![]() ![]() Alpen - Alpis OT: Alps, Alpis, Alpeis Regie: Giorgos Lanthimos Drehbuch: Efthymis Filippou, Giorgos Lanthimos Filmstart: 27.04.2012 | Laufzeit: | Drama |
Eine Krankenschwester, ein Sanitäter, eine Turnerin und ihr Trainer haben ein ungewöhnliches wie makabres Geschäftsmodell entwickelt. Menschen, die vor kurzem einen geliebten Menschen verloren haben, können sich an die Gruppe mit ihrer außergewöhnlichen Dienstleistung wenden. Die Gruppe nennt sich "die Alpen", jeder von ihnen ist nach einem Berg der Alpen benannt. Die Gruppenmitglieder können von Kunden gebucht und als Ersatz für den Verstorbenen eingesetzt werden, um ihre Trauerarbeit zu erleichtern. Dabei gibt es ganz bestimmte Regeln, an die sich jeder von den Mitgliedern halten muss. Beispielsweise ist ihnen der Aufbau einer emotionalen Verbindung oder körperliche Intimität zu ihren Kunden strikt verboten. Doch nicht alle Mitglieder befolgen die Vorschriften...
Alle Darsteller wissen zu überzeugen, die abhängige Turnerin wie der patriarchalische Trainer ebenso wie die verzweifelte Krankenschwester. Eingebettet werden die hervorragenden Darsteller und die vielversprechende Geschichte in einer staubtrockenen, rigiden Inszenierung. Gesichter werden vom Bildausschnitt abgeschnitten, Dialoge aus einem ungewöhnlich spitzen Winkel und oftmals mit nur einer Gesichtshälfte des Gesprächspartners gedreht. Zu erwähnen wäre auch noch eine Slow-Motion Szene, deren vermeintlich fehlende Sinnhaftigkeit einen störenden Einschnitt in die Wahrnehmung des Zusehers markiert. Dabei wird man zu einem permanenten Hinterfragen der inszenatorischen Mittel gezwungen, die eine Anteilnahme am Film und der Geschichte erschweren. Der beinharte formale Stil wird immer wieder von kurzen Gewaltausbrüchen und komischen Momenten dekoriert, die das Geschehen auflockern, aber nicht wirklich von Dauer sind.
Fazit:
Das Psychodrama Alpis zeichnet sich vor allem durch eine originelle Prämisse, eine überaus interessante Figurenkonstellation und durch die herrlich verschrobenen Dialoge aus. Schade, dass die unkonventionelle und sperrige Inszenierung einem erfrischenden Filmerlebnis den Garaus macht. Dem Zuschauer wird aufgrund von fragwürdigen Handlungsmotiven eine emotionale Partizipation schwer gemacht. Das macht den Film nicht unbedingt angenehm oder bequem, die Wahrnehmung für inszenatorische Konventionen und den griechischen Film wird durch das verstörende Drama auf jeden Fall geschärft.
Wertung:
6/10 Punkte
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