Am Ende des Tages (2011)

OT: Am Ende des Tages - 92 Minuten - Drama / Thriller
Am Ende des Tages (2011)
Kinostart: 26.08.2011
DVD-Start: 26.04.2012 - Blu-ray-Start: 26.04.2012
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Filmkritik zu Am Ende des Tages

Von am
Gibt man auf der hilfreichsten und daher beliebtesten Seite im ganzen weltweiten Internet (Google) ‚Am Ende des Tages ein‘, erscheint überraschenderweise an erster Stelle eine Promi- Event- Paparazzi- Foto- Starlight- Klatsch- und- Tratsch Seite, anstatt die offizielle Homepage zum österreichischen Film von Regisseur Peter Payer. Fast schon sinnbildlich das Ganze – sowohl europaweit, als auch weltweit sind österreichische Produktionen so gut wie nie an erster Stelle. Weder auf Google, noch sonst irgendwo.

Ja, richtig – man darf skeptisch sein, wenn es wieder einmal eine heimische Produktion ins Kino schafft – viel zu selten gibt es internationale Erfolge wie beispielsweise Die Fälscher oder Revanche. Zumindest eines vorweg: in punkto Staraufgebot, muss sich der Film keineswegs verstecken! Sowohl Simon Schwarz (Nordwand, Der Knochenmann, Die Aufschneider) als auch natürlich "Jedermann" Nicholas Ofczarek gehören zu den einigen wenigen Aushängeschildern des österreichischen Filmmarkts und garantieren zumindest schauspielerisch einwandfreies Niveau.

Aber so ist es doch meistens, oder? Meistens bekommen österreichische Produktionen das Prädikat „schauspielerisch wunderbar, aber das Drehbuch so lala“ oder „Zumindest wegen den Akteuren kann man sich den Streifen ansehen, aber bitte erwarten Sie sich keine inhaltliche Meisterleistung“.

Und wo wir doch gerade beim Inhalt sind, so viel dazu: Robert (Simon Schwarz) ist ein ehrgeiziger, eloquenter, cholerischer und aufbrausender Politiker, der in erster Linie mit einem Ohr immer am Smartphone klebt, um Interviews, Presseaussendungen, Stellungnahmen und Parteipläne zu organisieren, weiterzugeben, auszubügeln und/oder geradezurücken. Ein richtiger ‚Gschaftlhuber‘ eben. Freundin Katharina (Anna Unterberger) ist nicht nur schwanger, sondern auch etwas genervt wegen der geistigen Abwesenheit ihres vielbeschäftigten Partners und freut sich mächtig auf den gemeinsamen, wohl hoffentlich erholsamen Heimaturlaub in Tirol. Ach, es könnte doch alles so schön sein - wäre da nicht diese eigenartige Proletenschüssel aka Auto, das immer hinter ihnen herfährt und der noch eigenartigere Proleteninsasse aka ehemalige Freund von Robert (Nicholas Ofczarek) der dem Paar einen gehörigen Strich durch die Urlaubsrechnung macht. Bald kommen nicht nur unfassbare Wahrheiten über Superpolitiker Robert ans Tageslicht, sondern auch ein richtiger Showdown, bei dem zumindest ein Mensch sein Leben lassen muss. Und das saubere Image kann natürlich ebenso begraben werden, weil auswaschen alleine hilft da leider nicht mehr...

Wer, wie so viele, von den nicht enden wollenden Geschichten aus dem zweiten Weltkrieg und dessen verheerende Folgen in Form von mehr oder weniger guten österreichischen Verfilmungen angeödet ist, kann schon einmal beruhigt werden – Am Ende des Tages spielt in der modernen Jetzt-Zeit und behandelt alles andere als Tatsachen zwischen 1933 und 1945. Vielleicht wirkt der Film gerade deswegen so erfrischend, immerhin dreht sich alles um den Mythos des ehrenhaften Politikers und die Tatsache, dass ein jeder, der ein immer höheres Amt anstrebt, immer mehr von sich und seiner Seele verkaufen muss. Vielleicht wirkt der Film gerade deswegen so treffend, weil er genau das Bild des Durchschnittspolitikers zeichnet, das sich der Durchschnittsösterreicher vorstellt – von Lügen, Korruption, von Mord und Vertuschung ist hier wirklich alles dabei. Vielleicht wirkt der Film aber auch deswegen so gelungen, weil sowohl Schwarz als kaputtes Politiker-Bubi, zusammen mit Ofczarek als durchgeknallter Hobbytransvestit mit gespaltener Persönlichkeit eine dermaßen eindrucksvolle, einwandfreie Schauspielleistung absolvieren, dass jedes noch so skurrile Detail und jeder noch so abgehobene Turning-Point äußerst realistisch wirken?!

Vielleicht wirkt der Film aber auch einfach nur so empfehlenswert, weil man im Laufe der Jahre dermaßen viele schlechte österreichische Filmproduktionen miterleben musste und durfte, dass jeder auch noch so unscheinbar bessere Film sofort positiv im Gedächtnis bleibt?!

Fazit:
Am Ende des Tages gehört sicherlich zu den besseren österreichischen Filmproduktionen, auch wenn er bei weitem nicht an die besten herankommt. Wer gute Schauspieler und ein solides Drehbuch bzw. Regieleistung sehen möchte, macht mit dem Kauf einer Kinokarte für diesen Film sicherlich nichts falsch. Wer etwas Grandioses, noch nie Dagewesenes und Unvergessliches sehen möchte, ist in einem anderen Kinosaal bei einer anderen Kinovorstellung sicherlich besser aufgehoben. Oder er sollte einfach auf September warten, bis Atmen erscheint... Aber das ist eine andere Geschichte!

Wertung:
6/10 Punkte
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