Conan der Barbar

OT: -  129 Minuten - Fantasy / Action
Conan der Barbar
Kinostart: 25.08.1982
DVD-Start: Unbekannt - Blu-ray-Start: 15.03.2012
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Filmkritik zu Conan der Barbar

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Für Arnold Schwarzenegger („Predator“, „Total Recall“) stellte „Conan the Barbarian“ so etwas wie einen Startschuss zu einer beispiellosen Karriere dar. Seinen endgültigen Durchbruch feierte die spätere Ikone des Actionfilms zwar erst zwei Jahre später mit „The Terminator“, dennoch war dieses Fantasyabenteuer für ihn wegweisend. Der damals noch völlig unbekannte Muskelprotz (weder wurde in den Trailern sein Name erwähnt, noch durfte er einen Satz sagen) erfüllte die Figur des Barbaren Conan unter John Milius („Dillinger“, „Red Dawn“) mit soviel Leben, dass er zwei Jahre später in „Conan the Destroyer“ gleich noch einmal ran durfte. Robert E. Howards Romanvorlagen, die ich übrigens sehr empfehlen kann (Bitte aber die Finger von den späteren, die Figur demontierenden Fortsetzungen diverser Auftragsautoren lassen), wurde von Milius und Mitautor Oliver Stone („Platoon“, „Alexander“) jedenfalls perfekt adaptiert. Genau so stellte ich mir jedenfalls seinerzeit beim Lesen die Welt Howards vor.

„Conan the Barbarian“ folgt zu Beginn in groben Zügen Howards erstem Roman. Conan, der von seinem Vater auf die Suche nach dem Geheimnis des Stahls eingeschworen wird, muss bereits als kleines Kind mit ansehen, wie seine ganze Siedlung inklusive Vater und Mutter von einer Horde Krieger brutal niedergemetzelt wird. Später verschleppt und als Sklave seinen Dienst verrichtend, stählt die harte Arbeit seinen Körper. Der Erfolg bei anschließenden Gladiatorenkämpfe lassen seinen Herrn zu dem Entschluss kommen, dass man diesen Rohdiamanten schleifen muss und so wird der Nordmann im entfernten Osten von Meistern des Schwerts im Kampf unterrichtet. Als er von seinem Herrn entlassen wird und während eines Einbruchs in den Tempel eines rätselhaften Schlangenkults das Zeichen der Mörder seiner Eltern entdeckt, lodert der Wunsch nach Rache in ihm wieder auf. Er macht sich auf die Suche...

„Conan the Barbarian“ überzeugt durch, aufgrund des niedrigen Budgets, nüchterne, schlichte Bodenständigkeit, anstatt durch epische Aufgeblasenheit falsche Ansprüche an sich selbst zu richten. Mit einfachsten Mitteln, dafür aber kreativ inszeniert und vor allem mit blutiger, kompromissloser Gewalt nicht geizend, gestaltet sich das Fantasyabenteuer als rohes, unverfälschtes Filmvergnügen, dass sich erfolgreich treu bleibt und auf Konventionen pfeift. Man kann dem Film durchaus vorwerfen, dass er zu wenig Actionszenen hat, aber viel mehr hatten die Vorlagen auch nicht zu bieten. Das Szenario lebt von der phantastischen Welt in der es spielt, den überall lauernden Gefahren und dem Wissen, dass hier wirklich niemand vor dem Tod sicher ist. Basil Poledouris („RoboCop“, „Starship Troopers”) monumental-pompöser, oft kopierter Score ist mit Sicherheit einer der beeindruckendsten Kompositionen der Filmgeschichte und selbstverständlich seine beste Arbeit. Sie gibt dieser düsteren, natürlichen Atmosphäre erst den entscheidenden Kick.

Arnold Schwarzenegger selbst, dem es hier noch sichtlich an Erfahrung fehlt, weswegen er den naiven, halt etwas primitiven Barbaren ideal darstellt, macht sich als unbezwingbarer Hüne hervorragend – wobei ihm seine nicht vorhandenen Schauspielkünste in dieser Rolle sogar zugute kommen. Aufgrund seines starken Akzents halten sich seine Dialoge, genau wie im späteren „The Terminator“, noch sehr in Grenzen. Unterstützt wird er unter anderem von Mako („Rising Sun“, „Pearl Harbor“), der seine Rolle des Zauberers und Erzählers in der Fortsetzung ebenfalls wieder aufnehmen durfte. Im übrigen ist Max von Sydow („The Exorcist“, „Judge Dredd“) in einer kleinen Rolle als desillusionierter, alter und Conan instruierender König zu sehen.

Der allen die Schau stehlende Schauspieler ist aber James Earl Jones (mit seiner markigen Stimme, die er Darth Vader leiht). Mit eisigen Blicken ist er das personifizierte Böse, das mit seinem seltsamen Opferkult ganze Länder ins Chaos stürzen will und fasziniert von der Manipulation der Menschen sich ihre Ängste und Träume zunutze macht und diese Macht auch ganz skrupellos einsetzt. Der erzböse, zaubernde Dämon ist an purer, teuflischer Präsenz hier kaum zu überbieten. Bei seinem ersten Abenteuer wird Conan nie in irgendeiner Art und Weise zur Heldenfigur stilisiert. Als saufender, sich auch der Zerstreuung von Drogen hingebender Dieb und Auftragsmörder folgt er zwar seinem persönlichen Ziel, nämlich Rache, ist jedoch zwischendurch den weltlichen Lastern nicht abgeneigt. Die selbstverständlich in so einem Fantasyabenteuer nicht fehlende Magie wird von Zauberer Mako mit einer guten Portion Humor eingebracht. Als eher ängstlicher Charakter greift aber auch er final zum Stahl.

Fazit:
In seinen guten 120 Minuten vereint „Conan the Barbarian“ alle wichtigen Genreelemente und zeigt sich dankbar wenig selbstironisch. Bluttriefende Schwertkämpfe mit abgehackten Körperteilen gegen Menschen und Monster, Konfrontationen mit dem hypnotischen Oberhaupt des Schlangenkults Thulsa Doom, tolle Landschaftsaufnahmen und ein Barbar, der sich in der Zivilisation erst mal zurechtfinden muss – das ist Conan. Da konnten die zig Epigonen in den folgenden Jahren (u.a. entstammte auch „Red Sonja“ Howards Feder) nie mithalten. Das Original bleibt eben unerreicht. Schade, dass solche rohe, unverfälschte, harte, politisch natürlich völlig inkorrekte, gewalttätige Fantasyabenteuer heute keinen Anklang mehr finden.

Wertung:
8/10 Punkte

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