscheinend am letzten Welttag jeder zuhause sitzt und auf das Ende wartet.

Diese Handlung klingt bei den gegebenen Tatsachen etwas absurd, doch im Endeffekt führt uns Abel Ferrara damit nur unsere Abhängigkeit von dem Medium Internet vor. Denn sogar kurz vor unserem Untergang hängen wir an diesem Medium. Die versammelten Massen, die draußen gemeinsam beten und auf ein Wunder hoffen, leben nur noch in unseren Gedanken und genau so werden sie auch in 4:44 Last day on earth präsentiert. Selbstmordtäter finden nichtsdestotrotz auch in diesem Weltuntergangsfilm ihren Platz, sodass der Filmemacher damit gleich seinem Publikum ein Genre-Klischee vorführt. Dies hätte aber auch komplett ausgelassen werden können, da dadurch ein unrunder Eindruck entsteht.

Im Mittelpunkt der Handlung stehen nicht nur Cisco und Skye, sondern auch die Kunst. Diese wird anhand von Skye ausgedrückt und steht daraufhin im Gegensatz zum restlichen Endzeitfilm. Während die Welt sich auf den Untergang vorbereitet, erschafft Skye in ihrem Raum neue Kunstwerke. Es scheint so, als ob sie dabei in ihrer eigenen Welt leben würde und die Welt um sich herum vergessen hätte. Nebenher kann man hören, wie Al Gore im Fernseher sagt, dass die Menschheit Schuld an dem Untergang der Erde sei. Diese Aussage spricht den Zuschauer aber kaum an. Denn schließlich gelingt es Abel Ferrara leider nicht das Publikum zu berühren, so wie es Lars von Trier mit seinem Weltuntergangsfilm Melancholia gelungen ist. Die Darstellung des letzten Tages auf der Erde ist einfach zu gewöhnlich ausgefallen und genau hier liegt auch das Problem des Dramas. Der Regisseur kann nur Stellenweise die Rezipienten ansprechen. So kann er gegen Ende sein Publikum wieder fesseln. Bevor die Erde aufhört sich zu drehen stellt er uns eine Bilderkollage zur Schau, die ein Gemeinschaftsgefühl erzeugt, um dann das Ganze im Nichts zu beenden.

Fazit:
Was würde ich machen, wenn das Ende der Welt mit einer bestimmten Uhrzeit / Explosion festgelegt sein würde? Wie würde ich den letzten Tag verbringen? Diese Fragen stellt man sich im Verlauf des Endzeitfilms 4:44 Last day on earth von Abel Ferrara. Der Filmemacher behandelt das Thema unkonventionell und präsentiert den Zusehern einen mehr oder weniger gewöhnlichen Tag aus dem Leben eines Paares. Das Ganze verbindet er mit kritischen Elementen, vergisst jedoch dabei das Publikum zu fesseln. Trotzdem zeigt er uns eine Lösung zum Sprichwort „Lebe jeden Tag, als wäre es dein letzter.“. Denn in diesem Film ist der letzte Tag wie ein jeder Tag und somit nichts Besonderes.

Wertung:
6/10 Punkte
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