Thumbsucker - Bleib wie du bist! (2005)

OT: Thumbsucker - 96 Minuten - Komödie / Drama
Thumbsucker - Bleib wie du bist! (2005)
Kinostart: Unbekannt
DVD-Start: Unbekannt - Blu-ray-Start: Unbekannt
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Filmkritik zu Thumbsucker - Bleib wie du bist!

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Mike Mills, zuvor Regisseur von Musikvideos (u.a. für Air und Moby) und Werbespots, gibt mit „Thumbsucker“ sein Spielfilmdebüt. Der Film basiert auf der gleichnamigen Romanvorlage von Walter Kirn, von dem auch das Fundament des Jason Reitman Films „Up in the Air“ stammt. Hauptdarsteller Lou Taylor Pucci wurde für seine Darstellung mit dem Silbernen Bären bei der Berlinale und dem „Special Jury Prize“ in Sundance ausgezeichnet.

Justin (Lou Taylor Pucci) ist ein daumenlutschender 17-jähriger Teenager, der seine Eltern nur beim Vornamen nennen darf, da sein Vater Mike (Vincent D‘Onofrio) sich sonst alt vorkommt. Er kommt seiner Schulfreundin Rebecca (Kelli Garner) endlich näher und sammelt erste Beziehungserfahrungen, doch als er sich weigert die Initialen seines Vaters auf seinem Daumen, die dieser mit wasserfestem Stift darauf geschrieben hat, um ihn vom Daumenlutschen abzuhalten, zu erklären, zerbricht ihre Beziehung. Sein Zahnarzt (Keanu Reeves) will ihn mit Hypnose dazu bringen mit dem Daumenlutschen aufzuhören, was aber nur der Beginn seiner Reise ist.

„Thumbsucker“ widmet sich nicht nur dem Thema Sucht, sondern auch dem Erwachsenwerden und der Familie. Er zeigt, wie es Justin quasi von einer Sucht zur nächsten treibt, jedoch ohne dass er jemals ernsthaft mit Entzugserscheinungen zu kämpfen hat, da er immer schon die nächste Ersatzdroge parat hat. Außerdem zeigt der Film, dass es ziemlich schwer zu sein scheint als „normaler“ Teenager durchzugehen, wenn man sich die vage dargestellte Definition des Krankheitsbilds vom Aufmerksamkeitsdefizit und Hyperaktivitätssyndrom (ADHS) zu Gemüte führt.

Die Medikation dieser Konzentrationsschwäche führt bei Justin zu einer (kurzfristigen) Besserung seiner Situation, sodass er meint, damit alle seine Probleme gelöst zu haben, aber es dauert nicht lange bis er auch hier am Zenit angelangt ist. Im Laufe des Films kommt er mit einigen Drogen in Kontakt, die aber nicht alle ausschließlich materiell sind, so kommt er zum Beispiel auf den Geschmack des Gewinnens und anderen Formen von immateriellen Drogen.

Aber nicht nur Justin leidet daran, dass ihm etwas Gewisses im Leben fehlt. Dasselbe, wenn auch in anderer Art und Weise spielt sich auch bei seinen Eltern ab. So nimmt z.B. seine Mutter Audrey (Tilda Swinton) das Fernsehgerät als Mittel zur Realitätsflucht her und träumt sich lieber an die Seite des Schauspielers Matt Schramm (Benjamin Bratt). Abseits der Suchtproblematik kann man sich auf einen wunderschön bebilderten und erzählten Coming-Of-Age-Film freuen, der nicht versucht die Aktionen der Protagonisten zu bewerten oder zu verurteilen, sondern der deren Handlung größtenteils für sich alleine sprechen lässt, obwohl durchaus gesellschaftskritische Botschaften durchschimmern.

Vincent D‘Onofrio in der Figur des verschlossenen Vaters und Tilda Swinton in der Rolle der veränderungssuchenden Mutter brillieren genauso wie Keanu Reeves als Justins verrückter Zahnarzt bzw. Hobbypsychologe, der mit seiner verschrobenen Art ein absolutes Highlight des Films darstellt, und Kelli Garner als Justins Angebetete, die ursprünglich von Scarlett Johansson gemimt werden sollte. Das gesamte Ensemble spielt sehr gut zusammen und alle liefern durchwegs tolle Leistungen ab, an deren Spitze Lou Taylor Pucci steht.

Fazit:
„Thumbsucker“ ist eine Tragikomödie, die eine Geschichte einer amerikanischen Durchschnittsfamilie mit all ihren Problemen und Macken erzählt, deren Figuren dank des wunderbaren Casts aber trotzdem Sympathiewert haben. Dieser erfrischende Independent-Film über das Erwachsenwerden und die Suche nach sich selbst, bietet nicht nur schauspielerische Glanzleistungen, sondern auch eine intelligente Story. Wer sich dem Genre der Tragikomödie zugetan fühlt, sollte diesen Film auf keinen Fall missen.

Wertung:
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Liste von Hriss Zagoudis
Erstellt: 06.09.2012