Terminator

OT: -  108 Minuten -  Thriller
Terminator
Kinostart: 15.03.1985
DVD-Start: Unbekannt - Blu-ray-Start: 05.10.2012
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Filmkritik zu Terminator

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Um „The Terminator“ reißen sich mittlerweile die Superlative. Der längst zum Klassiker avancierte Kultfilm war in seinem Geburtsjahr 1984 zwar kein richtungsweisender, wohl aber ein das Genre prägender Film, der heute noch das Musterbeispiel einer ökonomischen Produktion ist. Regisseur James Cameron („Aliens“, „True Lies“) drehte mit einem Minibudget einen Actionthriller mit Science-Fiction-Elementen, der Arnold Schwarzenegger („Predator“, „Total Recall“) nach „Conan the Barbarian“ den endgültige Durchbruch bescheren sollte.

Auch heute noch überkommt mich ein seltsames Kribbeln, wenn während der Opening Credits Brad Fiedels („Blue Steel“, True Lies“) markanter Score wummert und sich im Hintergrund die Buchstaben zum Titel zusammenschieben. Camerons später vierte (!) Ehefrau Linda Hamilton („King Kong Lives“, „Dante's Peak”), Paul Winfield („Star Trek: The Wrath of Khan”, „Cliffhanger”), Bill Paxton („Near Dark”, „Predator 2”), Lance Henriksen („Hard Target”, „AVP: Alien Vs. Predator“) und Michael Biehn („Navy SEALS“, „The Rock“) waren hier genauso vertreten wie Cutter Mark Goldblatt („Armageddon“, „Bad Boys II“), Creature-Guru Stan Winston („Predator“, „The Relic“) und Kameramann Adam Greenberg („Eraser“, „Collateral Damage“).

Dieses Projekt sollte sie alle zusammenschweißen und so richtig getrennt haben sich die Wege in den folgenden zehn Jahren nie. Für „Terminator 2: Judgment Day” trommelte Cameron zwar sowieso alle wieder zusammen, aber Fiedel komponierte auch zu „True Lies”, Mark Goldblatt schnitt ihn und was Schwarzenegger im Film seines später dicken Kumpels zu tun hatte wissen wir. Bill Paxton, Lance Henriksen und Michael Biehn fochten für Cameron nicht nur gegen „Aliens“, sondern wurden für seine dritte Ehefrau Kathryn Bigelow („Point Break“, „Strange Days“) in „Near Dark“ (mit Paxton und Henriksen) zu Vampiren beziehungsweise tauchten im Fall von Biehn für ihn in „The Abyss“ ab. Alle drei kamen durch ihn zu besonderen Ehren: Wer kann schon behaupten sich mit einem Terminator, einem Alien und einem Predator auseinandergesetzt zu haben?

„The Terminator“ ist harter, kompromissloser Stoff, der sich selbst noch ernst nimmt und eine perfekte Balance zwischen Action und Spannung entwickelt. Dabei ist Szenario im Grunde simpel: In der Zukunft herrscht in einer postapokalyptischen Welt ein Krieg zwischen Menschen und Maschinen. Beide schicken einen Kämpfer in das Jahr 1984, damit er die Mutter des menschlichen Rebellenanführers tötet beziehungsweise beschützt. Cameron lässt den Zuschauer clever zunächst im Unklaren, wer denn nun Beschützer und wer Killer ist. Wer hier der böse Cyborg ist, weiß inzwischen aber wohl jeder.

Arni ist im wahrsten Sinne ein unüberwindbares Hindernis. Mit minimalen Text ausgestattet, schießt, killt und mordet die analytische Maschine sich durch das düster-dreckige Los Angeles zu Sarah Connor (Hamilton) vor, um sein Ziel zu erfüllen – ihre Terminierung. In letzter Sekunde rettet Kyle Reese (Biehn) ihr das Leben. Eine den ganzen Film andauernde Flucht soll folgen... Hier fand er seine Paraderolle: unkaputtbar, tödlich und sich nur mit den nötigsten Worten verständigend. Eine beispiellose Karriere sollte folgen.

Sicherlich liegt schon eine dünne Staubschicht auf dem Film, aber das macht ihn heute nicht schlechter. An der Discomusik der Achtziger, den Klamotten und den Autos erfreut sich der nostalgische Fan mit dem Wissen im Hinterkopf, dass mit soviel Liebe und Einsatz heute leider kaum noch Filme gedreht werden. Kult-Oneliner wie „I’ll be back“ wurden hier geboren und wechseln sich mit für das Budgetverhältnis spektakulären Actionszenen ab. Um den Kampf auf Leben und Tod auch packend darzustellen werden auf kaltblütige Liquidierungen nicht verzichtet. Die sind nötig, um die Gnadenlosigkeit und Unaufhaltbarkeit der Killermaschine packend darzustellen, ufern aber nie in gewaltverherrlichende, blutige Spektakel aus. Das Massaker in der Polizeistation ist ein mustergültiges Beispiel dafür.

Cameron treibt den Plot temporeich, aber ohne Hast voran, gönnt dem Film seine Ruhepausen, schaut in die bittere, im übrigen genial kreierte, Zukunft, erklärt und lässt Sarah und Kyle Zeit um sich und ihre Beziehung entwickeln zu lassen. Dazu präsentiert er eine atmosphärische Schmuddeloptik, die ich persönlich im B-Milieu stets schätze. Dunkle, zugemüllte Seitengassen und Hinterhöfe, düstere Straßenzüge, heruntergekommene Motels und schummrige Bars sind hier die Hauptschauplätze. Stan Winston sorgt mit „seinem“ Terminator, dem furchterregenden Endoskelett, für den Rest.

Fazit:
Grenzgeniale düstere Science-Fiction-Kost aus der sich unzählige Filme bedienten. Für Regisseur James Cameron und Hauptdarsteller Arnold Schwarzenegger war es der Beginn einer großen Freundschaft und extrem erfolgreichen Karriere. „The Terminator“ hat im Grunde alles, was pessimistische Zukunftsvisionen brauchen: einen Endzeitkonflikt, harte Gewalt, furchterregende Gegner, tolle Effekte, einfallsreiche Designs, brachiale Action und unvergessliche Charaktere. Mit dem Wissen, dass heute nur noch selten hinter solchen Filmen soviel Engagement steckt gleich noch mal so gut.

Wertung:
9/10 Punkte

Filmering.at
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Ø Wertung: 7.9/10 | Kritiken: 2 | Wertungen: 84
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