![]() ![]() Der Gott des Gemetzels OT: Carnage Regie: Roman Polanski Drehbuch: Roman Polanski, Yasmina Reza Filmstart: 25.11.2011 | Laufzeit: | Komödie-Drama |
New York: Zwei Kinder streiten in einem Park und schließlich schlägt das eine Kind dem anderen mit einem Stock ins Gesicht. Da das Kind dabei zwei Zähne verliert treffen sich die Eltern Opfers, Michael (John C. Reilly) und Penelope Longstreet (Jodie Foster) und die Eltern des Täters, Alan (Christoph Waltz) und Nancy Cowen (Kate Winslet). Sie versuchen die Sache wie Erwachsene zu klären, dabei vielleicht einen Kaffee zu trinken und sich näher kennen zu lernen. Doch aus dem unschuldigen Treffen erwächst bald schon ein handfester Streit und zwischen nervigem Dauer-Handyalarm und verschiedenen Lebensansichten geraten die Erwachsenen immer weiter aneinander...
Dies liegt zu großen Teilen an den grandiosen Darstellern, die sich durch die Bank von ihrer besten Seite zeigen. Besonders Christoph Waltz brilliert mit seinem feinsinnigen Gespür für Komik und zeigt die beste Leistung seit seiner oscarprämierten Galavorstellung in Inglourious Basterds. Er bringt die Situationskomik mit schelmischen Humor auf den Punkt und genießt es sichtlich seine Rolle zwischen besserwisserischem Yuppie, gleichgültigem Ehemann und ständig beschäftigtem Geschäftsmann auszupendeln. Jodie Foster hingegen verzweifelt mit großer Leidenschaft am Versuch ihre liberalen Ansichten zu verkaufen, während Kate Winslet still in sich hineinleidet, bis sie schließlich wie ein Vulkan hochgeht. Um all dieses Chaos herum kreist noch John C. Reilly, der sich in allen Kategorien zuhause fühlt und dabei ebenfalls für prächtige Unterhaltung sorgt.
Dabei hat Der Gott des Gemetzels kein Gramm Fett. Der Film wirft uns ins kalte Wasser, endet abrupt und in seiner kurzen Laufzeit von 79 Minuten erlaubt sich Roman Polanski keinerlei Durchhänger. Der Unterhaltungswert bleibt über die gesamte Laufzeit hoch, der Humor bissig und so gut wie alle Gags zünden. Der Gott des Gemetzels kann sich zwar nicht mit den ganz großen Filmen Polanskis messen - dazu ist der Film einfach viel zu sehr bloß köstliche Fingerübung - aber wer auf der Suche nach gehobener Unterhaltungs ist, die sich nicht selbstverliebt im Kreist dreht, der sollte Der Gott des Gemetzels nicht verpassen. Denn unterhaltsamer werden sich vier Topdarsteller dieses Jahr wohl nicht mehr vor der Kamera zur Sau machen.
Fazit:
Der Gott des Gemetzels ist eine temporeiche, höchst unterhaltsame Fingerübung, getragen von köstlichen Wortgefechten und brillanten Darstellern die sich in bester Spiellaune zeigen. Zwar hält sich Roman Polanski vornehm zurück und rückt stattdessen seine Schauspieler und das Ausgangsmaterial ins Rampenlicht, aber dem Filmgenuss tut dies keinen Abbruch. Denn Der Gott des Gemetzels besitzt kein Gramm Fett, sorgt durchgehend für großartige Unterhaltung und versteht es dabei auch noch ausgezeichnet die geordneten Mauern des Bürgertums einzureissen und vorzuzeigen, dass respektable Erwachsene in Wirklichkeit auch nur kindische Egomanen sind. Der Film ist somit absolut empfehlenswert und man sollte sich den Spaß auf keinen Fall entgehen lassen.
Wertung:
8/10 Punkte

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