Dame König As Spion (2011)

OT: Tinker Tailor Soldier Spy - 127 Minuten - Thriller
Dame König As Spion (2011)
Kinostart: 02.02.2012
DVD-Start: 09.08.2012 - Blu-ray-Start: 09.08.2012
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Filmkritik zu Dame König As Spion

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Regisseur Thomas Alfredson hat sich vor allem mit seinem beeindruckenden Arthouse-Vampirfilm So finster die Nacht einen Name in der europäischen Filmszene gemacht. Die Werte, die seinen großen Durchbruch auszeichneten waren ins Besondere seine Amtosphäre und eine kühle Beobachtungsgabe, die es schaffte einen besonders eigenwilligen Stil hervorzurufen. Eben jener Stil ist es nun auch, der seinen nächsten Film Dame König As Spion auszeichnet. Ein Spionage-Drama, dem es auf subtile Weise gelingt Spannung zu erzeugen, dessen eigentliche Stärke es jedoch ist die Atmosphäre des gegeseitigen Misstrauens während des Kalten Kriegs messerscharf zu skizzieren.

Großbritannien während des Kalten Kriegs: Control (John Hurt), der Boss des britischen Geheimdienstes ist davon überzeugt, dass sich ein sowjetischer Spion unter seine Truppe geschmuggelt hat. Doch nicht nur irgendwo in seine Truppe, sondern ganz oben in der höchste Führungsebene. Er ist davon überzeugt, dass einer seiner Top-Spione der Verräter ist. In Frage kommen: Percy Allenine (Toby Jones), Roy Bland (Ciarán Hinds), Bill Haydon (Colin Firth) und Esterhase (David Dencik). Doch wer von ihnen ist es? Nachdem die Geheimoperation von Spion Jim Prideaux (Mark Strong) scheitert wird Control um seinen Posten gebracht. Doch das Problem innerhalb des “Circus” ist damit natürlich nicht behoben. Der eigentlich pensionierte George Smiley (Gary Oldman) soll sich um die Sache kümmern...

Paranoia, Misstrauen, Kälte - Thomas Alfredson schafft es unglaublich versiert den Kalten Krieg vor unseren Augen wieder auferstehen zu lassen. Von den Frisuren, über die Kleidung, die Ausstattung und die Stimmung bis hin zu winzigen Kleinigkeiten stimmen alle Details perfekt. Dabei macht Alfredson von Anfang an klar, dass er nichts von Spionage-Thrill im Stile eines James Bond hält. Es gibt keine großen Verfolgungsjagden, keine dynamischen Schießereien, stattdessen spielen sich die Konflikte und “Duelle” auf einer weitaus realeren Art und Weise ab. Es sind intellektuelle Schachpartien, in denen sich die verschiedenen Seiten versuchen in eine gute Position zu bringen und dann unerbittert zuzuschlagen.

Und wenn man einmal eine Waffe sieht gibt es keine Rettung in letzter Sekunde, sondern man weiß, dass das Spiel bereits verloren ist. Dame König As Spion kann sich dabei vor allem auf ein ausgezeichnetes Drehbuch berufen, basierend auf dem Bestseller von John le Carré. Den Filmemachern ist es dabei gelungen die durchaus komplexe Geschichte auf ihren Kern herunterzubrechen. Der Film erzählt die Geschichte weitestgehend geradlinig und ohne Schnörkel, gönnt sich aber dennoch immer wieder einen kurzen Moment um innezuhalten und Impressionen aus der Vergangenheit wirken zu lassen. Alfredson spielt hier viel mit dem stetig wachsenden Wissen und Misstrauen des Zusehers um die Bilder aus der Vergangenheit gewinnbringend einzusetzen.

Die groß gestellte Frage nach der Identität des Maulwurfs ist dabei aber vor allem ein Aufhänger. Es sollte nicht allzu schwer sein zu erraten wer nun der Verräter ist, und deshalb kann die Auflösung auch nur bedingt überraschen. Aber trotzdem mangelt es Dame König As Spion nicht an Spannung. Der Film schafft es ausgezeichnet die Kleinigkeiten in den Fokus zu rücken und auf subtile Weise an der Spannungskurve zu schrauben. Besonders erwähnenswert ist dabei die verdeckte Operation, deren Ziel es ist geheime Dokumente aus dem Allerheiligsten des britischen Geheimdiensts zu holen. Aber auch ohne “Spannung” im eigentlichen Sinn schafft es der Film immer wieder zu verblüffen - etwa wenn eine simpel erzählte Geschichten von George Smiley einen solchen Sog entwickelt, dass man dem (unverschämt großartigen) Gary Oldman gebannt an den Lippen hängt.

Das bringt uns auch schon zum nächsten großen Pluspunkt: Die Darsteller zählen durch die Bank zu den besten ihrer Zunft und schaffen es selbst aus kleinen Rollen viel zu machen. Besonders beeindruckend ist natürlich der überragende Gary Oldman in der Hauptrolle, der für seinen umwerfenden Part völlig zurecht mit einer Oscarnominierung bedacht wurde, aber auch seine Nebendarsteller zeigen sich von ihrer besten Seite. Besonders beeindruckend ist die Leistung John Hurt, dem es gelingt seiner sehr kleinen Rolle ein enorm einprägsames Profil zu verpassen, aber auch dem immer tollen Colin Firth gelingt dieses Kunsstück. Von den jüngeren Darsteller überzeugen besonders Tom Hardy (der bereits in Bronson und Inception sein Talent zeigte) und Benedict Cumberbatch (der als moderner Sherlock Holmes in Sherlock bereits viele überzeugen konnte).

In Summe gesehen fehlt es Dame König As Spion vielleicht an großen, denkwürdigen Szenen, die man lange in Erinnerung behalten könnte. Stattdessen serviert der Film aber einen durchaus beeindruckenden Bilderstrom, mit dem man mitgleiten kann und sich in der fesselnden Atmosphäre verlieren kann. Thomas Alfredson zeichnet ein vielschichtiges Portrait einer ganz besonderen Epoche und ein Sittengemälde einer von Paranoia gekennzeichneten Gesellschaft. Dame König As Spion ist dabei vor allem ein Film der leisen Zwischentöne, der eher auf subtile Weise für Stimmung sorgt, als mit dem Holzhammer für schnellen Thrill zu sorgen. Dank den herausragenden Darstellern, dem großartigen Drehbuch und der stilsicheren Regie sollte man sich den Film nicht entgehen lassen.

Fazit:
Dame König As Spion ist ein ruhig erzähltes, stilsicher inszeniertes und famos gespieltes Spionage-Drama. Besonders herausragend ist die präzise Schilderung einer Zeit der Paranoia und die einnehmende Erzählstruktur. Obwohl der Film darauf verzichtet den realistischen Ansatz für einen schnellen Thrill zu opfern, gibt es immer wieder ganz besondere Szenen in denen der Film auf bodenständige Art und Weise für Spannung sorgt. Besonders überzeugend sind auch die hochkarätigen Darsteller, angeführt von einem Gary Oldman in absoluter Bestform. Insgesamt gesehen fehlt es dem Film vielleicht an den ganz großen Szenen an die man sich immer wieder erinnern kann, aber dafür wird man mit einem einnehmenden Erzählfluss entschädigt, der es auf subtile Weise schafft das Publikum durch die Geschichte zu führen.

Wertung:
8/10 Punkte
Filmering.at
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Ø Wertung: 7.5/10 | Kritiken: 0 | Wertungen: 32
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