Red Sonja

OT: -  89 Minuten - Fantasy / Action
Red Sonja
Kinostart: 03.07.1985
DVD-Start: Unbekannt - Blu-ray-Start: Unbekannt
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Filmkritik zu Red Sonja

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Mit dem ursprünglich als direkten Spin-Off der „Conan“ – Franchise geplanten „Red Sonja“ murkst der überschätzte Regieroutinier Richard Fleischer („Mr. Majestyk“, „Amityville 3-D“) genau so weiter, wie er bei „Conan the Destroyer“ aufhörte. Für die ebenfalls aus der Feder von „Conan“ – Erfinder Robert E. Howard stammende Titelgeberin importierte man das dänische Busenwunder Brigitte Nielsen, das damals freilich noch nicht ganz so üppige Silikonkissen trug, dennoch nicht mal ansatzweise über schauspielerisches Talent verfügt.

Immerhin kehrte Fleischer vom poppig-bunten Style ab und inszenierte wieder etwas bodenständiger. Die harte, schroffe Fantasywelt, die John Milius („Dillinger“, „Red Dawn“) seinerzeit so treffend erfand, trifft man hier zwar nicht vor, dafür wurden die Mainstreamkonventionen zumindest etwas zurückgeschraubt. Leider kann dieser minimale Schritt in die richtige Richtung aber nicht über die vielen Mankos dieses Fantasytrashs hinwegtäuschen. Die Drehbuchautoren wussten nichts mit der Heldin anzufangen und schickten sie, nach einem ähnlich tragischen Schicksal in ihrer Jugend, wie es auch Conan durchlebte, in mehrjährigen Schwertunterricht, aus dem sie, als man ihr einfach alles beigebracht und sie zu einer unbesiegbaren Kriegerin erzogen hat, entlassen wird. Sich ein zu ihr sprechendes Schwert (!!!) schnappend, zieht sie aus, um den Tod ihrer Schwester zu rächen und der wahnsinnigen Kriegstreiberin Gedren (Sandahl Bergman, die Valeria aus „Conan the Barbarian“) Einhalt zu gebieten. Das miese Stück hat sich doch tatsächlich erdreistet einen grün leuchtenden Talisman zu klauen, mit dem man irgendwie unvorstellbar zerstörerische Macht erlangt.

Solche Odysseen waren ein sehr beliebtes Konzept seinerzeit, zumal beide „Conan“ – Filme damit ihren Reibach machten. Leider haben solche gefährlichen Reisen es an sich, dass man diverse Gefährten aufgabelt und mitschleppt. Diese sind hier von besonders nerviger Natur. Der junge Prince Tarn (Ernie Reyes Jr., „The Rundown“) ist ein hochnäsiger, vorlauter Racker den Red Sonja zwar übers Knie legt, aber leider nicht mal tüchtig den Hintern versohlt und sein Diener Falkon (Paul L. Smith, ) ein ewig stotternder Tollpatsch mit blödsinnigen Kommentaren. Hach, wie lustig. Bleibt noch Arni, der hier im Conan-Modus, den muskelbepackten Schwertschwinger Kalidor mit Frühlingsgefühlen gibt. Zugegeben, so schlecht sah die Nielsen damals ja auch nicht aus, aber Kollege Sly sollte sie ja letztlich für ein paar Jährchen bekommen und in seinen Filmen mitspielen lassen.

Der einfachste Plot kann noch von einer guten Inszenierung und ordentlichen Actionszenen gerettet werden, doch auch damit ist hier Essig. Zwar gibt es schick getrickste Landschaftsaufnahmen mit allerlei riesigen Statuen und Skeletten, doch bekommt die zusammengewürfelte, für das Gute kämpfende Heldentruppe in der Szenerie nur ganz wenig zu tun. Der vermeintliche Höhepunkt, der Kampf gegen einen Wasserdrachen, muss dabei leidlich als peinliches Zwischenspiel betrachtet werden. Ansonsten wird zwar hier und da mal der blitzende Stahl geschwungen und es fliegen auch mal lebensnotwendige Körperteile durch die Luft, aber von der Choreographie her ist das alles mau.

Im Gedächtnis bleiben Ennio Morricones gewohnt einprägsamer Score und Arni, der hier zwar meist nur sporadisch auftaucht, aber „Red Sonja“ zumindest etwas Qualität verpasst. Brigitte Nielsen ist nämlich ein böser Totalausfall – trotz kurvenreicher Optik. Als love interest in „Cobra“ oder eiskalte Braut in „Beverly Hills Cop II“ ist die in den Neunzigern in B-Produktionen entschwundene und seit geraumer Zeit völlig von der Bildfläche verschwundene Dänin noch zu gebrauchen, aber für die Hauptrolle langt es hinten und vorn nicht. Dafür benötigt es kernige Darsteller/innen und dazu gehört sie ganz sicher nicht.

Mit Hang zu trashigen Billigproduktionen kann man „Red Sonja“ zumindest ansatzweise noch etwas abgewinnen, denn die Pappkulissen und phantasievoll gestalteten Interieurs haben ihren Charme nach wie vor nicht verloren und der vor sich hin stolpernde Plot amüsiert mehr, als das verärgert. Nur das chronische Fehlen von Atmosphäre, Spannung und guter, roher Action trübt den Filmspaß doch deutlich.

Fazit:
Unfreiwillig komischer, schwach gespielter, alberner Fantasymüll aus der Retorte ohne eigene Ideen, der gemächlich und unmotiviert vor sich hin schlingert, bis dann zum Schluss die Welt gerettet wird (Was sonst?) . Ich bleibe da nach wie vor beim Conan - Original. Das hatte wesentlich mehr Herz als dieser für den Mainstream zurechtgerührte Trash. „Red Sonja“ reiht sich damit mühelos in die viel zu lange Riege wenig erbaulicher Fantasyprodukte ein, die nach „Conan the Barbarian“ aus dem Boden schossen. Die Qualität des Originals erreichte keiner – nicht mal ansatzweise.

Wertung:
3/10 Punkte

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