The Ides of March - Tage des Verrats (2011)

OT: The Ides of March - 101 Minuten - Drama
The Ides of March - Tage des Verrats (2011)
Kinostart: 23.12.2011
DVD-Start: 24.05.2012 - Blu-ray-Start: 24.05.2012
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Filmkritik zu The Ides of March - Tage des Verrats

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George Clooney ist einer von den wirklich Guten. Starappeal, Ausstrahlung und Charme täuschen schon einmal gerne darüber hinweg, dass Clooney eigentlich keiner von den flachen Hollywoodbeaus ist. Als Regisseur hat er mit Filmen wie Confessions of a Dangerous Mind und seinem großen Meisterwerk Good Night, and Good Luck bewiesen, dass viel Potential in ihm schlummert und als Darsteller wechselt er immer zwischen Filmen für die Kasse, wie die Oceans Filme und ambitionierten Projekten, wie The Descendants, Up in the Air, The American, Michael Clayton, Syriana, uvm. - mit The Ides of March ist Regisseur Clooney erneut ein sehr überzeugender Film gelungen, bei dem der Schauspieler Clooney das große Rampenlicht seinem Kollegen Ryan Gosling überlässt, selbst aber dennoch in einer feinen Nebenrolle überzeugt.

Gouverneur Morris (George Clooney) kämpft darum für die Demokraten bei der nächsten US-Präsidentschaftswahl antreten zu können. Den Republikanern werden kaum Erfolgschancen eingeräumt, sodass der Gewinner der demokratischen Vorwahlen quasi als der nächste US-Präsident gilt. Doch Morris kämpft gegen seinen Rivalen Senator Pullman (Michael Mantell) in einem engen Kopf-an-Kopf Rennen. Die beiden verfeindeten Wahlkampfleiter Paul Zara (Philip Seymour Hoffman) und Tom Duffy (Paul Giamatti) sind alte Hasen, doch Morris und Zara haben noch einen Joker in ihrem Team: Den unglaublich talentierten, jungen Stephen Myers (Ryan Gosling), der sein ganzes Leben nur darauf ausgerichtet hat Morris ins Weiße Haus zu bekommen und natürlich im Gegenzug dort selbst einen Posten zu bekommen. Doch sowohl Saubermann Morris, als auch der junge Myers werden im Laufe der Zeit merken, dass in der Politik keine Weste weiß bleibt...

George Clooneys vierte Regiearbeit ist von einer Politikverdrossenheit geprägt, die den Zuseher im Laufe der Spieldauer wie eine kalte Dusche überkommt. Natürlich muss man anmerken, dass die Kritikpunkte, die der Film so flammend vorträgt nicht unbedingt neu sind - und der Film somit quasi offene Türen einrennt, aber da es Clooney so ausgezeichnet versteht seine Botschaft zu übermitteln, soll man dies dem Film nicht weiter vorhalten. Denn obwohl The Ides of March in Summe nicht unbedingt besonders viele neue Ansätze bietet, so handelt es sich doch um ein klassisch gefilmtes, grandios gespieltes und äußerst versiert geschriebenes Polit-Drama, das es vortrefflich schafft seine Standpunkte klar zu stellen.

Clooney zeigt auf flammende Weise, dass er scheinbar jede Hoffnung darauf verloren hat, dass ein Politiker es schaffen kann mitsamt seinen Idealen in der eträumten Position anzukommen. The Ides of March zeigt wie aus glühenden Idealen verhandelbare Ansichten werden und wie in dunklen Hinterzimmern die wahren Entscheidungen getroffen werden, die dazu führen, dass die Politik zu einem System wird in dem sich selbst die edelsten Absichten in faule Kompromisse verwandeln. Exemplarisch für diesen Zustand stehen die beiden flammenden Reden, die Clooneys Morris am Anfang und Ende des Films hält. Obwohl sie inhaltlich fast ident sind, ertappt man sich doch dabei, wie man die abschließende Rede nach den ganzen Geschehnissen des Films einfach nicht mehr ernst nehmen kann, während die Eröffnungsrede doch noch so glaubwürdig geklungen hat.

Dazu trägt auch die fesselnde Darstellung von George Clooney bei. Eigentlich würde man dem charismatischen Schauspieler ja sofort abkaufen, wenn er bekannt geben würde, dass er selbst als US-Präsident kandidieren möchte, aber man sollte nicht den Fehler begehen zu denken, dass Clooney seinen Film als vorgezogenen Wahlspot für eine eigene Kandidatur missbraucht. Er spielt seinen Politiker zwar oberflächlich ungemein sympathisch, authentisch und ehrlich, relativiert all diese Facetten aber immer wieder und beweist auch den Mut seine Figur unsympathisch wirken zu lassen. In der Unterwanderung der eigenen Popularität zeigt Clooney eine ungeheure Verdrossenheit gegenüber dem Polit-Establishment, die sich auf den Charakter seines ganzen Films auswirkt und The Ides of March eine ganz besonders Atmosphäre verleiht.

Wie immer eine Wucht ist natürlich auch Hauptdarsteller Ryan Gosling, der stellvertretend für den Zuseher auf etwas unerwartete Weise in den Politsumpf gezogen wird und dort versucht seine eigenen Schäfchen ins Trockene zu bringen und dabei nicht davor zurückschreckt auch Freunde über die Klinge springen zu lassen. Dank den geschliffenen Dialogen und der fein ausgearbeiteten Geschichte entwickelt The Ides of March eine packende Stimmung. Natürlich kann man kritisieren, dass George Clooney nichts wirklich Neues erzählt - aber trotz diesem Kritikpunkt ist seine Abrechnung mit den Missständen der Politik äußerst sehenswert und man sollte sich den ausgezeichneten Film nicht entgehen lassen.

Fazit:
The Ides of March ist George Clooneys flammende Abrechnung mit den Misständen des politischen Systems. Natürlich kann man anmerken, dass der Film im Wesentlichen nur offene Türen einrennt und Clooney nichts radikal Neues sagt, aber trotz dieses Kritikpunkts ist The Ides of March ein äußerst gelungener Film, der aufzeigt wie aus flammenden Idealen müde Kompromisse werden und wie die größten Ambitionen in Hinterzimmerdeals verstümmelt werden. Dank der ausgezeichneten Schauspielerriege, dem tollen Drehbuch und der stilsicheren Inszenierung von George Clooney ist The Ides of March ein absolut gelungener Film, den man nicht verpassen sollte.

Wertung:
8/10 Punkte
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Ø Wertung: 7.7/10 | Kritiken: 2 | Wertungen: 54
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