Was du nicht siehst (2009)

Was du nicht siehst
Was du nicht siehst
OT: Was du nicht siehst

Filmstart: 15.07.2011 | Laufzeit: | Thriller
Wasdunichtsiehst-Scene02Aller Anfang ist schwer, heißt es doch. Zumindest am Kinomarkt stimmt dies sicherlich – wer sich hier nicht behaupten kann, ist schneller wieder weg, als man ‚Flop‘ buchstabieren kann. Meistens brauchen Regisseure mindestens 4 Filme, bevor ein wirkliches Meisterwerk präsentiert wird – kein Meister ist schließlich vom Himmel gefallen – so heißt es doch auch. Manchmal, aber nur manchmal passiert es auch, dass gerade das Spielfilmdebüt (Beispiel: Duncan Jones mit Moon oder M. Night Shyamalan mit The Sixth Sense) ein Riesenhit wird und aus einem No-name ein Superstar wird. Wolfgang Fischer ist ein solcher No-name und versucht mit Was du nicht siehst nicht nur auf sich aufmerksam zu machen, sondern sich einen (fixen) Platz am österreichisch/ deutschen Filmemarkt zu sichern. Ob ihm dies gelingt?

Anton (Ludwig Trepte) ist 17 und hat die üblichen Teenie- Probleme: Anstatt mit seinen Freunden (wenn er welche hätte) Party zu machen und abzufeiern, fährt er mit seiner Mutter (Bibiana Beglau) und deren neuem Freund Paul (Andreas Patton) in den Urlaub nach Frankreich. Zwar ist der Ersatzpapa ihm nicht unbedingt unsympathisch, aber lieber wäre ihm freilich, wenn sein richtiger Vater hier – und vor allem noch am Leben – wäre. Glücklicherweise lernt er bald zwei Jugendliche in der idyllischen Nachbarschaft kennen – eine freudige Abwechslung zum langweiligen Familienalltag. So richtig geheuer sind ihm David (Frederik Lau) und Katja (Alice Dwyer) dann aber doch nicht, immer mehr eigenartige Geschehnisse passieren, Davids Hang zur latenten Gewalt wird immer sichtbarer und das aufkeimende Interesse an Katja führt auch nicht gerade zu mehr Harmonie. Es muss erst der Familienhund sterben, bis Anton erkennt, dass diese neue Bekanntschaft alles andere als freundschaftlich enden wird...

Wasdunichtsiehst-Scene09Ja, richtig: Was du nicht siehst ist eine billige Kopie von Hanekes Meisterwerk Funny Games. Mit diesem Film wurde 1997 bewiesen, dass 5 herausragende Schauspieler und eine fesselnde, schockierende Story reichen, um zu einem Klassiker zu avancieren. Sich gerade so einen Film zum Vorbild zu nehmen, ist angesichts des weltberühmten, mit Auszeichnungen und Lobgesängen geehrten Vorzeige- Regisseurs Michael Haneke natürlich ein ziemlich gewagter Schritt, der in diesem Fall auch leider mitten in den (filmerischen) Abgrund führt.

Wolfgang Fischers Erfahrungslosigkeit was kinotaugliche Spielfilme anbelangt, merkt man vor allem im Drehbuch und dessen Umsetzung: die Dialoge sämtlicher Schauspieler wirken hölzern, aufgesetzt und vollkommen unrealistisch. Ein Familiengespräch während dem gemeinsamen Abendessen wirkt wie eine Unterhaltung ferngesteuerter Roboter, die in ihrer Festplatte weder Gefühle noch rationale Reaktionen eingespeichert haben. Insofern wirken selbstverständlich auch sämtliche Handlungen aller Akteure in keinster Weise nachvollziehbar, was aus einigen Charakteren nahezu schizophrene Individuen macht, die in der einen Szene aufgelöst aus dem Bild laufen und in der nächsten Szene himmelhochjauchzend ein Gesellschaftsspiel spielen.

Wasdunichtsiehst-Scene13Immer wieder werden von Fischer bewusst Metaphern in diverse Szenen eingeschleust – vom dampfenden Betonmisch- LKW bis hin zur zermatschten Wassermelone am Fliesenboden inklusive sakraler Musik – alles schön und gut, wenn man als Zuseher wenigstens den Hauch einer Ahnung hätte, was das überhaupt soll. Das einzig herzeigbare Element, das wirklich Lob verdient hat, ist die Kameraarbeit von Martin Gschlacht - das alleine macht aber wie wir wissen auch keinen Film richtig gut.

Fazit:
Was du nicht siehst ist eine schlechte Kopie von Hanekes Funny Games mit einem laienhaften Drehbuch und einer noch laienhafteren Umsetzung davon. Dank bereits dagewesenem Konzept, wirkt der gesamte Film vorhersehbar und abgeklatscht – noch dazu mit vollkommen unverständlichen Metaphern und hölzernen Dialogen. Eines ist sicher: Wolfgang Fischers Spielfilmdebut wird kein Hit an den Kinokassen und ein neuer Tom Tykwer oder gar Haneke wird er so schnell auch nicht werden. Aber wie heißt es so schön im englischen Volksmund: No one masters anything without hard work. Oder um es mit den Worten Yoda’s zu sagen: Du noch viel lernen musst, junger Regisseur!

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Was du nicht siehst

Stellenweise schafft es der Film tatsächlich mit seiner irritierenden Inszenierung Interesse zu wecken, aber leider schafft man es nie die Ansätze zu einem stimmungsvollen Ganzen zu vermengen. Die Kamera von Martin Gschlacht bleibt als das große Highlight in Erinnerung, aber ansonsten haben mich die Fragmente des Films eher ratlos zurückgelassen. Schade, da wäre mehr möglich gewesen - nur die etwas konfus aufgebaute Geschichte und die etwas aufgedrückte Symbolik sorgen doch eher für einen bitteren Nachgeschmack.

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