Rush Hour 2

OT: -  90 Minuten -  Action / Komödie
Rush Hour 2
Kinostart: 07.02.2002
DVD-Start: Unbekannt - Blu-ray-Start: Unbekannt
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Filmkritik zu Rush Hour 2

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Weil „Rush Hour“ zum sensationellen Überraschungserfolg des Kinojahres 1998 avancierte, war es nur eine Frage der Zeit bis sich Regisseur Brett Ratner („Money Talks“, „Red Dragon“), Quasselstrippe Chris Tucker („The Fifth Element“, „Money Talks“) und Actionikone Jackie Chan („The Accidental Spy“, „The Medallion“) sich wieder zusammentaten. Das Budget wurde aufgestockt und die Nebenrollen besser besetzt. Was konnte also schief gehen?

Obwohl auch „Rush Hour 2“ an den Kinokassen zum erwarteten Knüller wurde, kann ich mit diesem schlappen Kommerzstück nur wenig anfangen. Der von mir ohnehin nicht sonderlich geschätzte Brett Ratner wiederholt im Grunde nur den Vorgänger ohne neue Akzente zu setzen. Da hat die erste halbe Stunde von „Lethal Weapon“ schon mehr Charakterentwicklung, als die beiden Filme zusammen, zu bieten. Während Jackie Chan, der mir in beiden Filmen wesentlich besser als in seinen auf Klamauk ausgelegten Rollen gefällt, wieder den ruhigen Pol des Duos bildet, überzeugt mit seinen immerhin schon stattlichen 47 Jahren immer noch durch akrobatische Kampfeinlagen, halsbrecherische, spektakuläre Stunts und Zweckentfremdungen allerlei Gegenstände, um sich seine Widersacher vom Leib zu halten. Für den Wortwitz ist sein Partner zuständig, doch wenn er mal den Mund aufmacht, passt die Pointe wie geschmiert.

Kommen wir zum negativen Teil des Duos: Chris Tucker. Ich kann diese quietschende, nervende Quasselstrippe mit dem viel zu großen Mundwerk nun mal überhaupt nicht leiden, weswegen seine großspurigen Auftritte für mich jedes Mal zur Qual werden. Der sich gern als Nachfolger Eddie Murphys sehende Komiker, kann eigentlich nur eine Laberattacke nach der anderen vom Stapel lassen. Das mag zu Beginn noch witzig sein, aber spätestens wenn die Witze ihren Reiz verlieren, weil sie sich ständig wiederholen, ist für ihn der Ofen aus. Nicht umsonst ist Tucker seit „Rush Hour 2“ in keinem Film mehr zu sehen gewesen und drängt deswegen auf die wohl auch demnächst Konturen annehmende zweite Fortsetzung. Ganz leugnen, dass die Chemie zwischen den beiden stimmt, kann man aber auch nicht.

Lee (Chan) und Carter kalauern sich diesmal auf die Spur einer Geldfälscherbande, die sie von Hongkong nach Amerika zurückführt. Der Plot ist wenig einfallsreich, zur Filmmitte immerhin schon zu durchschauen, beinhaltet mit Ziyi Zhang („Tiger & Dragon“, „Musa“) und Roselyn Sanchez („Basic“) zwei Augenweiden, für die sich das Einschalten schon mal lohnt. Don Cheadle („Hamburger Hill“, „Mission to Mars“) ist in seiner kuriosen Minirolle auch für ein paar Lacher gut.

Einen gewissen Unterhaltungswert kann man „Rush Hour 2“ sicherlich nicht absprechen. Mit knapp 90 Minuten kompakt gehalten, stellt man zumindest keinen Leerlauf fest. Bei ihren chaotischen Ermittlungen stolpert das Duo von einer Gefahrensituation in die nächste, prügelt sich unorthodox gen Freiheit und flüchtet auf halsbrecherische Art und Weise. Dafür, dass damit nie Schluss ist, sorgt meist Tuckers provokantes Mundwerk. Die Actioneinlagen hingegen sind, und das kreide ich Ratner an, nur hollywoodsche Durchschnittskost. Selbst der deutliche Einfluss der Hongkong-Schule vermag daran viel zu ändern. „Rush Hour 2“ ist genau wie sein Vorgänger einfach zu beliebig und austauschbar, als das hier irgendeine denkwürdige Szene hängen bleiben würde.

Fazit:
Im Vergleich zur Artverwandtschaft und zum Original ist „Rush Hour“ nur ein fader Aufguss, der weder sonderlich ge- noch misslungen ist und sich deswegen zurecht im Mittelmaß ansiedelt. Das Buddyduo hat an Reiz verloren, eine Weiterentwicklung der Figuren ist auch kaum vorhanden und Chris Tucker nervt gewaltig. Ratners uninspirierte Regie schließt sich dem Niveau dann auch nahtlos an. Die einzigen Lichtblicke sind die bunten Kulissen von Las Vegas und ein sympathischer Jackie Chan, der endlich mal von seinen Buddyfilmen (u. a. ja auch mit Owen Wilson in „Shanghai Noon“ und „Shanghai Knights“) und billigen Kommerzfilmen a la The Medallion wegkommen sollte.

Wertung:
5/10 Punkte

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