Aushilfsgangster (2011)

OT: Tower Heist - 104 Minuten - Action / Komödie / Krimi
Aushilfsgangster (2011)
Kinostart: 04.11.2011
DVD-Start: 08.03.2012 - Blu-ray-Start: 08.03.2012
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Filmkritik zu Aushilfsgangster

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Mit Ben Stiller und Eddie Murphy – zwei Koryphäen ihres Faches – scharrt Brett Ratner, dem breiten Publikum bekannt durch die Rush Hour Reihe, für seinen neusten Film Aushilfsgangster (Tower Heist) ein Allstar-Team um sich. Besonders die Besetzung Eddie Murphys verlangt besonderere Aufmerksamkeit, denn der einst gefeierte Comedystar der 1980er und 1990er Jahre konnte mit seinen letzten Filmen keine großen Erfolge an den Kinokassen verbuchen. Neben Stiller und Murphy sind Casey Affleck, Mathew Broderick, Michael Peña und der Precious-Star Gabourey Sidibe in den Nebenrollen zu sehen. Ein bunt zusammen gewürfelter Haufen also, der auf den ersten Blick vor allem eines verspricht: Lacher am laufenden Band.


Josh Kovacs (Ben Stiller) ist Manager einer der exklusivsten Hotels New York Citys, dem „Tower“. Er ist beliebt bei seinen Angestellten, genauso wie bei seinen KundInnen. Besonders den alternden Billionär Arthur Shaw (Alan Alda), der schon seit Jahren das Penthouse im „Tower“ bewohnt und Josh seit Beginn seiner Karriere begleitet, hat er in sein Herz geschlossen. Als eines Tages das FBI vor den Pforten des Hotels auftaucht und Shaw des Finanzschwindels beschuldigt, gerät Joshs kleine heile Welt aus den Fugen. Shaw soll angeblich sein ganzes Geld verspekuliert haben, darunter auch die Pensionsgelder der Hotelangestellten. Zuerst von der Unschuld Shaws überzeugt, lernt Josh schnell den wahren Charakter des skrupellosen Finanzspekulanten kennen. Gemeinsam mit seinem Schwager und Concierge Charlie (Casey Affleck), dem Ex-Wall Streetler Mr. Fitzhugh (Mathew Broderick), dem planlosen Liftboy Enrique (Michael Peña), dem Zimmermädchen Odessa (Gabourey Sidibe) und nicht zuletzt dem Kleinganoven Slide (Eddie Murphey) versucht Josh sich an Shaw zu rächen und das verlorene Pensionsgeld seiner liebgewonnenen Angestellten wieder zu erlangen. Der Plan: In Shaws Penthouse einbrechen, den Tresor knacken und die darin vermuteten Millionen kassieren.

Beim geplanten Coup geht natürlich schief was nur schief gehen kann. Unentwegt stehen die Aushilfsgangster vor neuen Herausforderungen. Die Lösungsfindung bleibt jedoch in den meisten Fällen auf der Strecke. Der Film folgt dem Paradigma: Alles ist möglich, auch wenn es völlig jeglichem Hausverstand widerspricht. Steht man vor zu gravierenden Problemen, wird einfach zur nächsten Szene geschnitten. Allseits bekannte physikalische Gesetze sind nur mehr rudimentär gegeben, eine Tatsache, die deutlich an der Immersion der präsentierten Filmwelt rüttelt. Retten könnte sich der Film nur noch durch eine gehörige Portion Komik. Doch auch diese lässt auf sich warten.

An dieser Stelle tritt die Starbesetzung ins Bild. Die meisten der genannten Namen dürfte schon jeder einmal gehört haben. Damit verspricht der Film vieles. Ben Stiller ist ein Publikumsmagnet und viele seiner Filme tragen zu Recht das Prädikat Komödie. Auch Eddie Murphay braucht sich hinter Stiller in Sachen Wortwitz nicht zu verstecken, zumindest früher einmal. Filme wie Beverly Hills Cop, Auf der Suche nach dem goldenen Kind oder Der Prinz aus Zamunda machten Murphy zu einem begehrten Komödienstar. Sein Markenzeichen: sarkastische, respektlose Wortschwalle, die sich wie ein Wolkenbruch über seinen Konterpart ergießen.

Es dauert eine gefühlte halbe Stunde, bis Murphy richtig auf den Plan tritt. Er mimt den Kleinganoven Slide, murphyeske Momente inklusive. Der Witz kommt allerdings nie richtig ins Rollen. Die Gags kommen vereinzelt, entspringen selten aus einem längeren Dialog. Somit beschränken sich die Lacher auf einzeilige Kommentare. Dem Rest des Casts ergeht es ähnlich. Ein zwei Schmunzler erntet jeder der Aushilfsgangster, nicht mehr und nicht weniger. Auch Ben Stiller, der klar die Hauptrolle einnimmt, schafft es nicht die Gagdichte auf ein angemessenes Niveau zu heben. Am originellsten wirkt hier noch die Rolle der FBI Agentin Claire Denhams (Téa Leoni) die neben dem zu erwartenden feminin-toughen Auftreten auch einen gewissen Hauch von Lockerheit gemischt mit einer Prise Derbheit versprüht – Charakteristiken die normalerweise eher einem männlichen Pendant zuzuordnen wären.

Zu erwähnen ist noch, dass Ratner die nächste Oscarpreisverleihung gestalten wird. Mit im Gepäck, Eddie Murphy. Wieder einmal zeigt sich, dass Hollywood eine eingeschworene Community ist und qualitative Aspekte eher zweitrangig sind. Somit ist die Frage nach der Entscheidungsfindung – welche Filme produziert werden und welche nicht – hinfällig. Das Drehbuch scheint in den wenigsten Fällen ausschlaggebend zu sein und dem Publikum ist dies meist auch egal. Stimmen die Stars, gespickt mit etwas Aktion, Sex und Humor, steht einem Erfolg des Films nichts mehr im Weg. „All you need for a movie is a girl and a gun.“ Selbst wenn man dieses Zitat wörtlich nehmen würde, schafft es der Film Aushilfsgangster nicht zu überzeugen. Ob er ein Erfolg werden wird, wird sich zeigen.

Fazit:

Aushilfsgangster ist eine Komödie vom Fließband der Hollywood Industrie. Stars, solide Kameraarbeit, flott inszeniert. Das dabei eine schlüssige und kohärente Handlung verloren geht, scheint mittlerweile schon Usus zu sein und stimmt der Humor, ist diese Tatsache kein Grund mehr zur Aufregung. Jedoch gelingt es dem Film nicht das erwartete Gagfeuerwerk zu entzünden und was übrig bleibt, ist eine mäßige Actionkomödie, die an Witz missen lässt und obendrein nicht an die Intelligenz seines Publikums glaubt.

Wertung:
6/10 Punkte

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