One Way Trip 3D (2011)

OT: One Way Trip 3D - xx Minuten - Horror
One Way Trip 3D (2011)
Kinostart: 23.09.2011
DVD-Start: 13.03.2012 - Blu-ray-Start: 13.03.2012
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Filmkritik zu One Way Trip 3D

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Immer öfter wagen sich neben großen Hollywood-Studios auch europäische Filmemacher aus dem deutschsprachigen Raum an das seit der frühen Filmgeschichte beliebte Genre der Horrorfilme. So traute sich nun auch der deutsche Regisseur Markus Welter gemeinsam mit dem Produzententeam Valentin Greutert und Simon Hesse mit dem Film One Way Trip, den Zuseher erstmals in der Schweizer Kinofilmgeschichte in ein verstörendes Horrorszenario zu entführen, verbunden mit der zusätzlichen Herausforderung, die Story mittels 3D-Technik, an deren Perfektionierung nach wie vor gefeilt wird, umzusetzen.

Anstatt von Zürich in den Süden ans Meer zu fahren, haben sich  Valerie (Sabrina Reiter), ihr Bruder Timo (Harry Lampl), sowie Mike (Aaron Hitz), Sarah (Isabelle Barth) und schließlich Valeries Ex-Freund Lars (Matthias Britschgi) darauf geeinigt, ihren Urlaub in Wäldern des Jura zu verbringen, um auf einer Lichtung ihre Zelte aufzuschlagen. Hauptsächlich will die Gruppe aber die bewusstseinsverändernde Wirkung der dort wachsenden, halluzinogenen Pilze, den sogenannten spitzkegeligen Kahlköpfen, ausprobieren und genießen. Als auf der Fahrt ein Reifen platzt und die Freunde am Waldrand stehen bleiben müssen, haben sie eine unheimliche Begegnung mit einem Förster (Herbert Leiser) und einer jungen Frau (Melanie Winiger), erfahren dadurch aber von einer nahegelegenen Tankstelle. Dort angelangt und wieder fahrtüchtig, erklären sie sich bereit, ein Pärchen, Robert (Martin Loos) und Lilli (Tanja Raunig), mit den gleichen Urlaubsplänen mitzunehmen. Das Campinglager aufgebaut, wagen sich die acht Freunde auch schon an die begehrten Drogenpilze, der Trip kann also beginnen. Als Timo dann mit blutigem Gesicht vom Bierholen zurück kommt und am Lagerfeuer zusammenbricht, lässt sich schon erahnen, dass dieser Ausflug böse und eben als One Way Trip enden wird.

Aushängeschild des Films ist Sabrina Reiter, die 2006 im Kinofilm In 3 Tagen bist du tot ihr Schauspieldebüt feierte und dafür sogar mit dem Undine Award als beste deutschsprachige Filmdebütantin ausgezeichnet wurde. Obwohl sie zwar über keinerlei darstellerische Ausbildung verfügt, hatte sie mit ihrer Performance damals einen wesentlichen Anteil daran, dass der österreichische Horrorfilm nach amerikanischem Vorbild sowie auch sein Nachfolger In 3 Tagen bist du tot 2, in dem Reiter wieder die Rolle der Nina übernahm, glückte und überzeugen konnte. Zusammen mit dem ebenfalls genreerfahrenen Martin Loos und den anderen Darstellern aus der Schweiz und Österreich sorgt sie auch diesmal für, beim Zuseher aufkommende Gruselstimmung.

Für den Großteil des Horrorfaktors des Films ist sicherlich das nächtliche Setting der Story in den Wäldern der Schweizer Alpen verantwortlich. So ein Campingurlaub in der Wildnis, abgeschieden von jeglicher Zivilisation hat einfach etwas Beunruhigendes, und die endlose Waldlandschaft lässt vor allem bei Nacht etwas Lauerndes vermuten. Somit ist der Film vorwiegend in dunklen Farben gehalten. Auch als die Freunde nach Timos „Unfall“ in einem Bauernhaus im Wald, das – wie sich herausstellt – dem bereits erwähnten Förster gehört, Unterschlupf vor einem plötzlichen Unwetter suchen, kommt nur gedämpftes Licht zum Einsatz. Die Atmosphäre bleibt düster, wodurch sich die Freunde auch nicht unbedingt in Sicherheit wiegen.

Die Morde sind durchaus gut inszeniert und an Brutalitäten wird nicht gespart, jedoch überwiegt hier eher ein Ekelgefühl als tatsächliche Angst. Zwar wurde die Handlung von jungen Leuten auf einem Campingtrip zusammen mit Drogenkonsum schon das ein oder andere Mal aufgegriffen, beispielsweise in Shrooms (2007),  da man aber nie wirklich sicher ist, wer es auf die Gruppe abgesehen hat und warum, bleibt die Spannung bis zum Schluss bestehen.

Auch wenn sich Horrorfilme aus dem deutschsprachigen Raum in Bezug auf ihre Authentizität nach wie vor vielen Vorurteilen ausgesetzt sehen und die Charaktere auch hier teilweise klischeehaft handeln, sich zum Beispiel von der Gruppe trennen, so muss man dennoch eingestehen, dass dieser durchaus mit seinen amerikanischen Vorgängern mithalten kann und in machen Punkten sogar überzeugender wirkt. Vor allem, was seine Spezialeffekte anbelangt, steht One Way Trip US-Produktionen in nichts nach, so wird eine Scheune in Flammen gestellt oder aber ein sturmähnliches Regenwetter erzeugt, was die Atmosphäre noch stimmungsvoller wirken lässt.

Die immer häufiger in Kinoproduktionen zum Einsatz kommende 3D-Technik wurde hier erstmals in einem Schweizer Film genutzt und entfaltet ihr Potential vor allem in den Schockmomenten des Films, wenn einem ausgestochene Augen entgegen kommen oder sonstige Bluttaten zu sehen sind. Aber auch in den Tagszenen im Wald am Anfang des Films tritt der räumliche Effekt besonders schön hervor, man fühlt sich sozusagen direkt in die Wälder des Juragebirges versetzt, wodurch der schauerlich anmutende Eindruck dieser noch mehr hervorgehoben wird. Fans des Horrorgenres dürfen sich also auf einen spannenden Filmtrip freuen, der sich von den üblichen amerikanischen Horrorslashern durch seinen schweizerisch-österreichischen Charme und der einzigartigen, jurassischen Waldlandschaft abhebt und nicht zuletzt dadurch überzeugt. Die Besonderheit des 3D-Effekts als visuelles Extra rundet das Filmerlebnis zusätzlich ab.   

Fazit:
Der Schweizer Film One Way Trip ist ein durchwegs spannender und mitreißender Horrortrip, der gerade wegen seines Settings in den Schweizer Alpen überzeugt. Mit seinen zahlreichen Schockmomenten und Spezialeffekten wie auch der wirkungsvollen 3D-Technik kann er auf jeden Fall mit amerikanischen Vorbildern mithalten.

Wertung:
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