![]() ![]() Atmen OT: Atmen Regie: Karl Markovics Drehbuch: Karl Markovics Filmstart: 30.09.2011 | Laufzeit: | Drama |
Roman Kogler (Thomas Schubert) ist 19 Jahre alt und sitzt im Gefängnis. Seine Mutter hat ihn als Kind weggegeben und seitdem ist nichts so gelaufen wie man es sich wünschen würde. Roman will seine Haftentlassung aus der Jugendstrafanstalt beantragen, doch die Aussichten sind nicht allzu rosig: Denn er ist ein Einzelgänger, verschlossen und schwierig. Außerdem tut er sich schwer einen Job zu finden den er auch behalten kann. Doch dann bewirbt sich Roman bei einem Bestattungsunternehmen und die Erfahrungen die er dort macht verändern sein Leben...
Mit viel Feingefühl hängt sich der Film an die Fersen seiner Hauptfigur. Wir sehen den Alltag im Gefängnis - Kontrollen nach dem Freigang, Sport, leichter Austausch mit den Mithäftlingen - die pure Routine eben. Mit maschinellen Wiederholungen und lakonischem Humor etabliert Karl Markovics sein Setting und die filmische Welt - und man folgt ihm gerne auf dem weiteren Weg des Films. Thomas Schubert spielt die Hauptfigur Roman Kogler mit viel Energie und subtiler Kraft, als wunderbar mysteriöse Figur von der man gerne mehr erfährt und besonders wenn es an den Alltag im Bestattungsunternehmen geht entfesselt Atmen seine wahren Stärken.
Ein besonderes Highlight in diesen Szenen ist die wunderbare Darbietung von Georg Friedrich, dessen Verkörperung des Bestatters durchaus an die grandiose (oscarnominierte) Performance von Woody Harrelson in The Messenger erinnert. Die Beziehung zwischen seiner Figur des Rudolf Kienast und Hauptfigur Roman Kogler ist einer der magischen Aspekte des Films, der es auf völlig undramatisierte Weise schafft zu berühren und dennoch ganz normal zu wirken. In Atmen ist nichts überzogen, nichts wirkt gestellt, stattdessen zeigt uns der Film einfach die vielen kleinen und großen Dramen des menschlichen Lebens. Und dabei gibt es einige Szenen, die in ihrer Darstellung schon einmal äußerst unerwartete Richtungen einschlagen.
Fazit:
Atmen ist ein herausragender Film, der zeigt, dass das Filmland Österreich immer wieder in der Lage ist wahrhaft großartiges zu leisten. Karl Markovics inszeniert ruhig und stilsicher und seine Darsteller leisten durch die Bank fabelhafte Arbeit. Besonders hervorzuheben sind die Leistungen von Hauptdarsteller Thomas Schubert und die imponierende Darbietung von Georg Friedrich. Atmen versteht es wunderbar auf subtile Weise die Charakterentwicklung der Hauptfigur auf völlig natürliche Art zu schildern und dabei Spannung zu erzeugen ohne, dass man den realistischen Ansatz des Films verrät. Der Film erinnert dabei stellenweise an einen Mix aus Six Feet Under, The Messenger und Komm Süßer Tod. Auf jeden Fall kann man Karl Markovics für sein großartiges Debüt nur gratulieren - Atmen ist ein Film den man gesehen haben muss.
Wertung:
8/10 Punkte
03.09.2011 - Atmen - Deutscher Trailer
13.04.2012 - Gewinnspiel: Am Ende des Tages (Ende: 01.05.2012)
11.04.2012 - Gewinnspiel: Atmen (Ende: 01.05.2012)
31.03.2012 - The Treatment (2006)
01.03.2012 - Der atmende Gott (2012)
09.09.2011 - Oscars 2011 - Pina für Deutschland!
01.09.2011 - Atmen - Ist Österreichs Oscar-Kandidat!

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