Männerherzen... und die ganz ganz große Liebe (2011)

OT: Männerherzen... und die ganz ganz große Liebe - 112 Minuten - Komödie
Männerherzen... und die ganz ganz große Liebe (2011)
Kinostart: 16.09.2011
DVD-Start: 30.03.2012 - Blu-ray-Start: 30.03.2012
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Filmkritik zu Männerherzen... und die ganz ganz große Liebe

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Mit Männerherzen und die ganz, ganz große Liebe versucht Simon Verhoeven an den großen Erfolg des Vorgängers anzuknüpfen und so viel darf an dieser Stelle schon verraten sein: Wem der erste Teil bereits gefallen hat, dem wird auch der Nachfolger begeistern. Wer allerdings mehr erwartet als eine flott inszenierte Romantikkomödie, der wird mit dem zweiten Teil über die Hoffnungen, Wünsche und Ängste des „starken Geschlechts“ keine große Überraschung erleben.

Jerome (Til Schweiger), Niklas (Florian David Fitz), Philip (Maxim Mehment), Günther (Christian Ulmen), Bruce (Justus von Dohnányi) und Roland (Wotan Wilke Möhring) sind auf der Suche nach der ganz, ganz großen Liebe. Was diese große Liebe ist, definiert sich für jeden einzelnen anders. Jerome ist von seinem exzessiven Leben in Berlin aufs Land zu seinen Eltern geflüchtet, um dort einer Prinzessin auf weißem Ross zu begegnen. Der beruflich erfolgreiche Niklas aus dem ersten Teil ist an einem persönlichen Tiefpunkt angelangt, als er realisiert, dass der mit der mittlerweile zum Soapstar avancierten Maria (Inez Björg David) am glücklichsten war. Philip hat mit der hoch schwangeren Nina (Jana Pallaske) bereits seine ganz große Liebe gefunden und auch der schüchterne Günther ist mit Susanne (Nadja Uhl) nur mehr noch einen DVD-Abend von seinem ganz großen Liebesglück entfernt. Für Schlagerstar Bruce schlägt das Herz ganz für die Musik und Roland versucht vom Gefängnis aus das Herz seines Sohnes wieder zu gewinnen...

Episodenhaft beschreibt Verhoeven sechs sehr unterschiedliche „Prototypen des starken Geschlechts“. Ob die sechs Protagonisten wirklich zu „Prototypen“ gezählt werden können, sei dahingestellt. Sicher ist, dass sie seit dem ersten Teil gereift sind. Mit viel Geschick überzeichnet Verhoeven seine Charaktere und zumindest jeder Mann dürfte sich auf gewisse Art und Weise im Film wieder finden. Hierin punktet auch die Komik des Films. Von einer chaotischen Situation in die nächste schlitternd, lacht man weniger über die Protagonisten, sondern mit ihnen. Es wird durchgehend auf derben oder obszönen Humor verzichtet und das ist gut so.

Die Komik entsteht mehr oder weniger aus Alltagssituationen heraus, wie sie jeder und auch jede schon einmal erlebt haben dürfte. Der ehemalige Womanizer Jerome wird in seinem alten Jugendzimmer wieder zum niedlichen Wurstbrot essenden Hansi, der Moped fahrend einer Prinzessin hinterher jagt. Niklas muss sich erst einem dubiosen Fanclub anschließen und sich das Porträt seiner Liebsten auf die Brust tätowieren lassen, um seine Traumfrau wieder für sich gewinnen zu können. Der schüchterne Günther muss sich selbst erst im Internet über die verschiedenen Sexualpraktiken aufklären bevor er sich zu einem DVD-Abend mit Susanne traut. Und der alternde Schlagersänger Bruce ist von der „Neuentdeckung Internet“ so begeistert, dass er sein ganzes Vermögen beim Internetshopping verprasst und all seine neuen „Spacebook“ Freunde zu einer riesigen Party einlädt.

Das propagierte Männerbild pendelt zwischen dem alten Idealbild des Mannes von potent und stark, hin zu einfühlsam und verständlich. Weder das eine, noch das andere Extrem soll einen perfekten Mann auszeichnen, sondern eine gesunde Mischung von beiden. So muss Jerome zu seiner weiche Seite finden, während Günther, das Tier in sich erst entdecken muss. Der eher als alternativ gezeichnete Philip hingegen ertappt sich immer wieder selbst dabei, wie er alte konservative Frauenbilder vertritt. Dass Männerherzen auch für andere Männer schlagen dürfen, soll durch den Schlagersänger Bruce verkörpert werden. Dieser hat seit dem ersten Teil noch einmal eine ordentliche homosexuelle Note verpasst bekommen, was an manchen Stellen stark übertrieben wirkt. Leider schafft es auch Verhoeven nicht, Homosexualität abseits eines skurrilen, schrillen Lebensstils zu amüsanten Charakteren zu verhelfen. Nebenbei ist Bruce auch der einzige Protagonist dem es nicht vergönnt ist seine ganz, ganz große Liebe in einem anderen Menschen zu finden.

Alles in allem präsentiert der Regisseur seinem Publikum das, was man aus gutem Unterhaltungskino gewohnt ist. Männer mit starken Schultern die gleichzeitig eine zärtliche und einfühlsame Seite aufweisen und ihre Erfüllung in Frau und Familie suchen. Ein neuer Konservatismus sozusagen, ohne ordinäre Zoten, sondern mit viel Gefühl und der Eigenart von einem Ungeschick ins nächste zu tappen.

Fazit:
Männerherzen und die ganz, ganz große Liebe knüpft an den Stärken des Vorgängers an und erzählt leichtfüßig und ganz ohne derben Humor Episoden aus dem Leben sechs sehr unterschiedlicher Charaktere. Älter und reifer geworden stehen sie vor einer Selbstfindungskrise, die sie schlussendlich in der Liebe finden. So die Moral der Geschichte. Fans von romantischen Komödien sind bei Männerherzen 2 gut im Kino aufgehoben und auch abgekochten Machos dürfte es einige Schmunzler auf die Lippen zeichnen. Der Humor besticht gerade durch seine Harmlosigkeit, was fast schon wieder erfrischend wirkt. Andererseits leiden Romantikkomödien meistens darunter, dass sie außer einem wärmenden Gefühl ums Herz nicht viel mehr zu bieten haben. Männerherzen 2 stellt dabei keine großartige Ausnahme dar.

Wertung:
6/10 Punkte
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Ø Wertung: 5.5/10 | Kritiken: 0 | Wertungen: 2
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