Conan der Zerstörer

OT: -  103 Minuten - Fantasy / Action
Conan der Zerstörer
Kinostart: 19.10.1984
DVD-Start: Unbekannt - Blu-ray-Start: 28.10.2011
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Filmkritik zu Conan der Zerstörer

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Zwei Jahre nach „Conan the Barbarian“ gab Produzent Dino De Laurentiis („Dune“, „Manhunter“) die Fortsetzung „Conan the Destroyer“ in Auftrag. Leider erweist sich der zweite Teil als purer Kommerzfilm, der nur noch wenig mit dem Vorgänger gemeinsam hat und weder auf Oliver Stone („Platoon“, „Alexander“) noch auf John Milius(„Dillinger“, „Red Dawn“) zurückgreifen kann. Selbst Basil Poledouris („RoboCop“, „Starship Troopers”) zwar weitestgehend gelungener Score, kann nicht mit seiner fulminanten Arbeit im Vorgänger mithalten.

„Conan the Destroyer“ folgt fast allen Regeln eines Kommerzprodukts. Er sieht wesentlich teurer als das Original aus, hat dementsprechend die besseren Sets zu bieten, protzt mit besseren Effekten und spektakuläreren Schwertkämpfen. Unter der Regie des in meinen Augen überschätzten Richard Fleischer („Soylent Green“, „Amityville 3-D“), der darauf mit „Red Sonja“ gleich noch mal ähnlichen Unfug fabrizieren durfte, verkommt das zweite Abenteuer zu einem bunten, seelenlosen, popigen Mainstreamquark – des Vorgängers unwürdig.

Drehbuchautor Stanley Mann („Meteor“, „Eye of the Needle”) schrieb den Barbaren nicht nur zu einer Labertasche um, sondern konfrontierte ihn auch noch mit einem diebischen Partner namens Malak (Tracey Walter, „Fist of the North Star“, „Drive“). Dieser feige, gierige einzig und allein als Comedian Sidekick angelegte Napfsülzenprinz nervt mit seinen ständigen auf Publikumslacher ausgelegten Gehabe. Überhaupt wurde dem Stoff hier gewaltig Humor eingeprügelt, damit die Publikumstauglichkeit garantiert war.

Arnold Schwarzenegger („Predator“, „Total Recall“), der inzwischen einen gewissen Ruf genoss, sieht sich hier nur noch die zweite Geige spielend, weil er mit einer sehr illustren Schar losziehen muss. Beauftragt von Königin Taramis (Sarah Douglas, „The Return of Swamp Thing“, „Return of the Living Dead 3“), die im ihm Gegenzug seine tote Valeria verspricht, muss er die jungfräuliche Prinzessin Jehnna (Olivia d'Abo) nebst Keuschheitsgürtel Bombaata (NBA-Legende Wilt Chamberlain) auf der beschwerlichen Reise begleiten und erhält dabei Unterstützung von seinem alten Freund und Zauberer Akiro (Mako, „Rising Sun“, „Pearl Harbor“), sowie der kämpferischen Amazone Zula (Grace Jones, May Day aus „A View to a Kill“). Conan selbst kommt inmitten dieser Gruppe erstens kaum zur Geltung und zweitens kaum zum Zuge. Dafür darf er sich in einem peinlichen, selbstverständlich wieder auf Zuschauerlacher ausgelegten, Besäufnis kräftig selbst demontieren.

Arni kann sein Schwert inzwischen weitaus eindrucksvoller schwingen, der Gewaltfaktor wurde bei den Kämpfen jedoch auf ein Minimum zurückgefahren. Nur zu Beginn spritzt noch etwas Blut. Weil schon von Beginn an klar ist, dass Conan nur ausgenutzt und später entsorgt werden soll, geht ein Großteil der Spannung und viel Sympathie flöten. Die Odyssee selbst verläuft unspektakulär und bisweilen leider auch sehr trashig. Frei von der düsteren Atmosphäre und der kargen, schlichten Ausstattung des Vorgängers muss sich die Gruppe nicht nur eines sich dümmlich verhaltenden Zauberers erwehren, sondern gleich zwei billigen Latexmonstern, die eigentlich dem nächstbesten Italotrash entspringen müssten, ausschalten. Das finale Exemplar, eine mutiertes, watschelndes Etwas lädt dann zum lauten Losbrüllen in fröhlicher Runde ein. Möchte wirklich wissen, was die Macher da geritten hat.

„Conan the Destroyer“ erreicht nie die Klasse des Vorgängers, was vor allem am Stilwechsel, ein klares Tribut an den Mainstream, liegt. Von der rohen, instinktiven Härte des Erstlings ist hier jedenfalls nichts mehr übrig. Arni trägt daran keine Mitschuld, wohl aber Richard Fleischer und alle treibende Kräfte hinter dieser Produktion. Mit dieser harmlosen Inszenierung und der aufpolierten Szenerie, die das düstere Atlantis des Originals komplett verdrängt, ist eben kein Kraut gewachsen. Auch die penetrante Witzreißerei, neue exotische Figuren und das stetige Bemühen in Punkto Effekte, Sets, Monster und Kämpfe „Conan the Barbarian“ um jeden Preis toppen zu wollen, tragen ihren Teil dazu bei. Keinen Gefallen tut sich der Plot auch mit der wenig Erfolg versprechenden Reise, denn mit Fehlen eines würdigen Gegners wie Thulsa Doom, kippt auch Conan zum Durchschnittsprimaten.

Fazit:
Durchweg peinliche Fortsetzung, die mit einfallslos kreierten Sets, einem blödsinnigen Drehbuch und bewusster, omnipräsenter Mainstreamkompatibilität (also überflüssige Witze, exotische Nebencharaktere, etc) glänzt. Mit Sympathien für die Romanvorlagen und Arni noch gerade so im Durchschnitt landend, zeigt „Conan the Destroyer“ eindrucksvoll wie aus starken Originalen überflüssige Kommerzfortsetzungen geklont werden.

Wertung:
5/10 Punkte

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