Colombiana (2011)

OT: Colombiana - xx Minuten - Action / Abenteuer / Drama / Thriller
Colombiana (2011)
Kinostart: 16.09.2011
DVD-Start: 27.01.2012 - Blu-ray-Start: 27.01.2012
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Filmkritik zu Colombiana

Von am
Luc Besson, Regisseur von Klassiker wie Im Rausch der Tiefe, Nikita und natürlich Leon - Der Profi, hat sich in letzter Zeit vorwiegend darauf spezialisiert diverse Filmemacher unter seine Fittiche zu nehmen und ihre Filme zu produzieren. Gemeinsam mit Regisseur Olivier Megaton entstand so bereits Transporter 3 und nun folgt mit Colombiana ein Film, der sich augenscheinlich Inspiration bei Bessons Leon - Der Profi geholt hat. Leider mangelt es aber sowohl an Kreativität, als auch an emotionale Tiefe, sodass Colombiana zum recht oberflächlichen Actionspektakel wird, der die Gefühle der Figuren nur als Vorwand benutzt um einige athletische Verrenkungen von Hauptdarstellerin Zoe Saldana zeigen zu können.

Mafiaboss Don Luis (Beto Benites) lässt einen ehemaligen Weggefährten und dessen Familie eliminieren. Nur die kleine Cataleya Restrepo (als Kind: Amandla Stenberg; später: Zoe Saldana) kann fliehen und schafft es irgendwie nach Amerika zu gelangen. Dort schlägt sie sich zu ihrem einzigen, noch lebenden Verwandten, Onkel Emilio (Cliff Curtis) durch. Dieser sorgt für sie, will ihr eine gute Ausbildung ermöglichen, doch in Wahrheit will Cataleya nur eines von ihm: Er soll sie zur pefekten Mörderin ausbilden, damit sie den Mord ihrer Familie rächen kann. Und nach jahrelangem Warten ist es dann endlich so weit und der Tag der Rache steht vor der Tür...

Zugegeben, auch ein Klassiker des Genres wie Leon - Der Profi ist vom Aufbau der Geschichte her eine recht einfache Konstruktion, die aber auf so vielen Ebenen vertieft und mit Details versehen wird, sodass ein komplexes Bild von interessanten Charakteren entsteht. Colombiana jedoch versagt auf diesem Gebiet. Bereits zu Beginn wirkt alles recht klischeebeladen: Die ermordete Familie, das Rachemotiv, der Lehrmeister, usw. all das wirkt doch recht einfallslos - das wäre aber gar nicht das Problem: Wenn man genügend Energie in die Details steckt, kann ein simpler Erzählrahmen völlig ausreichend sein. Colombiana gelingt das aber eben gerade nicht, sodass der Film stets eine leere Hülle bleibt.

Doch spätestens wenn dann der Wechsel zur erwachsenen Cataleya erfolgt sollte ohnehin jeder wissen wie der Hase läuft, bzw. welche Motivation die Filmemacher wirklich angetrieben hat: Es geht gar nicht um die Charaktere, diese bleiben nur Roboter und dienen lediglich dazu irgendwie die Actionszenen des Films zu rechtfertigen. Das wird bereits mit der Infiltration des Polizeireviers deutlich, die dazu dient um Cataleya ihrer Rache näher zu bringen. Das Geplänkel ist kurzweilig, unterhaltsam und ja, es macht durchaus auch Spaß - aber auf emotionaler Ebene ist die Geschichte leider äußerst flach. Man fühlt ihn so gut wie nie, den Schmerz dieser eiskalten Auftragsmörderin.

Weiters erschwerend ist die Tatsache, dass der Film leider auch keine sonderlich packenden Überraschungen parat hält. Große Wendungen sucht man genau wie große Gefühle vergebens. Die Story läuft nur auf Sparflamme vor sich her und da es auch an wirklich interessanten Charakteren mangelt, gibt es abgesehen von der soliden Action, nichts woran man sich als Zuseher festhalten könnte. Zwar zeigt Zoe Saldana eine durchaus solide Leistung und Cliff Curtis bringt zumindest etwas Charisma in den Film (auch wenn es interessant gewesen wäre mehr über seine Figur zu erfahren - so dient er eigentlich nur als Klischeelehrmeister in Form eines besseren Statisten), aber um den Film wirklich hervorzuheben hätte es schon etwas mehr benötigt.

Zum Beispiel einen interessanten Bösewicht - Denn wirkliche Gegenspieler mit Ausstrahlung sucht man vergebens. Meistens bekommt es Cataleya nur mit den klassischen gesichtslosen Handlangern zu tun, aber selbst der “große” Gegenspieler bleibt leider sehr blass. Das ist aber eigentlich nur konsequent, da es auch tunlichst vermieden wird die emotionale Ebene der Hauptfigur wirklich auszuloten. Zwar wird eine Liebesgeschichte angedeutet, aber in dieser halbgaren Ausführung sorgt auch diese nur für ein großes Gähnen. Man kann es sich also bereits denken: Wer Colombiana auslässt versäumt nicht wirklich viel. Wer ihn sich dennoch ansieht bekommt zwar einen mittelmäßigen Actionfilm geboten, man sollte aber die Erwartungshaltung eher niedrig halten.

Fazit:
Colombiana ist ein routiniert abgespultes Actionvehikel, dem es leider nie gelingt die emotionale Ebene unter Kontrolle zu halten. Der grobe Handlungsumriss ist im Prinzip recht klischeebeladen und man schafft es auch nicht dies durch spannende Details in der Geschichte wieder wett zu machen. So wird alles gemütlich nach Schema F abgespult, es werden einige solide Actionszenen geboten während die Charaktere vernachlässigt werden und insgesamt gesehen relativ blass bleiben. Das alles macht Colombiana zu einem verzichtbaren Film, der zwar nicht völlig versagt - dazu ist er doch zu unterhaltsam - der aber nie in die Tiefe geht und selbst auf bloßer Unterhaltungsebene zu wenig Überraschungen bietet.

Wertung:
5/10 Punkte
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Ø Wertung: 6.1/10 | Kritiken: 1 | Wertungen: 15
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Erstellt: 31.07.2013