Krieg der Götter (2011)

OT: Immortals - 110 Minuten - Action / Drama / Fantasy
Krieg der Götter (2011)
Kinostart: 11.11.2011
DVD-Start: 05.04.2012 - Blu-ray-Start: 05.04.2012
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Filmkritik zu Krieg der Götter

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Déjà-vu? Ein gold-brauner Look, muskelbepackte Helden, blutige Schlachten und ein antikes Setting voll mit großen Sagen? Das hatten wird doch erst vor nicht allzu langer Zeit in Zack Snyders blutiger Schlachtpalette 300. Und tatsächlich erinnert Krieg der Götter nicht unwesentlich an die Comic-Verfilmung, streut Elemente aus der beliebten Videospielreihe God of War ein und würzt das Konzept schließlich mit dem gewohnt beeindruckenden Bildern, die Regisseur Tarsem Singh auszeichnen. Herausgekommen ist ein Film der zu Beginn ein episches Abenteuer verspricht, aber letzten Endes nur ultrabrutale Action serviert, die zwar visuell beeindruckend ist, aber leider inhaltlich zu wünschen übrig lässt.

Vor langer Zeit herrschte Krieg im Olymp. Die Gewinnerfraktion wurden die späteren Götter rund um Zeus (Luke Evans), die Verlierer wurden als Titanen bekannt und in ein Gefängnis verbannt. Der wütende und von den Göttern enttäuschte König Hyperion (Mickey Rourke) will diese Machtverhältnisse aber umkehren. Er sucht nach einem legendären Bogen, der es ihm ermöglicht die Titanen zu befreien. Diese Gefahr entgeht auch Göttervater Zeus nicht, doch er hat geschworen, dass er nicht aktiv in die Angelegenheiten auf der Erde eingreift - es sei denn die Titanen werden befreit. Deshalb hat er sich auch schon vor vielen Jahren ans Werk gemacht und trainiert in Gestalt eines alten Mannes (John Hurt) den vielversprechenden Theseus (Henry Cavill) der sich erheben und den Kampf gegen den grausamen Hyperion anführen soll...

Den visuellen Stil von Regisseur Tarsem Singh kann man kaum verkennen. In seinen ersten Filmen The Cell und The Fall etablierte er die eigenwillige Gestaltung mittels besonderen Formen, Symmetrien und leuchtenden Farben und nun bringt er diese Stilistik auch in einen für breitere Massen gedachten Actionfilm unter. Aber Tarsem Singh hatte immer schon leichte Probleme die visuelle und die narrative Ebene seiner Filme unter einen Hut zu bekommen und leider ist Krieg der Götter auch in diesem Punkt ein klassischer Tarsem Singh Film. Interessante Ansätze und eine spektakuläre visuelle Ebene verpuffen somit wirkungslos an einer müden Geschichte und teilweise völlig überzogener Brutalität.

Besonders eigenwillig ist der Mix aus schönen und hässlichen Elementen, die den Film einen recht eigenartigen Charakter verpassen. Auf der einen Seite stehen wunderschöne Bilder und schöne Helden - dem gegenüber werden aber hässliche Bösewichte und eine enorme Brutalität gestellt. Köpfe werden abgeschlagen, Körper werden gespalten und zwischen den blutroten Schlachten werden immer wieder Folterungen angedeutet, wie etwa die Entmannung mittels riesigem Hammer oder das Kochen von Menschen in einem eisernen Stier, der über ein Feuer platziert wird. Die verschiedenen Elemente fügen sich aber nie so richtig zusammen, sodass ein eher zerstückelter Eindruck entsteht.

Das selbe gilt auch für die Geschichte die, gelinde gesagt, recht mau ist. Da gibt es den großen Krieg zwischen Götter und Titanen, das zu suchende Artefakt (den Bogen), den mächtigen Bösewicht und den aufstrebenden Guten, der sich gegen die Dunkelheit erhebt. Das alles haben wir schon tausend mal gesehen und Krieg der Götter schafft es leider kaum die Geschichte interessant vorzutragen. Gut, zu Beginn keimt noch etwas Hoffnung auf, aber es dauert nicht allzu lange bis der Film in einen gemütlichen Trott gerät und schließlich sogar in unfreiwilliger Komik endet. Da wäre viel mehr möglich gewesen, aber man wird den Eindruck nicht los, dass es den Filmemachern überhaupt nicht darum gegangen ist eine packende Geschichte zu erzählen.

