The Guard - Ein Ire sieht schwarz (2011)

OT: The Guard - 96 Minuten - Komödie / Thriller
The Guard - Ein Ire sieht schwarz (2011)
Kinostart: 23.09.2011
DVD-Start: 27.03.2012 - Blu-ray-Start: 27.03.2012
Will ich sehen
Liste
13596
Bewerten:

Filmkritik zu The Guard - Ein Ire sieht schwarz

Von am
Man braucht nicht lange um den heißen Brei herumreden: Martin McDonaghs grandiose Tragikomödie Brügge sehen... und sterben? darf sich zu den ganz großen Überraschungshits des letzten Jahrzehnts zählen. Der Mix aus tollen Charakteren, wundervollem Humor, einer betörenden Atmosphäre und einer Prise Tragik macht Lust auf mehr. So dürfte der Name McDonagh garantiert auf den Watchlisten diverser Filmfans gelandet sein. Und obwohl man sich noch etwas gedulden muss bis der nächste Film von Martin McDonagh erscheint gibt es für Fans des Filmemachers nun Grund zur Freude. Denn sein Bruder John Michael McDonagh legt mit The Guard nun ebenfalls sein Regiedebüt vor und beweist, dass das Talent in der Familie liegt.

Sergeant Gerry Boyle (Brendan Gleeson) ist Polizist in der kleinen irischen Stadt Galway. Dort schiebt er eine ruhige Kugel: Die Stadt ist klein, es ist wenig los und Gerry mag es ohnehin eher gemütlicher. Er vertreibt sich die Zeit mit Bier, Prostituierten und sonstigen kleinen Freuden und hat immer einen lockeren Spruch auf den Lippen. Doch als dann ein Drogendealer in seiner beschaulichen Stadt ermordet wird, ist es mit der Ruhe vorbei: Selbst das FBI beginnt zu ermitteln und schickt Agent Wendell Everett (Don Cheadle) vorbei, da man vermutet einem internationalen Drogenring auf der Spur zu sein. Und damit liegt man auch gar nicht falsch, denn die etwas unkonventionellen Gangster Francis Sheehy (Liam Cunningham), Clive Cornell (Mark Strong) und Liam O'Leary (David Wilmot) haben großes geplant...

Britische Gangster, unkonventionell und cool inszeniert, lockere Sprüche und eine abgedrehte Handlung - früher dachte man da einmal an Guy Ritchie, aber mit Brügge sehen... und sterben? hat Martin McDonagh diesen Stil perfektioniert und eigene Aspekte hinzugefügt. Sein älterer Bruder dürfte dabei einige Inspiration gefunden zu haben, denn wenngleich sein Debüt The Guard nicht ganz an das grandiose Vorbild heranreicht, sollten Fans von Brügge sehen... und sterben? bestens unterhalten werden. Die Gagdichte ist durchgehend hoch, viele kleine Verschrobenheiten sorgen immer wieder für Überraschungen und die Stilistik des Films hebt sich wohltuend aus der Masse hervor.

Etwas schade ist jedoch, dass der Schauplatz des Films nicht ganz die selbe Klasse wie im Film des kleinen Bruders erreicht. Zwar hat auch das westirische Kleinstadtflair viel Charme und besitzt das gewisse Etwas, aber gerade im Vergleich zur tragischen Schwere und gothischen Wucht eines Brügge vermisst man doch etwas. Dies betrifft besonders die tragische Seite des Films, da alleine die malerische Kulisse und die wunderschöne Musik reichte um dem Film eine ambivalente Note zu verpassen und ihm eine weitere Facette zu verpassen. Dies fehlt aber in The Guard leider etwas.

Doch ansonsten macht der Film seine Sache wirklich gut. Brandon Gleeson liefert eine beeindruckende Gala-Vorstellung ab und positioniert seine herrlich gespielte Figur zwischen allen Stühlen, sodass man sie nie wirklich einordnen kann. Er hat immer einen lockeren Spruch auf den Lippen, man weiß aber nie was er gerade ernst meint und was nicht, er ist auf der einen Seite der rechtlichen Grauzone nicht abgeneigt, ist aber andererseits ein “guter Kerl”, auf den den man sich irgendwie im richtigen Moment verlassen kann. Diese Ambivalenz der Figur ist es was sie so unheimlich interessant macht und das ruhige Spiel von Gleeson und sein lakonischer Humor treffen den Charakter perfekt auf den Punkt.

Alle anderen Darsteller spielen da nur die zweite Geige. Zwar kann auch Don Cheadle Akzente setzen, aber er darf eigentlich immer nur in Kombination mit Gleeson glänzen (alleine ihre Wortgefechte sind das Eintrittsgeld wert). Das trifft so auch für die drei herrlich schrägen Gangster, gespielt von Liam Cunningham, Mark Strong und David Wilmot zu. Sie machen ihre Sache wirklich ausgezeichnet und schaffen es mit Diskussionen über Philosophie und Streitgespräche über den anspruchslosen Gangsterjob immer wieder für großartige Unterhaltung zu sorgen. Aber es ist auch stets klar, dass sie nur Ergänzungen zu Gleeson sind und er die wahre Hauptattraktion des Films ist.

Genau wie sein kleiner Bruder versteht es auch John Michael McDonagh sehr gut einen Film zu inszenieren, der auf der einen Seite immer wieder selbstreferenziell auf die Klischees und Schwächen des Genres hinweist, aber andererseits dennoch seine Geschichte nicht vergisst. Es ist schlicht eine reine Freude sich diesen Film anzusehen, da man stets das Gefühl hat, dass der Regisseur sein Handwerk versteht und man ihm ohne schlechtes Gefühl dabei folgen kann wie er uns durch diese schräge und äußerst komische Geschichte führt. The Guard ist ganz einfach ein sehr guter Film und man sollte ihn nicht verpassen - besonders wenn man ein Fan von schwarzen Komödien ist.

Fazit:
The Guard ist eine sehr gelungene schwarze Komödie in der Tradition von Brügge sehen... und sterben? was auch nicht von ungefähr kommt, denn immerhin ist Regisseur John Michael McDonagh der große Bruder von Brügge... Regisseur Martin McDonagh. Und das Talent liegt definitv in der Familie: Die Gags sitzen, die Figuren sind wunderbar skizziert und die Geschichte ist herrlich durchgeknallt. Fans von guten schwarzen Komödien werden dieses Jahr kaum an The Guard vorbeikommen.

Wertung:
8/10 Punkte
Filmering.at
Community
Ø Wertung: 7.2/10 | Kritiken: 2 | Wertungen: 32
10 /10
3%
9 /10
16%
8 /10
34%
7 /10
31%
6 /10
0%
5 /10
3%
4 /10
3%
3 /10
6%
2 /10
3%
1 /10
0%
Vielleicht interessiert dich auch
Brügge sehen... und sterben? (2008)
Fargo (1996)
Vergessene Welt: Jurassic Park (1997)
The Ladykillers (2004)
Die Hexen von Eastwick (1987)
Das ewige Leben (2015)
Piranha 3D (2010)
Arachnophobia (1990)
Alle Empfehlungen anzeigen
Der Film ist in diesen Listen
Will ich sehen
Liste von Steffi89
Erstellt: 05.01.2013