So macht man eben genau die gleichen Fehler wie Zack Snyder einige Jahre zuvor: Genau wie in 300 wird optisch etwas geboten und genau wie in 300 macht der martialische Actionoverkill nur kurze Zeit Spaß. Hinzu kommt, dass Tarsem Singh scheinbar weniger Gespür dafür hat die dämlichen Schlachtensprüche mitreissend zu verkaufen, aber diesen Nachteil gleicht er durch ein besseres Gefühl für die visuelle Komponente wieder aus. Wirklich schade ist jedoch, dass es auch Krieg der Götter nicht schafft den Zuseher einzuladen sich auf ein großes Abenteuer zu begeben. Man hat nicht das Gefühl, dass sich hier Stationen kohärent zu einem großen Ganzen zusammenfügen, stattdessen verliert sich der Film im bloßen Moment ohne die Struktur gut zusammenzuhalten.

Etwas besser sieht das Ganze auf darstellerischen Ebene aus. Zwar sucht man eine wirklich aufregende Performance vergeblich, aber innerhalb ihrer Aufgabengebiete leisten alle Schauspieler gute Arbeit. Mickey Rourke genießt es sichtlich den leicht größenwahnsinnigen, tyrannischen Herrscher zu spielen und dabei ordentlich auf die Tube zur drücken. Der kommende Superman-Darsteller Henry Cavill überzeugt vor allem durch sein Charisma und zeigt, dass er als grundguter Held durchaus einen solchen Film tragen kann und Freida Pinto hat vor allem die Aufgabe als Eyecandy zu fungieren und wird ansonsten nicht sonderlich gefordert. Erwähnenswert sind noch John Hurt, als schelmischer Lehrmeister mit göttlichem Hintergrund und Stephen Dorff als Sprüchklopfer der Heldentruppe.

Doch obwohl immer wieder einige positve Elemente aufblitzen bleibt Krieg der Götter im Gesamten doch recht enttäuschend, bzw. mittelmäßig. Die Darstellung der Götter und Titanen ist recht gewöhnungsbedürftig und insgesamt gesehen hinterlässt Tarsem Singhs Interpretation der griechischen Mythologie einen sehr zwiespältigen Eindruck. Da auch die Geschichte selbst nicht besonders aufregend ist und der Mix aus Schönheit und Brutalität nicht wirklich zusammenpasst ist Krieg der Götter leider eher ernüchternd - besonders für all jene die sich mehr als durchschnittliches Popcornkino erwarteten. Somit können nur Fans von ultrabrutalem Schnetzelkino bedenkenlos in den Film gehen, alle anderen sollten es sich noch einmal gut überlegen ob es nicht bessere Alternativen gibt.

Fazit:
Krieg der Götter ist ein visuell eindrucksvoller Film, der ganz klar die Handschrift von Tarsem Singh trägt. Aber wie so oft schafft es der Regisseur auch hier nicht seine optisch beeindruckenden Ansätze in ein durchgängig fesselndes Filmerlebnis zu gießen. Die Geschichte ist recht einfach gestrickt und vermag es kaum zu fesseln und die eigenwillige Interpretation der griechischen Mythologie hinterlässt einen eher zwiespältigen Eindruck. Auch der Mix aus ästhetischer Schönheit auf der einen und ultrabrutalem Gemetzel und grausemen Folterungen auf der anderen Seite weiß nicht wirklich zu gefallen. Für Fans von brutalen Schnetzelfilmen ist Krieg der Götter sicher einen Blick wert, aber alle die sich mehr erwarten werden vom Film wohl enttäuscht werden.

Wertung:
5/10 Punkte
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Ø Wertung: 5.8/10 | Kritiken: 1 | Wertungen: 16
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Liste von fette_sau
Erstellt: 13.08.2013